eparo – Digital Service Design

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27. Mai, 2014

IA-Konferenz 2014: Mein persönlicher Rückblick

IA-Konferenz 2014 header

Auch in diesem Jahr waren wir wieder bei der IA-Konferenz in Berlin. Als Silber-Sponsor und außerdem mit zwei Vorträgen und einem Axure Workshop. Natürlich alle sauber durch den Call for Papers eingereicht und ausgewählt.

Viele Freunde getroffen, ein paar Inspirationen und die Erkenntnis, vieles schon ganz gut zu machen.

„Brand Experience“ als zentrales Thema

Notizen und Methodenkarten

In derletzten Woche war ich wie jedes Jahr auf der IA-Konferenz. IA steht für „Informationsarchitektur“. Zum Glück reden inzwischen alle von UX (= „User Experience“). Das mit dem „IA“ erinnert mich irgendwie immer an Esel.

Dieses Jahr stand die Konferenz unter dem Motto „Brand Experience“. Ein spannendes Thema, da es die aktuell etwas entfremdeten Lager Kunde=Brand und User=UX vielleicht wieder zusammenbringen kann. Man konnte schon an den Klamotten erkennen, dass dieses Jahr deutlich mehr „Werber“ bei der Konferenz waren.

Natürlich gab es auch wieder Methodenkarten – und zwar die Nummern 75-89. Keine Ahnung, wo die diese ganzen Methoden zusammensuchen. Die wurden jedenfalls wieder rege getauscht. Ich hab am Schluss geschwächelt und es fehlen mir zwei Karten (79 und 89: wer die über hat: bitte schicken).

Durchwachsene Vorträge

Natürlich war das Programm teilweise sehr markenlastig. Irgendwann am zweiten Tag konnte man dann das Word „Marke“ nicht mehr hören. Leider waren mir die meisten „Marken“-Vorträge zu allgemein und haben das Zusammenspiel von Marke, User Experience und Interaktion zu wenig beleuchtet.

Gut gefallen haben mir Amir Mirsahi mit „Customer Decision Journey“, Rupert Platz mit „Folgst du noch oder formst du schon?“

Sehr unterhaltsam war auch Oliver Gerstheimer mit seinem Appell an Ehre und Leidenschaft der Designer. War lustig, wie alle Zuhörer durch ihre Hände starrten.

Immer wieder schön sind auch die Eindrücke, die Sabine Stössel aus Afrika mitbringt. Der Kreditkartenleser für jedermann könnte die Probleme bei Mobile Payment lösen…

Aber es gab leider auch viele oberflächliche und uninspirierende Vorträge. Da bin ich dann lieber raus gegangen…

Iris und Markus zu „Marke in der Interaktion“

Iris Viebke und Markus WienenIris Viebke (inMind Experts) und Markus Wienen (eparo) haben in ihrem Vortrag unser neuestes Testformat vorgestellt. Zusammengefasst: Usability-Test machen, Mimik und Körperhaltung filmen, „Micro-Expressions“ analysieren und Emotionen zu Interaktionen zuordnen.

Damit lässt sich dann belegen, dass ein Formular Ekel auslöst.

Dem Ganzen liegt das Konzept der Basisemotionen von Paul Ekman (http://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Ekman) zugrunde. Diese Emotionen lassen sich nicht bewusst steuern. Wenn ich mich freue, dann sieht man das, zumindest für die ersten 40-100 Millisekunden. Dann kann das Bewusstsein eingreifen und wieder auf Pokergesicht umschalten.

Geschulte Beobachter können diese Basisemotionen lesen und klar benennen. Das haben Iris und Markus im Rahmen von Usability-Test gemacht und können jetzt Emotionen in der Interaktion nachweisbar dokumentieren.

Rolf zu „Gemeinsam sind wir stark“

Rolf beim VortragIch habe auch einen Vortrag gehalten. Ursprünglich wollte ich ein paar meiner Lieblings-Tools für Service Design Projekte vorstellen. Habe dann bei der Vorbereitung aber gemerkt, dass es viel wichtiger ist, erst mal klar zu machen, warum digitale Services nur im Team entstehen können. Und bei Team meine ich die Kombination aus Kunde/Auftraggeber und Dienstleister.

digital ist komplex kompromiss kunst.jpg„Digital ist komplex, Kompromiss und Kunst“ – das Chart kam wohl gut an. Es ging jedenfalls häufig in Tweets rum. Das war das Plädoyer für eine frühe und enge Zusammenarbeit, da man komplexe Kompromisse nicht mehr erklären kann und es für Kunst keine Akzeptanzkriterien gibt.

Der Vortrag liegt auf Slideshare

 

 

Bis denne…

eparo auf der IA-Konferenz 2014

Insgesamt ist die IA-Konferenz für mich immer eine Art Familientreffen. Ich sehe alte Bekannte wieder und lerne motivierte und qualifizierte Menschen kennen.

Ach ja, Sponsor sind wir eigentlich nur, damit wir beim Mittagessen einen garantierten Sitzplatz haben und unsere Taschen deponieren können.

Bis nächstes Jahr – und tausend Dank an die Organisatoren (Jan, Norbert, Piet, Stephen, Wolf)

 
20. Mai, 2014

eparo auf der Deutschen Konferenz für Informationsarchitektur (IA-Konferenz), Berlin

Termin: 23./24.05.2014
Thema: Brand Experience
Ort: Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Markgrafenstr. 38, 10117

Berlin – Bereits zum achten Mal findet die Konzepter-Konferenz in Berlin statt. eparo ist auch diesmal wieder als „Silber-Sponsor“ dabei. Wir sind mit zwei Vorträgen und einem Workshop vertreten. Außerdem verlosen wir wieder eine Axure-Lizenz. Einfach die Visitenkarte an unserem eparo-Stand in die Verlosungs-Box werfen!

Genauere Infos zur Ziehung: Letzter Teilnahmetag: 24.05 bis 20:00 Uhr. Die Ziehung findet am 28.05.14 statt & wird als Video bei Facebook veröffentlicht. Es wird eine zufällige Ziehung zwischen Likes und eingeworfenen Visitenkarten auf der iA-Konferenz sein. Den Gewinner werden wir elektronisch entweder per Facebook-Nachricht oder per Email kontaktieren. Die übermittelten Daten werden ausschließlich zum Zweck der Ermittlung des Gewinners erhoben.

eparo-Workshop

22.05., 14:00 – 18:00 Uhr, KALKSCHEUNE – Seminarräume, 1. Stock – Johannisstr. 2, 10117 Berlin

Rolf bietet einen Workshop an: Responsive Prototyping mit Axure 7 – Mit den neuen Features von Axure 7 coole „Responsive Prototypes“ bauen.
http://2014.iakonferenz.org/workshops#6

eparo-Vorträge

23.05., 10:40 – 11:15 Uhr, Saal 2

Markus (eparo) und Iris Viebke (InMind) sprechen zum Thema „Markenwerte in der Interaktion“. Wie wir Brand Experience messen können – und warum wir das tun sollten
http://2014.iakonferenz.org/sprecher#3

24.05., 10:40 – 11:15 Uhr, Saal 2

Rolfs Vortrag hat dieses Jahr das Thema „Digitales Service Design – Gemeinsam sind wir stark“. Co-Creation, Participatory-Design – Das Zusammenspiel von Kunde, Agentur und Nutzer
http://2014.iakonferenz.org/sprecher#17

 

Tickets

Als „Silber-Sponsor“ haben wir die Möglichkeit Rabatt-Codes für die Teilnahme an den iA-Workshops am Donnerstag zu vergeben. Bei Interesse bitte eine kurze Nachricht an info@eparo.de

 
20. Mai, 2014

Was User lesen wollen – User Centered Content Schulung für Online-Redakteure und Texter

Was müssen Redakteure und Texter wissen, um erfolgreiche Texte zu schreiben? Wie sieht Content aus, den User auch wirklich lesen? Klar ist: Gute Online-Texter brauchen heute mehr als nur eine „Gute Schreibe“. Sie müssen zusätzlich wissen, wie Online-User wirklich „ticken“, wie sie sich durch Webseiten bewegen und wie sie einenbestimmten Content finden. Und dazu natürlich auch noch optimiert für Google.
Genau das vermittelt unsere neue User Centered Content-Schulung.

User Centered Content - Anforderungen an Redakteure
User Experience, Journalismus & SEO: Die Schulung verbindet 3 Kerndisziplinen für guten Content

In der Schulung werden Erkenntnisse aus drei Disziplinen zusammengebracht, die sonst nur separat betrachtet werden: User Experience, Journalismus und Suchmaschinenoptimierung. Die Schulung ist konzipiert für zwei Tage und vermittelt Basis- und Expertenwissen. Die Schulungsleiter Rolf Schulte Strathaus (Geschäftsführer eparo GmbH) und Online-Journalist Mirko Gründer setzen neben der Vermittlung von Fachwissen vor allem auf praktische Beispiele und Anwendungs-Übungen. Das Besondere: Für jede Schulung werden in einem separaten User-Test Beispiele gewonnen, die exakt zum Arbeitsbereich der zu schulenden Redakteure passen.


Das Ergebnis der Schulung: Ein Geisteswandel in der Online Redaktion

In unserer letzten Schulung saßen Online-Redakteure einer großen Einzelhandelskette. Das Feedback nach der eintägigen Schulung war extrem positiv. „Ab morgen schreibe ich definitiv anders!“ war sich nicht nur ein Teilnehmer sicher. Ebenso wie die Kombination der Themen hat dabei auch das Zusammenspiel unserer Trainer überzeugt: Rolf Schulte Strathaus testet, konzipiert und optimiert seit über 15 Jahren nutzerzentrierte digitale Services. Mirko Gründer arbeitet als freier Journalist seit über acht Jahren an der Schnittstelle aus Text und Suchmaschinenoptimierung.
Die nächsten Schulungstermine sind bereits geplant…

Anfragen gerne an training@eparo.de

 
12. Mai, 2014

Beobachten – die Basis für nutzerzentriertes Service Design

Richtig beobachten – das ist eine der Kernkompetenzen des digitalen Service Design. Nur erfahrene Experten wissen, was sie in User-Tests be(ob)achten müssen und wie sie daraus nutzerfreundliche Konzepte entwickeln. Denn nur sie können erkennen, was nicht offensichtlich, aber oft wegweisend ist.

Geschult beobachten = Sehen, was beobachtens-wert ist

Geschult beobachten heißt sehen, was Beobachtens-Wert ist

Geschultes Beobachten: sehen, wissen, einordnen.

Beobachten ist keineswegs trivial. Und vor allem: Beobachten ist weit mehr als nur zusehen. Als Methode beruht Beobachten auf Erfahrung und Fachwissen. Geschultes Beobachten bedeutet daher zuallererst: Der Beobachter muss wissen, was überhaupt einer Beobachtung wert ist. Sehen kann man Vieles. Doch das zu erkennen, was wirklich weiterführt, ist eine Kompetenz.

Beobachtenswert ist nicht das Offensichtliche

Fast immer geht es dabei nicht um das, was offensichtlich ist, sondern um das Unerwartete, Indirekte und um das, was gerade nicht passiert. Wenn Nutzer in einem Test eine Bühne nicht beachten, einen aus Anbietersicht klaren Mehrwert nicht wahrnehmen oder einen Call to Action einfach ignorieren, dann sind genau das die Ansätze für eine nutzerzentrierte Gestaltung.

„Observation forces us to focus on the actions that we are trying to support through design, rather than the things (or services – MW) we will ultimately produce.“ (Jane Fulton Suri, Partner & Creative Director at IDEO)

Beobachtet wird die Nutzung – nicht der Nutzer

Beobachten ist eine Kernaufgabe nutzergetriebener Innovation, denn im Zentrum jeder Beobachtung stehen User. Oder besser: ihre Handlungen. Denn auf der Suche nach Design- oder Service-Innovationen zählen am Ende natürlich nicht die Eigenschaften der User (wie Alter, Einkommen etc.), sondern es zählt die Art und Weise, wie ein Nutzer mit einem Problem oder Service umgeht und interagiert. Beobachtet wird, was Nutzer tun und was sie nicht tun – und genau diese Nutzungsmuster leiten die Konzeption an.

Beobachten – die Grundzutat für digitale Innovation

Geschultes Beobachten liefert den zentralen Ansatz für eine ernsthaft nutzergetriebene Konzeption und Entwicklung digitaler Services. Zusammen mit Kreativität, Empathie, Erfahrung und handwerklichem Knowhow ist Beobachten eine Grundzutat für überzeugende digitale Innovationen.