eparo – Digital Service Design

Das Blog von eparo.de

30. März, 2020

eparo in Zeiten von COVID-19

eparo und COVID-19: Auch von uns ein Lagebericht

Das Titelbild sagt schon alles: Auch wir sind natürlich komplett im Home-Office und müssen das Teambild als Collage bauen. eparo macht Kurzarbeit, hat (fast) keine laufenden Projekte mehr, dafür aber die Muße, um nachzudenken und uns auf die Zeit nach Corona vorzubereiten.

Die Fakten

Seit dem 16.März hat uns Corona auch voll erwischt. Die meisten Projekte wurden erst mal auf unbestimmte Zeit gestoppt bzw. verschoben. Wir haben für alle Mitarbeiter Kurzarbeit angemeldet und sind jetzt im Home-Office. Da wir ja sehr viel in gemeinsamen Workshops arbeiten (Interviews beobachten und auswerten oder Ideenworkshops für neue digitale Produkte durchführen), können diese Workshops erst mal nicht stattfinden. Zunächst war das ein ziemlicher Schock, bis wir uns darauf besonnen haben, dass wir ja noch Glück haben:

  • Glück #1: Wir sind alle gesund und auch Eltern und Angehörige sind alle wohlauf.
  • Glück #2: Wir haben dank ungewöhnlich hoher Auslastung im Januar und Februar einen guten finanziellen Puffer und werden (bei Kurzarbeit) die nächsten Monate gut durchhalten.
  • Glück #3: Remote zu arbeiten ist für uns ja nichts Neues. Die Tools dafür (Slack, Zoom, Mural) nutzen wir ja schon seit vielen Jahren.

Remote-Tools bei eparoIm Vergleich zu vielen anderen kleinen Unternehmen, Freiberuflern und Selbstständigen geht es uns daher noch vergleichsweise gut.

Lustigerweise haben wir am 16. März sogar noch eine neue Kollegin (Johanna, 2 v.l. im Bild) eingestellt. Das fühlte sich zunächst irgendwie riskant an, aber wir haben uns dann gedacht, dass es ja auch eine Zeit nach der Krise gibt. Und „Eine Zusage ist eine Zusage“. Wobei es natürlich für Johanna sicherlich auch speziell ist, direkt am ersten Arbeitstag Kurzarbeit zu machen…

 

Die Chancen

Die folgenden Überlegungen betreffen wirklich nur uns als Firma in unserer noch einigermaßen komfortablen Situation. Für die ganzen Freelancer und Unternehmen, denen es gerade existentiell dreckig geht, sieht das natürlich leider ganz anders aus. Und das tut mir persönlich sehr leid. Wenn wir hier irgendjemandem helfen können, einfach melden.

Nach jetzt zwei Wochen Remote-Arbeit zeichnen sich für uns gerade einige positive Effekte ab. Das verteilte Arbeiten ist für uns ja nichts Neues. Team-Meetings per Zoom oder Slack können genauso persönlich sein wie Meetings im Büro. Und auch Remote-Interviews machen wir ja regelmäßig, vor allem im B2B-Umfeld, wenn wir Probanden deutschlandweit suchen müssen.

Chancen gibt es im Prinzip an drei Stellen:

  1. Wir können jetzt auch Remote-Workshops

  2. Alle werden „Remote-ready

  3. Die Arbeitsfeld lernt dazu (und verändert sich)

Remote-Workshops

Setup für Remote-InterviewsBislang haben wir unsere Workshops IMMER live durchgeführt. Mit dem richtigen Raum und der perfekten Ausstattung (Whiteboardwände, Platz, Post-its) bleibt das auch der beste Weg, um gemeinsam im Team Erkenntnisse zu sammeln oder neue Ideen zu entwickeln.

Durch Corona wurden wir jetzt „gezwungen“, andere/digitale Formen für Workshops auszuprobieren. Und siehe da: Das klappt viel besser, als wir gedacht hätten. Wir nutzen dafür gerade mural.co, ein digitales Whiteboard zum Post-it-schreiben. Wir haben damit letzte Woche schon mehrere Interviews im Team beobachtet und gemeinsam eine große digitale Post-it-Wand mit Beobachtungen gefüllt. Ich kann mir gut vorstellen, dass wir das Format in Zukunft mehr nutzen werden. In den nächsten Tagen schreibe ich noch mal einen konkreten Erfahrungsbericht zu mural.co.

Remote-Readiness

yoga-at-homeIm Moment rede ich viel mit Kollegen, Kunden und Freunden. Und dabei kommt immer die Sprache auf das Remote-Arbeiten. „Wir haben gerade Zoom ausprobiert“. „Wir hatten gerade ein Zoom-Meeting mit 70 Teilnehmern und das ging prima.“ Alle richten sich jetzt darauf ein, zuhause arbeiten zu können. Webcams werden angeschafft (sind bei amazon gerade ausverkauft) und das eigene WLAN wird optimiert.

Damit haben dann viel mehr Menschen zuhause das technische Setup für Videokonferenzen und haben auch die Erfahrung, um über die „kleinen“ technischen Hürden zu springen, die dann ja doch vorhanden sind.
Alle üben gerade „Remote-Everything“. Ob es der Klavierunterricht per Skype ist oder Chorprobe in Zoom, auch die traditionell „Ich bin nicht so für digital“-Fraktion lernt gerade irrsinnig schnell. Und es funktioniert viel besser als erwartet.

Für uns bedeutet das, es wird viel selbstverständlicher, über Videokonferenzen zu kommunizieren und Remote-Interviews zu führen.

Remote in der Gesellschaft

Für Veränderungen in der Arbeitswelt ist das erzwungene Home-Office vielfach auch sehr gut. Die traditionellen Kontrollmechanismen (Wer im Büro ist, kann ja nicht in der Arbeitszeit Rasenmäher oder Wäsche waschen) funktionieren nicht mehr und müssen zwangsläufig durch Vertrauen ersetzt werden. Es sind plötzlich Dinge möglich, die bis vor zwei Wochen undenkbar waren (Eigeninitiative, eigene Entscheidungen). Ich habe die große Hoffnung, dass die überwiegend positiven Erfahrungen, die jetzt gemacht werden, auch nach Corona zu bleibenden Veränderungen führen werden.

Und meine persönliche Sicht

Zum Abschluss noch meine persönliche Sicht auf die Corona-Zeit.
Da wir uns als Firma keine echten existenziellen Sorgen machen müssen, überwiegt bei mir der positive Blick auf die Chancen, die sich mir bieten.
Familie
Wir sind jetzt zu dritt 24 Stunden am Tag zuhause. So ist automatisch viel mehr Zeit miteinander. Der Druck ist einfach geringer und ich bin deutlich ausgeglichener. Das ist wie die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr – nur viel länger und ohne Familienfeiern.
Nachdenken
Jetzt ist die perfekte Zeit für grundlegendere Überlegungen. Mache ich eigentlich das, was ich wirklich machen möchte? Wo will ich (noch) hin? Was tut mir gut? Und was nicht?
Ich hoffe sehr, dass ich diese Zeit zum Nachdenken auch wirklich nutze.
Yoga, Renovieren und Handstand
Auf jeden Fall bietet Home-Office die Chance, neue Dinge auszuprobieren und Sachen zu lernen, die man immer schon mal machen wollte.

Mein chinesischer Kollege Taylor (von unserem Partnerunternehmen Shanghai Juzhe UX Research hat die 45 Tage Lockdown genutzt, um täglich Kalligraphie zu üben:

„Yes, it is great opportunity to do some thing you don’t have time in normal life.  I practiced calligraphy everyday during the hard time.  It is special memory.“

Für mich heisst das, regelmäßig Yoga zu praktizieren, im Haus zu renovieren (trotz geschlossener Baumärkte) und endlich den Handstand zu lernen. Da freue ich mich schon drauf.

Und ich glaube, die Gefahr „Home-Office macht dick“, gilt für mich nicht. Als Abschreckung ist hier ein ziemlich lustiges Video: Wenn die Quarantäne vorbei ist.
Also, bleibt gesund, bleibt zuhause und seht auch das Positive (auch wenn das gerade sauschwer ist).

 
17. November, 2019

WUD 2019 in Hamburg: Ein Rückblick

Am 14. November fand wieder der World Usability Day statt. Natürlich auch in Hamburg, natürlich an der HAW und natürlich organisiert von eparo.

Und natürlich war es wieder ein sehr schönes Event. Für mich ist es immer eine Art Familientreffen, da ich so viele alte Bekannte und Kollegen treffe. Leider hatte ich wieder keine Zeit, mit jemandem länger zu plaudern, da ich ja den Track im Forum Finkenau moderiert habe.

Zahlen, Daten, Fakten

Nachdem wir im letzten Jahr fast 700 Teilnehmer hatten und es einfach VIEL zu voll war, haben wir in diesem Jahr Tickets ausgegeben, um die Teilnehmerzahl auf 500 zu begrenzen – was immer noch über der echten Kapazitätsgrenze war. Diese 500 Tickets waren dann schon Wochen vor dem Event weg und es gab sehr viele Menschen, die deswegen nicht kommen konnten.

Leider gab es trotz diverser Erinnerungen dann doch über 100 No-Shows und somit nur knapp 400 Teilnehmer. Mal sehen, wie wir das im nächsten Jahr organisieren.

Wir hatten 12 Vorträge und 7 Workshops. Die Speaker kamen dabei von Agenturen, Startups und Unternehmen. Eine ganz schöne Mischung.

Der WUD war wie immer komplett kostenlos für die Teilnehmer. Das ging nur durch die 11 Sponsoren (easytesting, eparo, ergosign, HID, INDEED Innovation, JungvonMatt/Tech, Lotto24, Mittelstand 4.0 – Kompetenzzentrum Usability, sum.cumo, uIntent) und die HAW, die uns die Räume, wie schon seit 2007, kostenlos zur Verfügung gestellt hat. Vielen Dank noch einmal für die Unterstützung!

Die Tracks und Vorträge

Das Motto des diesjährigen WUD war „Designing for a future we want“. Ein sehr aktuelles und wichtiges Thema, da es auf die Verantwortung jedes Einzelnen abzielt, die Zukunft positiv mit zu gestalten, gerade auch vor dem Hintergrund des Klimawandels, wo positives Gestalten ja primär bedeutet, das „schlimmste zu verhindern“.

Wir haben das Programm so aufgesetzt, dass im Track 2 im Forum Finkenau tendenziell die Vorträge zu hören waren, die das Motto irgendwie aufgenommen haben.

Im Ditze Hörsaal (Track 1) waren daher eher die UX-Themen von Content über Strategie, KI bis zu Voice-Steuerung.

Da ich nur im Forum Finkenau war (klar, als Moderator auch nicht anders zu machen), kann ich auch nur zu den Vorträgen etwas erzählen. Eigentlich haben mir alle Vorträge gut gefallen. Julian Mengel hat in seiner „inoffiziellen“ Keynote darauf verwiesen, dass man die Zukunft am besten dadurch mitgestaltet, wenn man sie miterfindet, d.h. ein klares Zukunftsbild plant und dann daran arbeitet, dass diese Zukunft Realität wird.

Evelyn Kühn ist dann stärker auf die konkrete Möglichkeiten für UX-Designer eingegangen, die Qualität von digitalen Produkten zu verbessern. Wichtigstes Learning daraus: Man muss dem eigenen Gewissen folgen und auch NEIN sagen, wenn Anforderungen gestellt werden, die man nicht vertreten kann.

Jasmin Bomm hat diesen Faden dann direkt aufgegriffen und appelliert an das Verantwortungsgefühl der UX-Designer. Keine Dark Patterns verwenden, Barrierefrei gestalten, gesellschaftliche Konsequenzen beachten…

Ich habe nachmittags dann auch einen Vortrag gehalten, um eine Diskussion über unsere Verantwortung für das Klima zu thematisieren. Aus dem Vortrag ergab sich eine längere Diskussion unter den Teilnehmern über die Verantwortung jedes Einzelnen und die persönliche Bereitschaft, Einschränkung im eigenen Leben zu akzeptieren.

Danach wurde es im Vortrag von Susann Maßlau etwas praxisnäher, als um das agile Mindset als Grundlage für die Arbeit in digitalen Teams ging.

Den Abschluss hat dann Felix Vollmuth gemacht und über die Herausforderungen und Erfahrungen bei uIntent als selbstverwaltetes Unternehmen berichtet.

Über die Vorträge im Ditze Hörsaal kann ich nicht viel sagen. Vielleicht finde ich ja noch jemanden, der dazu auch noch was schreiben kann…

Fazit

Die viele Arbeit bei der Vorbereitung hat sich auf jeden Fall wieder gelohnt. Der Hamburger World Usability Day ist qualitativ auf einer Höhe mit den meisten kommerziellen Veranstaltungen. Nur das Essen ist nicht so feudal (gibt ja nur belegte Brötchen…), aber dafür ist der WUD ja auch kostenlos:-)

Wir freuen uns auf jeden Fall schon auf den WUD 2020…

Und noch einige Bilder

 

 
28. September, 2019

Working Products Meetup 25.09.: UX in agilen Projekten

blog:wp monthlyAm 25.09. fand das monatliche Working Products Meetup statt. Diesmal hatten wir Indra Burkart von eResult zu Gast. Sie hat von ihren Erfahrungen bei der Integration von UX in agile Projekte berichtet.

indra burkartIm wesentlichen ging es darum, regelmäßig User Feedback in die Projekte zu bekommen. Hierzu wurde einmal im Monat ein Interviewtag vorbereitet und durchgeführt, wo die Teams ihre Themen platzieren konnten. Diese Regelmäßigkeit hat Routine und Planbarkeit geschaffen und die Hürden für Nutzerbefragungen stark gesenkt. Vor allem hat es dazu geführt, dass die Teammitglieder ein besseres Nutzerverständnis entwickeln konnten.

Die Slides zu Indras Vortrag findet ihr hier: AgileUX

Uns hat Indra damit aus der Seele gesprochen. Genau dieses „User Insights in die Teams bringen ist ja auch unser Credo. Regelmäßigkeit und geringer Overhead sind hier die Schlüsselworte.

Nach Indras Vortrag gab es noch zwei Stunden intensive Diskussionen. Spannend waren die Einblicke in das SAFe-Framework, mit dem Konzerne versuchen, im großen Stil agil zu arbeiten. Per, der als Product Owner in einem SAFe Framework arbeitet, hat hier ein paar Details weitergegeben. Am interessantesten fand ich die riesigen Alignment Meeting mit mehreren Hundert Teilnehmern. Klingt verrückt, ist vermutlich aber durchaus effektiv, wenn man face-to-face mit Leuten reden kann, mit denen das eigene Projekt Schnittstellen hat. Zu SAFe sollten wir bei der nächsten Working Products Konferenz mal einen Beitrag mit aufnehmen.

 

 

 
12. September, 2019

WUD 2019: Vortragsauswahl

wud vortragsauswahl am 11.09.2019 Der Hamburger World Usability Day 2019 läuft irgendwie sehr rund in diesem Jahr. Das Programm ist noch nicht online und es gibt über 400 Anmeldungen. Wir werden uns überlegen müssen, was wir machen, wenn alle Plätze weg sind und am 14.11. noch jede Menge Leute unangemeldet kommen…

Auch der Call for Papers hat weit über 30 Einreichungen ergeben. Viele davon auf sehr hohem Niveau. Da wollten wir die Programmauswahl nicht alleine treffen und haben daher ein öffentliches Event geplant, damit die Community mit über das Programm entscheiden kann. Auch hier super Resonanz. 50 Anmeldungen, um punkte Punkte auf Vorträge zu kleben.

Gekommen sind dann, vermutlich wegen dem plötzlichen Starkregen um 18:00 Uhr, immerhin 30 Teilnehmer. Gut, dass es genug Getränke und Knabberzeug gab. Viele alte Bekannte, aber auch jede Menge neuer Gesichter.

Jeder bekam fünf Klebepunkte, die auf die Lieblingsvorträge zu verteilen waren. Dazu gab es viele Diskussionen und Debatten über die Einreichungen. Abends um 21:00 Uhr waren dann alle Punkte verteilt und es war ziemlich deutlich, welche Vorträge klar vorne lagen in der Publikumsgunst.

Das macht uns das Leben jetzt sehr leicht was die Programmgestaltung angeht. Nur noch mal durchschauen und die Reihenfolge festlegen. Eventuell noch ein/zwei Korrekturen, um z.B. den Frauenanteil zu erhöhen. Dazu gab es auch intensive Diskussionen, ob es denn überhaupt eine inoffizielle Frauenquote geben sollte. Ich finde, dass es wichtig ist. Frauen präsentieren anders als Männer (oft mehr auf die Zuhörer fokussiert und weniger auf die Selbstdarstellung…) – natürlich auch wieder ein Sterotyp, aber eins, welches zumindest durch meine subjektive Wahrnehmung bestätigt wird.

Anfang nächster Woche geht das Programm dann hoffentlich online.

Hier sind noch ein paar Bilder vom Event:

 
7. August, 2019

UX-Roundtable Kris Lohmann: Innovation im E-Commerce – mit Augmented Reality

blog-uxhh-innovation-Header mit textIm August hatten wir schon wieder den UX-Roundtable bei uns zu Gast. Diesmal mit Kris Lohmann, der über Innovation im eCommerce berichtet hat. Zum einen einen Überblick über Innovation im Allgemeinen und dann aber auch über den Einsatz von Augmented Reality. Es waren wieder eine Menge Leute dabei, die auch nach dem Vortrag noch lange diskutiert haben. Innovation ist ja auch nicht so einfach…

Ach ja, moderiert hat den Abend Kristina Zöllner. Wir haben uns gefreut, den UX-Roundtable wieder zu Gast zu haben. Hoffentlich bald wieder:-)

Hier sind noch ein Impressionen zum Abend:

 

 
2. Juli, 2019

UX-Roundtable Klaus Martin Meyer: Web-Analytics für UXler

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Am 01. Juli hatten wir nach längerer Zeit mal wieder den UX-Roundtable zu Gast bei uns. Diesmal mit Klaus-Martin Meyer und seinem Vortag „Web-Analytics für UXler“. Das Thema scheint einen Nerv getroffen zu haben. Die freien Plätze waren ruckzuck weg und die Hütte war voll.

Ist ja auch richtig so. Für gute UX ist es wichtig, alle Daten zu nutzen, die man findet. Analytics liefert ja jede Menge Erkenntnisse darüber, wie aktuelle Besucher die Website nutzen. Wo kommen sie her? Was machen sie? Wann gehen sie wieder?
Klaus-Martin hat das anschaulich mit Google Analytics erklärt und so vielen Teilnehmern die Scheu genommen, selber mit Analytics zu experimentieren.

Klaus ist seit ewig UX-/UI-Designer und arbeitet aktuell als UX-Consultant für monoki.

Die Slides zum Vortrag findet ihr auf Slideshare.

 

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18. November, 2017

Rückblick: World Usability Day 2017 in Hamburg

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Autorin: Christina Höhnen
Das Begrüßungsspiel
Am 9. November fand zum zwölften Mal der World Usability Day in Hamburg statt. Wie immer in Kooperation mit der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW) und organisiert von eparo. Neben den alljährlichen Themen der digitalen Produktentwicklung, User Experience und Usability ist “Inklusion” das Schwerpunktthema des diesjährigen #WUDHH.

Passend zum Überthema startet der WUD 2017 für die gut 500 Teilnehmer – Rekord! – mit einer spontanen Kennenlernrunde, in der sich UX-Designer, Entwickler und Projektmanager aus den unterschiedlichsten Unternehmen gegenüberstehen.

Inhalte sollen keine Einbahnstraße sein

Mit einem digitalen “Werkzeugkasten” betritt Webentwickler Jonas Jared Jacek als erster Speaker die Bühne des Forum Finkenau. Im Gepäck sind Basis-Tools und Leitlinien für Entwickler, die Menschen weltweit mit Beeinträchtigungen den Zutritt zum Internet erleichtern sollen. “Die Möglichkeit das Internet zu nutzen, unabhängig von Behinderung, ist ein wesentlicher Aspekt der Universalität des WWW”, lautet seine Grundthese. Dazu führt er die Zuhörer, nach einer kurzen Entstehungsgeschichte des Internets, in die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) ein.

Sie lassen sich im Wesentlichen auf vier Prinzipien zusammenfassen:

  1. Wahrnehmbarkeit
  2. Bedienbarkeit
  3. Verständlichkeit
  4. Robustheit

Dazu gehört neben deutlichen Kontrastwerten, skalierbaren Inhalten und Alternativtexten, vor allem die Multimodalität: “Inhalte sollen keine Einbahnstraße sein”, so Jacek. Sehbehinderte sollten alle Inhalte auch via Audio abspielen und Menschen mit eingeschränktem Hörvermögen Videos mit Untertiteln anschauen können. Für Menschen, die an Lernschwächen wie Legasthenie leiden, empfehlen sich Inhalte in einfacher und leichter Sprache. Sie können auch für Menschen ohne Leseschwäche nützlich sein – zum Beispiel, wenn wenig Zeit zum Lesen bleibt.

Wie sich das Lesen für die drei Millionen Legastheniker in Deutschland anfühlt, wird Bettina Andresen später in ihrem Vortrag über inklusives Grafikdesign zeigen: Die Buchstaben springen wild umher. Die richtige Schriftart kann Abhilfe schaffen. Neben der altbewährten “Arial” hilft, die nach der Lernschwäche benannte “Dyslexie”, das “Springen” der Buchstaben zu reduzieren.


Außerdem sollte laut den WCAG eine Webseite allein mit der Tastatur bedienbar sein. Passend dazu werden parallel im Workshop von Vera Marie Rodewald “Bananen mit Katzen gesteuert” – im wahrsten Sinne des Wortes. Die Teilnehmer sollen aus frei wählbaren Materialien Spielcontroller bauen. Wenige Stunden später wird Super Mario mit Fußpedalen aus Pappe, oder Kopfsteuerungen aus Alufolie und Eierkartons erfolgreich durch’s Kultgame navigiert.

Ist Deutschland ein Accessibility Champion?

Während Super Mario noch mit dem Sammeln von Sternen und Pilzen beschäftigt ist, zeigt nebenan das Team von eSailors in einem weiteren Workshop, wo die “Persona-Reise hingeht”. Das Thema wird in der Podiumsdiskussion “Innovation durch Inklusion” im Forum in Richtung Inklusion erweitert.“Spitze Zielgruppen und ‘Personas’ bedeuten, dass Anwendungen nur auf ein Prozent der Bevölkerung ausgelegt sind. Können wir uns das erlauben? Ich denke nicht”, so eröffnet Thorsten Wilhelm, eResult-Gründer die Runde. Mit den anderen Podiumsteilnehmern wird darüber diskutiert, wie Inhalte einem möglich breiten Spektrum zugänglich gemacht werden können und wie durch Inklusion innovative Techniken und Formate entstehen.

Podiumsdiskussion zu "Inklusion durch UX"

Während der Diskussion wird klar: Deutschland gehört noch nicht zu den Accessibility-Champions. Laut Jörg Morsbach von anatom5 seien die technischen Möglichkeiten schon da, nur der gesetzliche Druck fehle. Der könne jedoch Ende 2018 erwartet werden. Dann tritt die EU-Richtlinie 2102 auf Bundes- und Länderebene in Kraft. Das könnte neuen Schwung in die Sache bringen. Laut Brigitte Bornemann von BIT Design komme Inklusion oft nur voran, wenn jemand in den führenden Ebenen einen persönlichen Bezug zu dem Thema hat. Erleidet zum Beispiel nach einem Unfall die Frau eines CEOs bleibende Sehschäden, dann werden Ressourcen für inklusive Inhalte, der Erfahrung nach, schneller bereitgestellt.

Positive Entwicklungen gibt es aber bereits: Kirsten Bergmann von der Universität Bielefeld berichtet von Robotern, die mit autistischen Kinder interagieren. Autisten haben Probleme, Emotionen in der Sprache zu erkennen und sind oft überfordert. Die Roboter können Sprache regulieren und damit Kindern nach und nach menschliche Interaktion näherbringen.

Sprachassistenten werden immer menschlicher

Um sprechende Techniken geht es auch im Cellular-Workshop “What the Voice”. Dort konzipieren die Teilnehmer ihre eigenen “Siris” und “Alexas”. Wozu diese Sprachassistenten fähig sind, erklärt Dirk Platzek von Wunschfeld später im Ditze Hörsaal: Sie erwerben durch neue Algorithmen immer mehr menschliche Attribute und binden sich so intensiver an den Nutzer. Sprachassistenten scheinen eine Persönlichkeit und Humor zu haben, erkennen Familienmitglieder und sprechen sie gezielt an. Es sind in Zukunft noch weitere Fortschritte zu erwarten: Jede “Siri” könnte einzigartig werden, Kontext erkennen und fähig sein zu plaudern. “Nichts davon ist abwegig”, betont Platzek zum Ende.

Mittagspause: Freier Input, freie Brötchen

Gesundes FrühstückTrotz des freien Eintritts gab es – den Sponsoren sei Dank – in der Mittagspause belegte Brötchen, Gemüsesticks und Getränke. Hinter dem Catering stecken Auszubildene der Produktionsschule Altona. Dort lernen Jugendliche, die schulische Probleme hatten, ein Handwerk oder werden für die Gastronomie ausgebildet. Glaubt man meinem Geschmack und dem Teilnehmer-Lob auf der “Feedbackwall”, dann machen sie einen tollen Job.

Der Mensch gehört in den Fokus, nicht das Produkt

Nach der Pause stellt Speaker Marcel Semmler von Bauer Xcel Media  im Forum Finkenau die Frage: “Was passiert, wenn alle im Unternehmen eine gemeinsame Produkt-Denkweise haben?” Er plädiert für das “Shared product Mindset”, schließlich sei mittlerweile alles Teil des Produkts. “Shared mindset” steht dabei für eine gemeinsame Vision. Dazu brauche es mehr Transparenz, Verantwortung und Agilität. Vor allem sollen Defizite in der Kommunikationskette reduziert werden und der Nutzer im Fokus stehen.

Dieser Meinung ist auch Heiko Tullney von INDEED Innovation: “Es geht darum wie relevant ein Produkt für den Menschen ist”, erklärt er in seinem Vortrag im Ditze Hörsaal. Design sollte nicht auf das Produkt selbst, sondern auf den Anwender ausgelegt werden. Usability entstehe, wenn der Mensch beachtet wird. Wichtig seien der funktionale und emotionale Wert, sowie die soziale Komponente. Auch für Sonja Wettermann von der DIAS GmbH kann die Herausforderung der “menschlichen Vielfalt” zum Motor für ein besseres Design werden. Wer nach den Vorträgen noch Redebedarf hat, nutzt die 20 Minuten Zeit im “Speakers Corner”, um persönliche in Kontakt mit dem Vortragenden zu treten.

Neue Plattformen für inklusive Zusammenarbeit

Mit Kommunikationsbedarf kennt sich auch Jan Persiel von Designstudio Persiel  bestens aus: In seinem Vortrag im Ditze Hörsaal beschreibt er die harte Realität, die nach einem euphorisch gewonnenen Projekt-Pitch eintritt. Es geht um den typischen “Struggle” zwischen Designer, Entwickler, Datenschützer und dem lieben Kunden. Ein Kampf um Farbpaletten, Budget, Bildrechten und Timing – und das dargestellt mit einer gehörigen Portion Glitzer und Einhorn-Content. Dadurch wird er zum “Folien-Liebling” des WUD 2017.

Damit Projekte nicht wie in Jan Persiels Vortrag in der “Hölle” landen, hat er folgende Tipps parat. Unter den Protagonisten soll für Verständnis untereinander gesorgt werden. “Gebt auch ruhig mal mehr Feedback” ermutigt er. Ein weiteres wichtiges Tool sind laut ihm “Pattern Libaries”. Das sind gemeinsame Sammelstellen für Design und Entwicklung, bei denen jeder leicht Zugang auf den aktuellen Arbeitsstand und Formate für ein lebendiges Arbeiten hat. Eine weitere Ansage Persiels: ”Raus aus der Komfortzone und rein in den Browser.”, sprich das Layout dort ansehen, wo es am Ende für den User funktionieren muss und nicht in der eigenen Bearbeitungssoftware. Der Nutzer soll im Fokus stehen, deswegen ist es umso wichtiger zu sehen, wie die Inhalte auf Desktop und mobilen Endgeräten nutzbar sind.

Auch Speaker-Nachfolger Max Schneider-Ludorff von Interone ist der Meinung, dass Entwickler und Designer unbedingt auf einer Plattform zusammenfinden sollten, um Frust, Wildwuchs und unnötige Doppelarbeit zu verhindern. In seinem Vortrag an gleicher Stelle stellt er Plattformen wie “Zeplin” dar, auf denen Entwickler Vorlagen der Designer selbstständig in beliebigem Dateiformat herunterladen können. Der Designer kann sich dagegen ohne Nachfragen den CSS-Quellcode bestimmter Elemente ziehen – so entstehen Transparenz und Effizienz.

Product Discovery Workshop von Otto
Transparenter sollte auch die Webseite der HAW Hamburg gestaltet werden – vor allem für ausländische Studenten, die dort studieren möchten. Teilnehmer des Otto-Workshops “Product Discovery Methoden” stellen ihre Verbesserungsvorschläge im wohl schönsten Konferenzraum der Hochschule vor.

Währenddessen will das Team von INDEED Innovation im Workshop ”Design for the poorest communities” den Spirit von Walt Disney wiederbeleben. Mit der Disney-Methode sollen Ideen entstehen, die Gleichberechtigung schaffen – und zwar für diejenigen, die sonst in der digitalen Revolution auf der Strecke bleiben. Die Teilnehmer werden in der Findung so zu Träumern, Realisten und Kritikern. Eine vielversprechende Denkweise, die einigen sicherlich auch zukünftig bei der ein oder anderen Problemstellung helfen wird.

Der WUD Hamburg neigt sich dem Ende und die Teilnehmer stoßen mit den Speakern, Veranstaltern und Sponsoren bei Bier und Wein auf einen gelungenen WUD 2017 an. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt: Trotz der Bemühungen von eparo konnten nur wenige weibliche Speaker gewonnen werden. Auch diese Gleichstellung gehört zur Inklusion und zeigt, dass noch ein Stück Arbeit vor uns liegt. Nichtsdestotrotz bleibt ein Tag voller Input, bei dem die größte Erkenntnis eine gemeinsame ist: Wir müssen alle an einem Strang ziehen, eine gemeinsame Vision verfolgen und uns in die Perspektive von anderen hineinversetzen. Nur so kann etwas entstehen, bei der niemand auf der Strecke bleibt.

 

 
22. Oktober, 2017

Inklusion durch User Experience

blog-header holger fischer 2017Am 09.11.2017 findet der World Usability Day als weltweiter Tag für nutzbare (digitale) Produkte auch wieder in Hamburg statt. Seit 2007 organisiert von eparo in Kooperation mit der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW). Das diesjährige Schwerpunktthema: Inklusion durch User Experience (UX). UX-Experten aus verschiedenen Branchen bieten 13 Vorträge, eine Podiumsdiskussion und 10 Workshops an. In der Speakers Corner gibt es nach jedem Vortrag Raum für Austausch. Teilnehmer lernen praxisnah, wie nutzerfreundliche und nachhaltige Produkte entstehen und welche Unternehmenskulturen dafür nötig sind. Das komplette Programm findet sich hier: wudhh.de/programm. Die Teilnahme ist kostenlos.

Insgesamt gibt es an dem Tag weltweit rund 200 kostenfreie Veranstaltungen in mehr als 40 Ländern und auch Deutschland ist mit Veranstaltungen an rund 20 Standorten wieder dabei. Der WUD in Deutschland wird als Veranstaltung durch die German UPA (Berufsverband der Deutschen Usability und User Experience Professionals) koordiniert.

Wie passen Inklusion und UX zusammen?

Holger FischerDas Thema „Inclusion through User Experience“ hat auch dieses Jahr wieder viele Fragen aufgeworfen. Zwar haben wir mit 43 Vortragseinreichungen einen neuen Rekord aufgestellt. Aber auch diesmal gab es nur wenige Vortragseinreichungen zum Schwerpunktthema. Viele konnten sich nicht vorstellen, wie UX und Inklusion zusammenhängen. Wir haben Holger Fischer von der German UPA gebeten, uns genauer zu erklären, was darunter zu verstehen ist.

 

Inklusion durch positive Benutzungserlebnisse

Autor: Holger Fischer. Redaktion: Beate Winter

Inklusion durch UX – für wen?

Die Welt, in der wir heute leben, verändert sich. Dabei lassen sich insbesondere drei Gruppen von Menschen besonders herausstellen.

  1. Migranten: Kriege und Terror verursachen eine anhaltende Flucht der bedrohten Bevölkerungen. Ein großer Anteil migriert nach Europa und findet auch in Deutschland eine neue Zufluchtsstätte oder Heimat. Menschen unterschiedlicher Herkunft und Kulturen leben somit an einem Ort zusammen.
  2. Ältere: Die Altersstruktur in unserem Land verändert sich nach wie vor. Die Menschen werden immer älter und stellen einen bedeutenden Teil unserer Bevölkerung dar.
  3. Menschen mit Beeinträchtigungen: Diese dritte Gruppe überlagert sich teilweise mit der Gruppe der Älteren. Nichts desto trotz macht die Gruppe einen Anteil von fast 20% unserer Bevölkerung aus, von denen um die 60% im Alltag körperlich beeinträchtigt sind (z.B. durch Sehschwäche, Hörschwäche, motorische Einschränkungen o.ä.)

Von der Integration zur Inklusion – für ein „echtes“ Miteinander

Themen wie Integration und Toleranz werden daher großgeschrieben oder zumindest kundgetan. Was bedeutet jedoch Integration? Integration beschreibt die allgemeine Eingliederung von bisher aus verschiedenen gesellschaftspolitischen und sozialen Gründen ausgeschlossenen Menschen oder Gruppen. In der tatsächlichen Ausprägung zeigt sich jedoch, dass Gruppen zwar verstärkt integriert werden, gleichzeitig allerdings weiterhin unter sich in Gruppen abgegrenzt sind und der Austausch häufig nur begrenzt stattfindet. Was wir für ein gemeinsames Miteinander benötigen, ist die nächste Stufe der Inklusion. Die Inklusion beschreibt den Einschluss bzw. die Einbeziehung von Menschen in die Gesellschaft. Die folgende Abbildung verdeutlicht den Wandeln von der Integration hin zur Inklusion.

Integration vs. Inklusion

Abbildung 1: Integration vs. Inklusion
Adaptiert entlang der CreativeCommons Attribution-Share Alike 3.0 Unported Lizenz, basierend auf dem Original von Robert Aehnelt

UX für digitale Helfer: Barrieren abbauen. Arbeitsplätze schaffen. Wandel gestalten.

Die aktuelle Digitalisierung oder digitale Disruption verändert unser Leben in vielen Bereichen, angefangen von unserem Privatleben über die Art der Kommunikation bis hin in unsere Arbeitswelt. Junge Leute werden mit dieser Digitalisierung groß und werden von den Älteren häufig nicht mehr verstanden. Diese Art des Wandels durchleben wir allerdings bereits seit Jahren. Auch die Einführung des Telefons bzw. Fernsprechers hat schon in der damaligen Zeit eine kleine Revolution ausgelöst. So anstrengend die Digitalisierung teilweise beispielsweise in Bezug auf den Anstieg des E-Mails-Verkehrs auch sein kann, bringt sie auch viele Vorteile mit sich. Sämtliche Bevölkerungsgruppen lassen sich unabhängig ihrer Einschränkungen, Fähigkeiten, Kulturen, Sprachen, etc. zusammenbringen und können durch angemessene Konzepte und Lösungen bspw. besser und eigenständiger ihr Privatleben gestalten oder Behördengänge verstehen und absolvieren. Hierbei zeigt sich auch eines der wesentlichen Konzepte hinter dem Schlagwort „Arbeit 4.0“: Digitale Assistenzsysteme können Arbeitsplätze im Alter sichern, Barrieren aufheben und eine Vielzahl von Menschen überhaupt erst am Arbeitsleben teilhaben lassen.
Diese digitalen Helfer, die uns im Privat- als auch Arbeitsleben unterstützen, lassen sich allerdings erst sinnvoll einsetzen und leisten erst dann eine angemessene Unterstützung, wenn die Usability der Lösung sichergestellt und eine positive User Experience fokussiert wird. Das bedeutet vor allem auch die aktive Partizipation der Menschen bei der Konzeption und Ermittlung der wahren Erfordernisse hinsichtlich der Lösung.

Relevante Themen, welche die Inklusion und User Experience gemeinsam betrachten sind z.B. Universal Design, Barrierefreiheit, nutzbare Behörden-Webseiten, Schutz vor Mobbing durch künstliche Intelligenz, Sozialer Wandel durch soziale Medien oder Inklusion durch Kollaboration u.v.m.

Beispiele für positive User Experience

Ein paar von zahlreichen schönen Beispielen wie Inklusion durch eine positive User Experience beeinflusst werden kann, sind die Projekte der SOZIALHELDEN.de. So verschafft die Wheelmap.org Rollstuhlfahrenden einen Überblick über rollstuhlgerechte Orte. Der DialogBereiter.de  trägt sowohl gute als auch schlechte Erfahrungen von Behördenmitarbeitenden, Freiwilligen und Geflüchteten zusammen und bietet damit Unterkunftsbetreibern oder Freiwilligeninitiativen einen guten Startpunkt, sich in der Nachbarschaft für das Miteinander mit Geflüchteten zu engagieren.

Die Themen Inklusion und User Experience ergänzen sich prächtig. Sei engagiert und beteilige Dich am World Usability Day mit Deinem Beitrag für eine schöne Zukunft.

 
25. August, 2017

Rückblick auf die Working Products 2017

blog header- working products 17 reviewUm nicht selber über unsere eigene Konferenz zu berichten, haben wir Susanne Kreuz, eine befreundete UX-Designerin, zur Working Products eingeladen und sie gebeten, einen persönlichen Erfahrungsbericht zur Working Products zu schreiben. Hier ist er:

Susanne Kreuz berichtet von der Working Products 2017

Produktmanager (fast) unter sich

Die Aufgaben und Probleme, mit denen sich Product Owner, Product Manager und Product Designer, digitale Strategen und externe Berater herumschlagen, sind gar nicht so sehr verschieden: Sind wir doch alle für die Entwicklung und Betreuung digitaler Produkte und Services verantwortlich – bestenfalls! Wie die weiteren Diskussionen und Gespräche bestätigen, stoßen wir dabei oft an dieselben Grenzen und Widerstände: innerhalb und außerhalb von Projekten und Teams genauso wie in der Zusammenarbeit mit dem Management. Trotz fundiertem Know-How und schicker Zertifizierungen will das mit der Digitalisierung einfach nicht so richtig funktionieren.

Working Products 2017Was ist also unser Problem? Das herauszufinden und gemeinsam mit den Teilnehmern passende Lösungen zu entwickeln, hat sich Rolf auf die Fahnen der Working Products geschrieben. Gleich vorneweg gesagt: Es gibt sie noch, die guten Konferenzen! Die Konferenzperle im Norden ist ein Leuchtturm für alle, die sich mit digitaler Produktentwicklung beschäftigen. Die Teilnehmer können sich zwischen zwei parallelen Tracks entscheiden, wobei es einerseits um „softe“ Themen wie Produkt- und Kundenkultur im Unternehmen und neue Formen der Organisation und Zusammenarbeit geht. Auf der anderen Seite werden die dazu passenden Methoden und Prozesse vorgestellt. Da ich mich nicht zweiteilen kann, habe ich mir die Vorträge rund um Methoden und Prozesse angesehen und kann darüber jetzt berichten

AGILIEN ODER: IN WELCHER WELT ARBEITEN WIR EIGENTLICH?

„Agil ist nie im ganzen Unternehmen angekommen“, behauptet Christian Becker. In seinem Vortrag Management versus Produkt geht Christian hart mit „denen da oben“ ins Gericht. Und vergleicht ein agil und lean aufgestelltes Entwicklungsteam mit dem kleinen gallischen Dorf, in dem Asterix und Obelix unbeirrt die Stellung halten. Denn in der Realität werde Lean PM nur als schöne Fassade implementiert, da sei aber nichts dahinter. MVPs werden als outdatet abgewunken, wurden aber nie richtig verstanden. Schuld an allem sei das Produktmangement, das angeblich Wissenslücken habe und Erwartungen nicht erfülle – das behaupten zumindest Management und Geschäftsführung. 90 % aller Probleme liegen zwischen PM und Management, kontert Christian selbstbewusst. Das Management habe ein Missverständnis, was agil eigentlich bedeute. Aufklärung tut also Not, und so leitet Christian mittlerweile sein eigenes Unternehmen leanproductable.

Christian BeckerIn seinen Projekten geht es dabei um die Kernfrage: „Warum wollen wir wie arbeiten?“ Eine allgemeine Antwort gibt es nicht, und jedes Unternehmen ist angehalten, sich eine individuelle Vorgehensweise zu erarbeiten. Als Methode seiner Wahl stellt Christian uns den Strategy Brief vor. Dabei orientiert er sich an The Art of Action, dem Buch des strategischen Managementberaters Stephen Bungay. Ein Workshop über 3-4 Stunden sollte ausreichen, um gemeinsam die folgenden Fragen zu beantworten:
1. Context: Warum mache ich das jetzt?
2. My intent: Was wollen wir erreichen und wie messen wir das?
3. Higher intent: Wie passt das zur Unternehmensstrategie?
4. Key tasks: Was muss ich grob tun und mit welchen Ressourcen?
5. Boundaries: Welche Rahmenbedingungen muss ich beachten?
Wer es nach einem Vortrag noch etwas genauer wissen möchte, kommt einfach in die Speaker‘s Corner: Für 30 Minuten kann man direkt beim Redner nachhaken. Oder spontan eigene Erfahrungen teilen, egal ob positive oder negative. So schütten einige Besucher ganz unbefangen ihr Herz aus, und aus den individuellen Pain Points entwickeln sich schnell intensive Gespräche: Was tun, wenn die Strategie des Unternehmens einzig darin besteht, den Umsatz zu steigern? Wenn wegen lauter neuen Features keine Zeit zur Bestandspflege bleibt? Wenn Produkte aus der analogen Welt in eine mobile App gepresst werden, aber die digitale Welt offensichtlich anders funktioniert? Probleme mit der Organisation, dem Chef und Kollegen lassen auf Augenhöhe leichter äußern als mit dem Mikro vor dem versammelten Publikum. Zudem ist in der kleinen Runde die Trennung zwischen „der da vorne = allwissend“ und „die Zuhörer = unwissend“ weitgehend aufgehoben.

ESSEN IST SILBER, REDEN IST GOLD

Auf den ersten Blick könnte man meinen, das Format von 2 x 3 parallelen Vorträgen verteilt auf 2 Tage sei ein bisschen wenig für‘s liebe Geld (das Ticket kostet 540 €). Sind die Pausen dagegen nicht zu reichlich? Und an den Nachmittagen soll man auch noch selbst aktiv werden… Egal, wenn mich ein Thema gerade nicht interessiert, geselle ich mich ans Buffet.

Dort finde ich immer super leckere Nervennahrung, von Brownies bis Obst, und – ganz große klasse – auch eine Auswahl für Vegetarier, Veganer und Allergiker. Ich gebe zu, das gemeinsame Frühstücken am morgen, das ausgiebige Mittagessen und das Grillen am Abend nach einer ziemlich verfressene Angelegenheit klingt. Doch wer schon mal in einer WG gewohnt und die Küche als das Zentrum der Kommunikation schätzen gelernt hat, weiß um die soziale Rolle das Essen auf Konferenzen. Während ihr lest, komme ich ganz locker mit meinen Nachbarn ins Gespräch. Und lerne Sabrina und Annabell kennen, Trainees bei Burda Direct, die extra aus Offenburg und München angereist sind, alle Achtung!

WAS IST EIGENTLICH DER AUFTRAG?

Zurück zum offiziellen Programm. Die Zauberformel, die ich im Laufe der Konferenz noch öfter höre, lautet Autonomy through Alignement. Marc Kadish, Director Product bei Xing, wird die zugehörige Methode Auftragsklärung am Freitag vorstellen. Doch so lange will das werte Publikum nicht warten. Gut, dass es die Open Sessions am Nachmittag gibt.

SessionplanungIn der großen Runde sammeln wir Vorschläge und spendieren dem Thema eine eigene Sitzung. Sieben weitere schaffen es aufs Whiteboard, von der „Innovation im Bestandsprodukt“ bis zu „Neuen Services für autonome Fahrzeuge“. Nicht alle Themen finden später den zuvor erklärten Anklang. Auch mein Vorschlag „Freelancer im Konzern“ fällt mangels Publikum aus, aber das macht nichts. Ich nutze die Gelegenheit und lausche erneut Christian, der uns den von Xing adaptierten „Canvas for collaborative alignement“ erklärt. Wir füllen unser Template mit einem praktischen Beispiel „PayPal als neue Zahlungsart im Online-Shop einführen“. Im Team schreiben wir Aussagen auf Post-Its und kleben sie aufs Flipchart; diskutieren, verwerfen und hinterfragen, bis alles richtig zusammen passt. Unser Gemeinschaftswerk dokumentiert und kommuniziert Entscheidungen auf Papier und lässt sich bei Bedarf anpassen. Und das abgestimmte Ergebnis kann ich für alle sichtbar an der Wand platzieren. Toll, dass die großzügige Planung der Konferenz genug Zeit und Raum zum Lernen lässt, der im Alltag meist fehlt.

BRAUCHEN WIR EINE SCHOCKTHERAPIE?

Kurz darauf finde ich mich in der Session von Jutta, Digitale Strategien und Konzepte. Wir sind beide Freelancer und ich überlege, ob ich ihre Job-Bezeichnung übernehmen sollte. Werde ich doch laufend mit unpassenden Anfragen überhäuft: von UI Design über Werbebanner-Gestaltung bis Frontend-Entwicklung. Doch auch Jutta hat sichtlich Probleme damit, was ihre Auftraggeber unter Human Centered Design verstehen: Mal wird der Kontakt mit den eigenen Kunden verboten, mal legt das Management die vermeintlich fertige Konzeption vor. So lautet ihre Frage in die Runde: „Was tun, wenn es im Projekt kein gemeinsames Mindset in Sachen Nutzerzentrierung gibt?“ Benno, ebenfalls Freelancer, bringt das Manko unseres Tuns auf den Punkt: „Konzeption ist nunmal unsichtbar“. Das Standing im Team hänge auch immer davon ob, ob der Fachbereich oder die Geschäftsführung ihn beauftrage. Manche Kunden lassen sich nicht so einfach mit Argumenten überzeugen. Und was dann? Auch Dirk, freier Digital Consultant, kennt das Problem: „Zwischen Wunsch und Wirklichkeit klafft oft eine riesige Lücke. Dann bin ich froh, wenn ich wenigstens einige Aspekte umsetzen und mich der idealen Welt annähern kann.“ Schon um der eigenen Gesundheit willen empfiehlt es sich, nicht gleich zu resignieren. Bleiben wir also optimistisch und lenken den Blick auf das Positive.
Arbeit in der SessionInteressant wird es, als sich Iris zu Wort meldet. Sie verantwortet das Marketing und spricht aus Sicht der Auftraggeber: „Ja, wir haben ein Problem, sonst hätten wir uns keine Agentur geholt. Doch dann kommt das schreckliche Gefühl: Alles was wir bisher gemacht haben, ist falsch!“ Da müsse man auf Kundenseite erst mal seinen emotionalen Schock überwinden. Nicht jeder sieht in Kritik sofort eine Chance auf Neubeginn, da sind Empathie und Einfühlungsvermögen gefragt. Stimmt, denke ich – auch als Externe muss ich in jedem neuen Projekt meinen Realitätsschock überwinden: Ausloten, was machbar ist, annehmen oder absagen, bleiben oder gehen. Ich nehme mir vor, beim nächsten Mal Rolf’s Vorschlag zu beherzigen: „Manchmal kommt in einem Projekt der Punkt, da muss ich als Dienstleister klar machen: So kann ich nicht weiter arbeiten! Dann hört man mir auch wieder zu.“

WAS SOLL ICH BLOSS ANZIEHEN?

Am Vortragspult steht Heide Peuckert, „Mutter aller Produkte“ und Head of Product der Njiuko GmbH. Die einzige Frau unter den insgesamt 12 Rednern trägt einen bunt gemusterten Jumpsuit. Und erzählt, dass sie von den Herren der Old Economy ernster genommen wird, wenn sie dem Klischee der „freakigen Kreativen im schrillem Outfit“ entspricht. Am nächsten Tag trägt sie lockere Streetwear im corporate Design. Die „Frau im Hoodie“ steuert in der Software-Agentur die Web- und Mobile-App-Entwicklung. Als Kapitän eines Piratenschiffes steuert sie ihr Team an der Schnittstelle zwischen UX, Technik und Business. Als Product Owner adoptiert sie die Produkte ihrer Kunden, erstellt User Stories und vertritt die späteren Anwender. Auf Kundenseite steht ihr ein Projektmanager gegenüber, der den Business Input liefert. Heide verkauft ihm Sprints anstatt Features, und überlässt die Diskussion übers Budget ihrem Chef.
Björn-Torge SchulzDass der Dresscode auch auf Konferenzen wichtig ist, erfahre ich später von Benjamin: „Ich bin sehr froh, hier nicht im Anzug herumlaufen zu müssen!“ erzählt mir der Geschäftsführer aus Berlin. „Männer haben ja nicht so die Bandbreite an Klamotten: entweder Hemd und Hose, oder Jeans und T-Shirt.“ Meine Nachbarin im Hemdblusenkleid stimmt zu: nicht zu formal, aber auch nicht zu leger sollte es sein. Und trotzdem partytauglich, denn unser Abend klingt trotz Regenschauer gemütlich aus, mit Grillen im Hof und Musik vom DJ.

WANN IST DAS FERTIG?

Doch zurück zum Wetterbericht. „Wir schätzen heute mal nicht“, empfiehlt Mathias Schröder, Agile Coach beim Logistikunternehmer Kühne und Nagel. Sein Ziel ist es, uns den Zungenbrecher Probabilistisches Forecasting näher zu bringen. Schließlich lautet die zentrale Frage in jedem Produkt: „Wann ist das fertig?“ Weil es heutzutage in der Produktentwicklung genauso komplex und dynamisch wie beim Wetter zugeht, kann niemand eine absolut richtige Antwort geben. Deshalb schlägt Matthias vor, lieber mit Wahrscheinlichkeiten zu arbeiten. Dazu müssen wir aber erst einmal Daten sammeln, um Zeitaufwand und Kosten zu schätzen. Logisch: Je weiter wir in die Zukunft blicken, desto ungenauer wird unsere Vorhersage. Ich staune über Monte-Carlo-Simulationen und Skeddar-Plots, die Daten aus der Entwicklung aufbereiten. Für mich als Freelancer ist die Methode nur bedingt geeignet.

ALLES NUR EIN SPIEL?

Bevor die Konferenz zu Ende geht, will ich unbedingt noch das Project Manager Game ausprobieren. Meine Spielfigur ist eine blonde Projektmanagerin mit Brille. Um zu überleben, muss ich zahlreichen Kollegen aus Entwicklung, Management, Marketing und Design ausweichen. Immer schneller tauchen neue Figuren auf dem Bildschirm auf. Es braucht meine ganze Aufmerksamkeit, damit wir nicht unsanft zusammen stoßen – ganz wie im echten Projekt :-)

Productmanager-Game Ich staune nicht schlecht, denn Malte hat das Spiel in dem Prototyping-Tool Axure programmiert hat. „Das kannst Du theoretisch auch, Du warst doch in unserer Schulung!“ grinst er mich an. Stimmt, denn im Grunde ist das Game nichts anderes als ein interaktiver Klick-Dummy! Das Geheimnis liegt darin, den Elementen auf verschiedenen Layern bestimmte Ereignisse und Aktionen zuzuweisen.
Ich überlege gerade, welche Widgets Malte wohl verwendet hat, als ich mich ein Zuschauer anspricht: „Sag mal, was machen die von eparo eigentlich sonst noch?“ Wenn das mal nicht für die vornehme Zurückhaltung des Veranstalters spricht, die Konferenz nicht zur Eigenwerbung zu missbrauchen! Andererseits ist es mal wieder an der Zeit, eine Lanze für qualitatives User Testing in Zeiten von Analytics und datengetriebener Produktentwicklung zu brechen. „Data driven ist nicht gleich Data Informed“, hatte uns Marc Kadish, Director Product bei Xing, am Vormittag mit auf den Weg gegeben. Und eingebläut, dass der Mensch zwar aus Erfahrungen lerne, aber nicht sicher sein kann, ob seine Erkenntnisse auch in der Zukunft funktionieren. Und dagegen hilft nur: Hypothesen formulieren, Experiment aufsetzen und validieren, Ergebnis messen und bewerten! Und zwar am besten im Team, denn das hat die größte Kompetenz, um eine Lösung zu finden.

Mit vielen neuen Methoden und einem Glückskraut im Gepäck mache ich mich nach zwei langen Tagen auf den Heimweg. Und überlege mir, wie ich die vielen Anregungen, praktischen Tipps und strukturierten Vorgehensweisen am besten in meinen Projektalltag integriere. Eins ist sicher: Der digitale Wandel wird nur funktionieren, wenn wir über Team- und Abteilungsgrenzen auf Augenhöhe zusammen arbeiten, mit einer handfesten Strategie, und in einer offenen und vertrauensvollen Kultur.

working products 2017Herzlichen Dank an alle Teilnehmer und Redner, die mit bestem Beispiel voran gegangen sind! Und besonders an Rolf und das Organisationsteam, die stets mit einem offenen Ohr auf die Bedürfnisse der Besucher eingehen und zeigen, dass schon kleine Veränderungen am Setting positiv wirken und Teilnehmer glücklich machen. Psst, nicht weiter sagen: Hamburg und die Working Products sind unbedingt eine Reise wert!

Hier noch ein paar Zitate von den Teilnehmern:

„Habe Denkanstösse für ein nutzerzentriertes Mindset bekommen“
„Habe große Lust, am Montag wieder ins Büro zu gehen, die vielen Anstösse im Arbeitsalltag gleich auszuprobieren!“
„Gute Community, tolle Atmosphäre, familiär““
„Genug Zeit für Begegnungen und gemeinsames Abhängen“
„Für mich als Hamburger ein Heimspiel, sehe Freunde, fast ein Klassentreffen“
„Schonungslose Darstellung, viel Respekt und Selbstreflexion“
„Praktische Informationen aus der Praxis!“
„Schätze sehr den Austausch über den Tellerrand, sonst spricht man ja nur mit internen Kollegen“
„Nicht zu groß, man kommt quasi mal mit jedem ins Gespräch!“
„Auf große Konferenzen gehe ich nur noch mit Kollegen, sonst steht man da allein und einsam rum, schrecklich…“
„Das offene Konferenz-Format wird sich durchsetzen, passt ja auch zu Lean!“

Alle Fotos ©Beata Lange

 
22. Mai, 2017

Therapeutisches Videospiel „Memore“ in der Produktreiferei

Wir waren selbst neugierig und haben Memore ausprobiert :-)

Wir waren selbst neugierig und haben Memore ausprobiert.

In der Produktreiferei testen wir innovative Startup-Produkte. Diesmal haben wir die therapeutische Videospielkonsole MemoreBox mit drei 70+ Probanden über drei Stunden getestet und spannende User Insights gesammelt!

Gaming mal anders!

Am 11. Mai haben wir die therapeutische Videospielkonsole MemoreBox getestet. Memore wird vom Social Startup RetroBrain entwickelt und wurde speziell für Senioren konzipiert. Über die gestenbasierte Steuerung mit einer Microsoft Kinect werden am TV mit verschiedenen Spielen Gleichgewichtssinn und Beweglichkeit trainiert – das mussten wir unbedingt testen! Also haben wir drei Nutzer im Alter von 70+ eingeladen, vor einen großen Fernseher gestellt und dann einfach mal geschaut, was passiert. Fazit: Unsere Probanden haben sich generell gut in den einzelnen Spielen zurechtgefunden. Bei der Navigation durch das Menü haperte es an einigen Stellen, aber der Spaßfaktor stimmte auf jeden Fall! Können wir auch so bestätigen. Wir waren selbst neugierig und haben Memore ausprobiert :-)

Testbeobachtung

Trotz des guten Wetters am Testtag kamen zahlreiche Produktreifer zur Testbeobachtung. Während wir den Probanden beim Spielen von Memore zuschauten, hielten wir die beobachteten Reaktionen und Probleme direkt auf Post-Its fest.

Nach jedem Test wurden die zahlreichen Notizen auf unserer über 20m² großen Whiteboardwand gesammelt. So füllte sich der Raum schnell mit vielen bunten Post-Ist. Testauswertung

Nach den Nutzertests haben wir die Post-Its gemeinsam sortiert und zu Clustern zusammengefasst. So zeigte sich schnell, an welchen Stellen es Nutzungsprobleme gab. Zusammen mit RetroBrain haben wir mögliche Optimierungsansätze für das Interface und die Gestensteuerung erarbeitet und diskutiert und den Abend dann gemütlich bei einem Bierchen ausklingen lassen. Unser Learning: Gesten, bei denen der Nutzer die Arme oder Beine heben muss, sind vollkommen neu und ungewohnt. In diesem Feld Interaktionen zu gestalten ist echt nicht so einfach. ;-)

PostIts

Was tun wir in der Produktreiferei?

Startup-Produkte aller Art werden in der Produktreiferei mit der Nutzerzielgruppe auf ihre User Experience und Usability getestet. Zu jedem Termin gibt es von uns ein kostenfreies Mini-UX-Testing für ein Startup. Über unser Meetup laden wir euch zum Mitmachen ein. Ihr könnt die Nutzertests gemeinsam mit uns beobachten, lernen, wie UX-Tests funktionieren und dabei helfen, die Produktideen zu verbessern. Genaueres könnt ihr hier nachlesen.

Du hast eine Produkt-Idee, die getestet werden soll? Schreib uns: https://www.eparo.de/produktreiferei