eparo – Digital Service Design

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20. Oktober, 2016

World Usability Day 2016 – Mit User Experience zu mehr Nachhaltigkeit

blogbeitrag

Usability und User Experience (UX) sind zwei wesentliche Produktqualitäten, die heutzutage den Unterschied ausmachen. Über lange Zeit vernachlässigt, erreichen diese mittlerweile in Deutschland eine immer größere Sichtbarkeit. Nicht ganz unbeteiligt daran sind zahlreiche engagierte Designer, Psychologen, Informatiker und viele Weitere, die täglich ihre Fahne hochhalten und an Produkten für die Menschen und mit den Menschen arbeiten. Dabei stehen nicht die Technologien im Vordergrund, sondern die Menschen, die von Technologien unterstützt werden.

Um die bisherigen Errungenschaften und Erkenntnisse zu den Themen Usability und User Experience gemeinsam zu feiern sowie deren Bedeutung in die Welt zu kommunizieren und zu stärken, findet am 10. November 2016 der mittlerweile 12. World Usability Day (kurz: WUD) statt. Insgesamt gibt es an dem Tag weltweit rund 200 kostenfreie Veranstaltungen in mehr als 40 Ländern und auch Deutschland ist mit fast 20 Standorten wieder dabei. Der WUD in Deutschland ist eine Veranstaltung der German UPA (Berufsverband der Deutschen Usability und User Experience Professionals) und wird in Hamburg seit 2007 von eparo in Kooperation mit der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW Hamburg) organisiert.

Auf dem WUD in Hamburg möchten wir die Auswirkungen interaktiver Produkte und Systeme auf unsere Welt zusammen mit den Teilnehmern betrachten und diskutieren. Dazu wird es 11 spannende Vorträge und verschiedene Workshops geben. Das diesjährige Schwerpunktthema ist „Sustainable (Green) UX“ – doch was kann man darunter eigentlich verstehen? Wir haben unsere Besucher aus dem letzten Jahr gefragt und festgestellt, dass viele zum ersten Mal von Nachhaltigkeit in Verbindung mit UX hören und sich darunter nichts Konkretes vorstellen können. Daher haben wir Holger Fischer, den Vizepräsidenten der German UPA, gebeten, einmal genauer zu erläutern, was „Sustainable User Experience“ bedeutet:

Holger Fischer, Vizepräsident der German UPA

Das Thema in diesem Jahr lautet „Sustainable User Experience“. Doch wie passt das Thema Nachhaltigkeit mit User Experience zusammen? Nachhaltigkeit und User Experience sind von Beginn an miteinander verflochten und verfolgen eigentlich die gleichen Ziele. Sie beide fokussieren das Produkt von der Schaffung bis zur Erfahrung für Menschen und schaffen das beste Erlebnis. Grüne und nachhaltige Produkte berücksichtigen Ziele wie Recycling, Wiederverwendung und schrittweise Verbesserung. Es geht darum, bestehende Produkte und Dienstleistungen zu nehmen und Wege der Entwicklung zu verfeinern, neu zu gestalten, sie effektiver, effizienter und wiederverwendbar in einer Weise zu machen, um das Leben eines jeden Menschen zu verbessern. Dabei lassen sich drei verschiedene Bereiche der Nachhaltigkeit betrachten, die miteinander einhergehen: Ökologische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Nachhaltigkeit.

Ökologische Nachhaltigkeit: Die ökologische Nachhaltigkeit thematisiert die Ressourcenschonung und lässt sich auch als „Green UX“ bezeichnen. Durch die Digitalisierung sämtlicher Lebens- und Geschäftsbereiche wird so beispielsweise versucht, das „papierlose Unternehmen“ zu realisieren, indem Rechnungen, Aufträge, Verträge und vieles Weitere nur noch digital erstellt, verschickt, verarbeitet und archiviert wird. Zudem wird ebenfalls das Thema Energie in den Fokus gerückt. Apps auf unserem Smartphone oder im Unternehmen helfen uns dabei unser Haus oder Unternehmensgebäude intelligent zu gestalten und so auf unseren Energieverbrauch zu achten.

Gesellschaftliche Nachhaltigkeit: Eng mit der ökologischen Nachhaltigkeit ist auch die gesellschaftliche Nachhaltigkeit verbunden. Ein wesentlicher Aspekt der UX ist unter anderem die intrinsische sowie extrinsische Motivation der Gesellschaft. UX kann hierbei helfen, die Einstellung jedes einzelnen zu prägen, ihnen das Thema der Nachhaltigkeit näher zu bringen sowie bewusst zu machen und deren Persönlichkeit mit zu entwickeln. Über ein entsprechendes Nutzererlebnis, bei dem sich Personen aktiv mit Ökologie und Ressourcenschonung auseinandersetzen, entstehen neue innovative Ideen. Mit Gleichgesinnten vernetzt, entsteht hier das Potential, dass diese Ideen eine nächste Ebene erreichen.

Wirtschaftliche Nachhaltigkeit: UX in Bezug auf die wirtschaftliche Nachhaltigkeit fokussiert unter anderem die Wiederverwertung von existierenden Konzepten, Produkten und Dienstleistungen. Bestehende Wege der Entwicklung lassen sich durch UX verfeinern, erneuern sowie effektiver, effizienter und wiederverwendbar gestalten. Eine entscheidende Ressource für Innovationen im Unternehmen sind deren Beschäftigte. Damit Innovation entstehen können, bedarf es entsprechender Freiräume und Unterstützungsmöglichkeiten. Durch angemessene und gebrauchstaugliche Apps und Systeme zur digitalen Assistenz der Beschäftigten, können diese sich auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren und gezielt gefördert werden. Dabei lässt sich zudem auch Inklusion realisieren und eine soziale Gleichheit herstellen. Wirtschaftliche Nachhaltigkeit in der UX ist somit auch eng mit dem aktuellen Thema „Arbeit 4.0“ verknüpft.

Arbeit 4.0 ist ein Begriffskonstrukt, dass die zunehmenden direkten und indirekten Wechselwirkungen der Digitalisierung auf sämtliche Prozesse der Arbeitsgestaltung, Arbeitsorganisation und Arbeitsbedingungen sowie Aus- und Weiterbildung beschreibt.  Neue Technologien verändern ganze Wertschöpfungsketten und generieren neue, digitale Geschäftsmodelle. Gleichzeitig verkürzen sie Software-Innovationszyklen und führen neue Mensch-System-Schnittstellen ein. Konsequenzen, die sich daraus ergeben, sind Veränderungen menschlicher Arbeitsabläufe. Menschen erhalten neue Verantwortungen und büßen gleichzeitig Wissen und Kompetenzen ein. Dabei entsteht die Frage, ob die Technologie oder der Mensch die Kontrolle hat und die Entscheidungen trifft. Arbeit 4.0 thematisiert unter anderem Aspekte der Selbstorganisation und diskutiert neue Arbeitsformen, bspw. agile Unternehmensstrukturen. UX unterstützt dabei die positiven Veränderungen der Arbeitswelt hin zu mehr Flexibilität, Zufriedenheit und einem besseren Miteinander. Dadurch wiederum werden Bedingungen geschaffen, die eine nachhaltige und ganzheitliche Entwicklung gebrauchstauglicher Produkte und Services fördern. Das heißt, dass sich die Nachhaltigkeit auch auf den UX-Prozess als solches beziehen kann. Projekte sollten nicht nur auf der inhaltlichen Ebene mit den Auftraggebern durchlebt, sondern diese auch während des gesamten Projektes eingebunden werden. Es geht demnach auch darum, beim Auftraggeber das Wissen über die UX-Vorgehensweise zu transferieren, um ihn beim Wandel der Organisationskultur bzw. Denkweisen im Unternehmen zu unterstützen.

Zusammenfassend ist „Sustainable UX“ also ein vielseitiges Thema, welches drei wesentliche Ziele verfolgt:

  1. Gestaltung eines positiven Einflusses – auf den Klimawandel, soziale Gleichheit und Inklusion
  2. Förderung eines „grünen“ Verhaltens durch Apps und Co.
  3. Bildung einer ganzheitlichen Sicht der Nachhaltigkeit

Ethik, Werte und Handeln stehen im Fokus. Usability und User Experience Professionals nehmen dabei verschiedene Rollen ein, damit diese ambitionierten Ziele erreicht werden können. Sie sind Erzieher und somit verantwortlich für Bildung durch formelles oder informelles Lernen. Über positive Nutzererlebnisse prägen sie die Denkweisen in unserer Gesellschaft. Als Innovator realisieren sie neue Ideen und zeigen, welchen Unterschied eine positive UX ausmachen kann. Bestes Beispiel hierfür ist Steve Jobs, der mit seinen Produkten das digitale Zeitalter der letzten Jahre entscheidend geprägt hat. In der Rolle des Disruptor rufen UX Professionals radikale Veränderungen hervor. Bekannte Beispiele hierfür sind Airbnb oder Uber. Hierbei sind gänzlich neue, digitale Geschäftsmodelle entstanden. Airbnb besitzt keine eigene Immobilie und Uber kein eigenes Taxi, aber beide haben den Zahn der Zeit getroffen und vernetzen Gleichgesinnte, die Wohn- oder Fahrgemeinschaften bilden möchten und einen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten.

Die Profession der Usability und User Experience Professionals ist vielseitig und multidisziplinär. Sie reduzieren Barrieren und bauen Brücken zu anderen Disziplinen. Es liegt an jedem Einzelnen, diese Verantwortung zu übernehmen, wenn wir unsere Welt ein Stückchen besser machen und genießen wollen.

 
21. März, 2016

NUMBER26 – Das Positiv-Beispiel für Banken?

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Wie wird die Bank der Zukunft aussehen? Schon 2013 haben wir Prof. Dr. Jürgen Moormann in einem Interview gefragt und mögliche Gründe für die fehlende Modernisierung von Banking Services erfahren.

Diesmal schauen wir von der anderen Seite und haben dafür eine Bank ausgesucht, die bereits mit ihrem Konzept sich von anderen Banken unterscheidet. Ziel von NUMBER26 ist nämlich kein geringeres, als die Bank für die Hosentasche zu sein – von der Kontoeröffnung über die Überweisung bis hin zur Kartensperrung. Und der Erfolg gibt NUMBER26 recht: schon nach einem Jahr zählt die Bank mehr als 100.000 Kunden.

Aber wir wollten es genau wissen: Wie hat das Team bei NUMBER26 zusammen gearbeitet? Wie war der Entwicklungsprozess? Und wie wurden die rechtlichen Hürden, die eine Bank zu erfüllen hat, gelöst? Diese und weitere Fragen haben wir Helena Treck von NUMBER26 gefragt.

eparo: Wie verlief euer Konzeptionsprozess?

NUMBER26: Vor allem Valentin hatte bereits Erfahrung im FinTech Bereich durch seine Zeit bei Payleven und Paymills. Wir haben beobachtet, dass es in verschiedenen B2B Nischenbereichen Innovation im FinTech Bereich gab, der B2C Bereich in Deutschland noch ausschließlich von traditionellen Banken bedient wurde. Also haben wir uns an das Herzstück von Banking gewagt: Das Girokonto.

eparo: Und wie seid ihr vorgegangen? Womit habt ihr begonnen?

NUMBER26: Wir haben uns jeden Schritt im Banking einzeln angeschaut und hinterfragt ob das so nötig ist und wie man es besser gestalten kann. Muss man für die Konteröffnung in die Filiale? Nein. Muss eine Kartensperrung übers Telefon laufen? Nein. Und muss sie final sein? Nein. Muss die Karte in einem Brief geschickt werden? Nein. Sobald die Parameter abgesteckt waren, konnten wir kreativ werden. Und so sind wir zu dem Produkt gekommen das unsere Nutzer nun lieben. Wir entwickeln es immer weiter.

eparo: Ihr habt ja sicher nicht von Null auf angefangen. Was waren die wichtigsten Aspekte für euch beim Product Discovery Prozess?

NUMBER26: Erst hatten wir ein Konto für Jugendliche entwickelt, bekamen dann aber das Feedback von Freunden und Kunden, dass so ein Konto auch für eine größere Zielgruppe interessant ist. Nach Probleminterviews zum Thema Banking mit 100 Testpersonen und intensiven Feedbackloops haben wir den Prototyp gebaut. Bestätigt durch die größere Nachfrage in den Testfamilien war klar, dass wir NUMBER26 – wie es heute ist – umsetzen werden: Ein Girokonto für jeden, der transparentes Banking sucht. In die offene Phase sind wir nach einer internen Betatestphase übergegangen. Bei allen Schritten steht bei uns immer die User Experience bzw. Usability und Weiterentwicklung des Produkts im Vordergrund.

eparo: Das PostIdent-Verfahren ist nach unserer Erfahrung eine der größten Hürden für Neukunden von Banken und Versicherungen. Wie habt ihr es hinbekommen, das lästige PostIdent-Verfahren durch so etwas simples wie Video Chat zu ersetzen? Was habt ihr anders gemacht, als die größeren Banken?

NUMBER26: Wir arbeiten mit IDnow für die Identifizierung zusammen. Sie sind auch ein junges Startup, deswegen konnten wir ihre Services so schnell bei uns integrieren. Mittlerweile haben zwar auch traditionelle Banken dieses System integriert, allerdings ist es nicht so elegant und natively in deren Sign-up Prozesse eingebunden.

eparo: Das kann ja auch rechtlich schnell in die Hose gehen. Wie hart habt ihr gekämpft, um auch einen rechtlich-sauberen Service bieten zu können?

NUMBER26: Die Vereinbarung mit unserer Partnerbank Wirecard beinhaltet, dass sie sich um die regulatorischen Themen im Hintergrund kümmert, während wir für die Customer Experience verantwortlich sind. Wenn man seine Kunden und die zugrunde liegende Sicherheitsansprüche gut kennt, ist es mit Kreativität möglich auch in diesem strengen Rahmen die User-Experience zu verbessern.

eparo: Bei der Entwicklung einer neuen Bank ist Teamwork auf Augenhöhe gefragt – und sicher nicht immer einfach. Wie habt ihr im Team zusammen gearbeitet? Was für Abläufe hattet ihr?

NUMBER26: In der ersten Testphase bis zum Launch hat unser kleines Team von rund 10 Leuten sehr nah am Produkt gearbeitet. Schon damals haben wir sehr dynamisch gearbeitet, wobei sich jeder individuell mit eingebracht hat. Nach dem Launch stellten wir unsere ohnehin agilen Methoden komplett auf Scrum um und Design- sowie Quality Assurance fest in unsere Sprints integriert. Als das Team um das Produkt herum gewachsen haben wir unsere Strukturen und Abläufe natürlich nach und nach ausgebaut. Mittlerweile haben wir natürlich auch Marketing-, Customer Service- und Operationsteams, die nicht direkt am Produkt arbeiten, und hervorragend als Betatestgruppe fungieren.

eparo: Wie sieht dabei eure Unternehmenskultur aus? Gibt es eine stark-hierarchische Struktur oder ist es vielmehr wie in einem Startup mit flacher Hierarchie?

NUMBER26: Unsere Strukturen sind immer noch sehr flach. Jeder, der Ideen hat kann und soll sich mit einbringen und die Initiative ergreifen.

eparo: Glaubt ihr, dass eure Unternehmensgröße und eure Unternehmenskultur mit dem Endergebnis zusammenhängt? Wäre das auch in einer der großen Banken möglich gewesen?

NUMBER26: Auf jeden Fall gibt es da eine starke Wechselwirkung. Zum Einen haben wir schlanke Strukturen ohne Filialen und können ohne einen administrativen, über Jahre gewachsenen Overhead sehr effizient arbeiten. Zum Anderen haben wir ein herausragendes Team, mit sehr talentierten und überdurchschnittlich motivierten Mitarbeitern. Wir glauben hier alle an unsere Vision und scheuen uns nicht davor Dinge einfach auszuprobieren. Da müssen große Banken an viel mehr Fronten kämpfen als wir.

 
5. Dezember, 2015

World Usability Day 2015 in Hamburg: Ein Rückblick

 

Zuerst möchten wir der German UPA und der UXPA zum 10 . World Usability Day (WUD) gratulieren! Danke, dass ihr diesen Tag ins Leben gerufen habt. Es gehört viel Enthusiasmus dazu, die vielen Veranstalter zu vernetzen und Tausende Teilnehmer zu begeistern.

Teilnehmerrekord in Hamburg – Vortragende und Besucher aus ganz Deutschland

Zuhörer im Ditze Hörsaaleparo konzipiert und organisiert den WUD in HH seit 2007. Die Teilnehmerzahlen steigen jährlich. Innovation – das Motto des diesjährigen WUD hat den Rekord gebrochen. Rund 320 Teilnehmer besuchten 18 Vorträge und sieben Workshops. Die Hörsäle und Seminarräume der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW), unserem Kooperationspartner, waren bis auf die letzten Plätze belegt. Während der WUD HH anfangs eher ein „Familientreffen“ der Hamburger UX-Szene war, reisten viele Teilnehmer und Vortragende in diesem Jahr aus ganz Deutschland an. Teilweise als Kleingruppen aus Unternehmen oder Universitäten. Das Publikum wird von Jahr zu Jahr bunter.

Vielen Dank an die Sponsoren des WUD

Wir danken natürlich auch unseren Sponsoren (Books on Demand, Ergosign, Eventim, Human Interface Design, immonet). Sie haben dafür gesorgt, dass der WUD in Hamburg für die Teilnehmer kostenlos ist und alle Teilnehmer gut mit Essen und Getränken versorgt waren. Ihr seid hoffentlich im nächsten Jahr wieder mit dabei…

Innovation – in welchem (Arbeits-)Klima entsteht sie? Woran scheitert sie?

Innovation war das diesjährige Schwerpunktthema. Kein Wunder, denn Innovation beschäftigt uns alle. Transparenz der Finanzen und Gehälter, gemeinsame Werte, keine Chef-Positionen, Selbstorganisation – New Work ist komplex und nichts, was man von heute auf morgen umsetzen oder anordnen kann. Und es gibt kein übertragbares Muster. Agile selbstverantwortliche Teams sind Bedingung für gelungene Produkte und Projekte. Alles hängt hier zusammen.

Schwere Wahl – zu viele gute „Bewerbungen“!

Auf unseren Aufruf, Vorträge einzureichen, folgten gleich 30 sehr gute Vorschläge! Die Entscheidung fiel schwer. Deshalb haben wir alle, die sich regelmäßig bei eparo zur Arbeitsfrische treffen gebeten, sich einzumischen. Wir haben stundenlang diskutiert. Schließlich wurden drei statt zwei Tracks angelegt. Und 18 statt der geplanten 12 Vorträge ins Programm genommen.

Wissenschaft trifft Wirtschaft

knete-im-hid-workshopNeu war in diesem Jahr, dass sich die Hochschulen verstärkt angesprochen fühlten. Lehrende und auch Studenten verschiedener Hochschulen wurden für das Vortragsprogramm ausgewählt und haben auch Workshops gestaltet. Auch über den WUD hinaus möchten wir die Zusammenarbeit mit Studierenden der HAW fortführen. Wir geben gern Einblicke in unsere Arbeit. Und sind natürlich neugierig, was Studenten umtreibt.

Und die Workshops am Vormittag wurden sehr gelobt. Die Bandbreite war riesig: Von gelebter Kreativität bis zum intelligentem Wohnen.

Werbung für den WUD

aufmerksam-fu%cc%88r-das-gewo%cc%88hnlicheWir danken Matthias Müller-Prove, der auf seiner Website , über UXHH und über Twitter wie jedes Jahr rechtzeitig viel Werbung für den WUD gemacht hat und den coolen Raumplan der HAW veröffentlicht hat☺

Ach ja, Matthias hat auch zusammen mit Sven Klomp vormittags den wohl ungewöhnlichsten Workshop gemacht: „Aufmerksam für das Gewöhnliche“. Da bin ich das nächste Mal dabei.

 

 

Alles zum Nachlesen auf der WUD-Hamburg Website

twitterwallDas gesamte Programm und alle Vorträge zum Download findet ihr hier: wudhh.de

Außerdem wurde dieses Jahr sehr viel getwittert. Unter dem Hashtag #wudhh könnt ihr das natürlich alles nachlesen. Während der Veranstaltung konnte man es live auf der Hashtag-Wall verfolgen.

 

 

Um den WUD herum: Die Welt verbessern – Haltung zeigen

Soziale Projekte unterstützen

Wir sind froh, dass wir seit Kurzem einen neuen Caterer im Boot haben: Die Produktionsschule Altona. Jugendliche, die Schule bisher nicht zum besten Freund hatten, machen hier andere (Lern)-erfahrungen. Mit Erfolg. Sehr coole Organisation mit sehr engagierten Menschen!

Übrigens: Die Produktionsschule Altona sucht dringend neue Räumlichkeiten im Raum Hamburg-Altona. Es müssten allerdings 1000 bis 1.200 Quadratmeter sein zu einem sehr erschwinglichen Preis.

Übrigens: Während der gesamten Veranstaltung gab es Getränke und Snacks. Mittags belegte Brötchen und Gemüse. Abends haben wir zu einem Get-together eingeladen. 19 Kisten Viva con Aqua, 3 Kisten Bier, 6 Pakete Kaffee, 320 halbe vegetarisch belegte Brötchen und Schwarzbrot. 3 Platten Gemüsesticks, 100 Muffins und 140 Laugenstangen. Alles war bis auf die letzte Möhre verputzt. Auch das war ein Rekord in diesem Jahr ☺

Spendensammlung für Flüchtlingsprojekte

spenden-fu%cc%88r-gefloheneDie Welt verbessern, nicht nur digital. Ein weiteres Herzensanliegen. Wir haben uns deshalb entschieden, auf dem WUD für Geflohene zu sammeln und diese Aktion auch in Zukunft weiter zu führen. Auch da fiel die Entscheidung sehr schwer. Die vielen anderen engagierten Einrichtungen und Organisationen hätten diese Unterstützung auch verdient!
Seawatch: Das 1. Privatschiff zur Flüchtlings-Ersthilfe im Mittelmeer in Deutschland. Seit Juni 2015 leistete die „Sea-Watch“ Flüchtlingsbooten vor der Küste Libyens Ersthilfe und führte Rettungsmaßnahmen im Rahmen ihrer Möglichkeiten durch, zudem forderte und forcierte sie die Rettung durch die zuständigen Institutionen. 2000 Vertriebene wurden bis Oktober 2015 gerettet!
MORE THAN SHELTERS: Vielleicht habt ihr sie schon gesehen, die weißen iglu-ähnlichen Zelte am Hauptbahnhof? Das sind DOMOS von MORE THAN SHELTERS (MTS). Bis Ende des Jahres sollen erste winterfeste DOMOS fertiggestellt sein. Wir würden gern helfen, diese Unterkünfte zu finanzieren.
Am Ende konnten wir 400 Euro auf die Spendenkonten verteilen. Wir wünschen Seawatch und MORE THAN SHELTERS viel Glück und Erfolg bei den aktuellen Einsätzen!

Last but not least – hinter den Kulissen

Kooperation mit der HAW

Natürlich hat auch unser „ewiger“ Kooperationspartner, die Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) dazu beigetragen. Nicht nur durch das Raumsponsoring von Anfang an. Auch Friederike Kerkmann trägt seit 2014 maßgeblich dazu bei, dass die Kooperation perfekt gelingt. Außerdem hat sich die Promotionsstudentin dafür eingesetzt, dass Lehrkräfte und Studierende sich aktiver am Programm des WUD beteiligen. Friederike, wir danken dir!

Organisation

andrea-und-chrisJede Veranstaltung steht und fällt mit der Organisation. Wir danken unserer WUD-Eventmanagerin Andrea Westermann dafür, dass wieder einmal alles perfekt geklappt hat und sie immer den Überblick behält:

„Die Herausforderung steigt von Jahr zu Jahr. Über den Tag verteilt haben uns 4 studentische Hilfskräfte und natürlich ganz extrem Friederike Kerkmann von der HAW unterstützt. Neu und sehr hilfreich war unsere kleine Sackkarre. Hat echt den Rücken geschont. Die Zusammenarbeit mir der HAW lief wieder super. Dieses Jahr waren wir schon ein eingespieltes Team und viele Abläufe waren selbstverständlich. Daher mein Fazit: Never change a running system ☺“(Andrea Westermann)

Ohne Technik hätte der WUD nicht stattfinden können. Wir danken unserem Kollegen Christian Reichel, der irgendwie in drei Räumen gleichzeitig dafür gesorgt hat, dass es überall Bild, Ton und zufriedene Gesichter gab.

Lessons learned

Wir haben auch einiges Feedback eingesammelt, das wir für die Planung im kommenden Jahr berücksichtigen werden. Es wird mehr Pausen zwischen den Vorträgen geben für Gespräche und den Austausch untereinander. Vermutlich werden wir auch schon vormittags Vorträge mit ins Programm nehmen.

Wie das genau aussieht, lassen wir euch rechtzeitig wissen. Bis dahin sagen wir erst einmal Tschüss.

 
17. November, 2015

Storyboards für digitale Services und Product Discovery Interview mit Illustratorin Melina Pink

Diesen Workshop mit Illustratorin Melina Pink bietet eparo bereits zum dritten Mal an. Damit ihr unsere Lieblingsillustratorin näher kennenlernt, stellen wir sie euch hier vor:

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Melina hat nach ihrem Fachabitur in Grafik und Gestaltung am Laguna College of Art & Design in Kalifornien einen B.F.A. in 2D Animation gemacht. Dort hat sie u.a. die Grundlagen des Storyboarding und Character Designs gelernt.

Nach dem Studium arbeitete sie als Storyboard-Zeichnerin für verschiedene Agenturen in L.A., bevor sie zurück nach Deutschland ging.
Hier hat sie nicht nur als Illustratorin, sondern auch beim Film und am Theater gearbeitet. Parallel machte sie ihren M.A. in Kultur + Management und arbeitete dann für einige Jahre auf dem internationalen Kunstmarkt.

Anfang 2013 hat sich Melina wieder selbstständig gemacht. Back to the roots sozusagen.

 
Beate: Was sind deine besonderen Eigenschaften?
Melina: Als Illustratorin versuche ich mich immer weiter zu entwickeln und dazu zu lernen. Was das Zeichnen angeht, ist das ein ständiger Prozess, der nie stillsteht. Ich versuche immer an meine Grenzen zu gehen und meine Komfortzone zu verlassen. Dabei interessiere ich mich besonders für Kontraste und die damit verbundenen Spannungsverhältnisse zwischen Altem und Neuem, Urban Art + klassischer Kunst, analoger + digitaler Kunst.
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Beate: Melina, warum bist du Illustratorin geworden?
Melina: Ich habe schon immer gezeichnet und kann mich nicht an einen Zeitpunkt erinnern, wo das nicht der Fall war. Die Illustration ist nicht etwas, wozu ich mich entschlossen habe, sondern sie ist Teil von mir. Mein Großvater hat bereits gezeichnet, vielleicht liegt es in den Genen.
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Beate: Welche Vorbilder hast Du?
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Beate: Du hast dich auf Scribbles, Storyboads und Character für Produkte spezialisiert. Was ist deine absolute Leidenschaft?
Melina: Ich liebe schwarz-weiß Strichzeichnungen sehr. Für mich steht dabei die bildliche Umsetzung einer Idee im Zentrum und wie ich eine Emotion, Botschaft oder Handlung am besten vermitteln kann.
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Beate: Du hast auch für einen beeindruckenden Ebola-Beitrag vom WDR gezeichnet. Was hat dich daran besonders gereizt?
Melina: Gereizt hat mich daran die gesellschaftliche Relevanz des Themas und der menschliche Aspekt. Ich bin kein Arzt und kann in dem Sinne nicht helfen, aber ich kann als Zeichnerin durch meine Bilder einen Beitrag leisten. Das Thema hat mich persönlich sehr bewegt, vor allem während des Zeichnens.
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Beate: An welchen Projekten arbeitest du in deiner Freizeit?
Melina: Ich arbeite immer an mehreren Projekten gleichzeitig. Zur Zeit experimentiere ich gerade mit 2D-animierten Erklärfilmen. Zudem zeichne ich täglich und schraube an meiner Webseite herum.
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Beate: Gibt es so etwas wie einen großen Traum für dich?
Melina: Ich möchte irgendwann meine eigene Grafische Novelle schreiben. Zudem würde ich sehr gerne im Bereich politische Satire/Cartoons arbeiten, um so die Machthaber etwas mit meinem Stift zu piksen. ;-)
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16. Juli, 2015

AXChange Hamburg bei eparo – erstes Axure-Meetup Deutschlands

AXChange Hamburg

Am 10. Juni haben wir bei eparo das erste Axure-Meetup “AXChange Hamburg” Deutschlands organisiert. Mit Unterstützung von Axure aus Kalifornien. Das Ziel: Interessierte und Axure-Fu-Master treffen sich jeden zweiten Mittwoch eines Monats zum lockeren Austausch über das Prototyping mit Axure. Schwerpunktthema des ersten Treffens: „Design-robuste Prototypen und die Auslagerung von Interaktionen in Funktionen“. Christian berichtet.

Die Sache mit der Nachfrage und dem Angebot

„Warum gibt es eigentlich noch kein Treffen von Axure-Interessierten und Fu-Mastern?“ Diese Frage haben wir uns in den vergangenen Jahren oft gestellt. Auch immer mehr Teilnehmer unserer Axure-Kurse (https://eparo.de/training.html) schickten ihre Fragen an eparo. Der Bedarf, sich auszutauschen, wurde offenbar immer größer. Im Mai gründeten wir die Meetup-Gruppe und bis zum ersten Meetup hatten sich mehr als 40 Axuristas angemeldet.

Für das Axure Meetup haben wir uns eine gute Mischung aus allem gewünscht: Austausch, „Lernen von …“ und Hilfestellungen bei konkreten Problemen. Außerdem wollten wir (oder auch andere Teilnehmer) ein Schwerpunktthema vorbereiten. So entstand das AXChange Hamburg Meetup, das jeden zweiten Mittwoch eines Monats stattfindet.
Die Meetup-Gruppe ist hier zu finden: http://www.meetup.com/de/AXChange-Hamburg/

AXChange-Format: das Beste aus Barcamps, Open Spaces und Roundtables

Unser Ziel: am Ende des Tages sollen alle mit dem Gedanken „das hat sich (wieder mal) gelohnt!“ nach Hause gehen. Dafür haben wir das Beste aus Barcamps, Open Spaces und Roundtables in eine Struktur gebracht:

  1. Um 18 Uhr stehen die Türen offen für alle, die sich austauschen möchten oder konkrete Fragen haben.
  2. Um 19 Uhr geht’s dann los: während einer kurzen Vorstellungsrunde schreibt jeder ein oder mehrere Axure-Themen auf, die ihn interessieren. Dann geht’s mit einem Talk im Stile einer Live- Demo weiter.
  3. Nach dem 30-minütigen Talk werden dann die Axure-Themen sortiert und auf die jeweiligen Tischinseln zum Diskutieren und Austauschen verteilt. Wer möchte, kann sich an die jeweilige Insel setzen, die ihn interessiert.

Aller Anfang ist schwer

AXChange TeilnehmerVor dem ersten AXChange lag auch eine gewisse Unsicherheit in der Luft: Passt das Schwerpunktthema? Wie viele werden wohl kommen? Werden wir unser selbstgestecktes Qualitäts-Ziel erreichen?

Total unbegründet: trotz des ersten heißen Sommertages im Jahr waren 18 von angemeldeten 29 Personen da. Die No-Show Rate war zwar ungewöhnlich hoch; dafür war das Feedback nach dem ersten Meetup super und unglaublich motivierend!

Ob über CSS und JavaScript-Integration in Axure, Kompatibilität mit anderen Programmen oder der Austausch über andere Programme und Workflows – alles kam auf den Tisch und wurde mit viel Elan von den Teilnehmern in kleinere Gruppen diskutiert.

Der Beginn einer Reihe…

Inzwischen fand bereits das zweite AXChange Hamburg Meetup statt. In einer kleinen gemütlichen Runde haben wir AxShare und Axure 8 als Schwerpunktthemen durchgesprochen. Wir haben diverse andere Axure-Themen auf den Tischen ausgebreitet und uns recht lange über Team-Projects oder auch über das Bauen von App-Prototypen ausgetauscht.

Am 12. August findet dann schon das dritte AXChange Hamburg Meetup bei uns statt. Wir freuen uns auf neue und alte Gesichter und Themenvorschläge! 
Zum Meetup: http://www.meetup.com/de/AXChange-Hamburg/events/223806735/

AXChange goes Berlin!

Gleich nach dem ersten Meetup haben wir dann AXChange Berlin gegründet, um die Axure Meetups auch nach Berlin zu bringen. Wir konnten Zalando einen guten Location-Sponsor finden (Dank dafür an Jay Kaufmann). Für alle Berliner Axuristas: am 21. Juli findet das AXChange bei Zalando in Berlin statt. Das Schwerpunktthema ist “Design-robuste Prototypen und das Auslagern von Interaktionen in Funktionen“. Das kam bereits beim ersten Hamburger Meetup gut an und ist extrem wichtig, denn Design-robuste Prototypen lassen sich ziemlich schnell auch während Nutzertests ändern.

Zum Meetup in Berlin: http://www.meetup.com/de/AXChange-Berlin-Axure-Meetup/

 
2. Juli, 2015

Workshop: Storyboards für Service Design und Product Discovery

Mit Bildern Ideen visualisieren und Produkte entwickeln

Am 7. Juli findet ein neuer Workshop bei eparo statt: Storyboards für Service Design und Product Discovery (bereits ausgebucht, neuer Workshop am 15. September). Illustratorin Melina Pink vermittelt den Teilnehmern, wie man mit einfachen Zeichnungen (Produkt-)Ideen auf den Punkt bringt. Diese Methode wird in der Animation, beim Film und in der Werbung seit Langem genutzt. Melina erzählt, warum sie auch für die Produktentwicklung so vielversprechend ist.

Was ist ein Storyboard?

Das Storyboard ist ein einfaches Werkzeug, um eine Idee oder ein Konzept zu visualisieren. Es ist eine lineare Erzählung, bei der die einzelnen Bilder eine Geschichte erzählen.

Warum alle zögern, obwohl es jeder kann!

Interessant ist: Jeder stolpert erst einmal über diverse Hemmschwellen. „Ich kann nicht zeichnen“ ist sicher die größte. Dabei werden überhaupt keine Erfahrungen vorausgesetzt. Es spielt keine Rolle, ob jemand zeichnen kann oder nicht! Ein weiterer Punkt ist, dass kaum jemand die einfachen Werkzeuge und Hilfsmittel sowie die Struktur eines Storyboards kennt. Viele haben Sorge, dass sie nicht und wissen, wo sie anfangen sollen. Der Workshop setzt genau bei diesen Hürden an. Und die verschwinden erfahrungsgemäß schnell.

Jeder hat Erfolgserlebnisse – und seinen eigenen Stil!

Bereits auf dem WUD 2014 habe ich für eparo einen Scribble-Workshop angeboten. Bei einer Übung wurde jeder Teilnehmer gebeten, ein einzelnes Comic-Bild zu einem bestimmten Gefühlsbegriff zu zeichnen. Ein kleiner Character sollte das jeweilige Gefühl bildlich darstellen. Dabei sollten die Teilnehmer alle zuvor gelernten Elemente (Gesichtsausdruck, Körpersprache, Sprachblasen, Dialog, Bewegungslinien, Icons, Symbole, Objekte etc.) anwenden.

Hier ist ein schönes Beispiel:

Beispiel eines Storyboards vom WUD 2014

Beispiel eines Storyboards vom WUD 2014

Melina: „Was interessant war: JEDER, egal wie gut er zeichnen konnte, hatte bereits seinen eigenen Stil, den man erkennen konnte! Das fand ich ehrlich gesagt total spannend.“

Warum Bilder alles erleichtern – und wir Kosten und Zeit sparen

Wir können Ideen und Visionen auf einfache Weise erklären und sie mit Anderen teilen. Storyboarding vereinfacht die Entwicklung einer Idee und spart Kosten. Konzepte und Ideen können schnell auf Papier skizziert werden, das spart eine Menge Zeit. Außerdem bringt es mehr Spaß, als ein langes Textdokument zu lesen. Die Leser verstehen schnell, worum es geht.

Wie ein Storyboard bei der Produktentwicklung hilft:

Beispiel Family-App

Ein Storyboard kann z.B. zeigen, wie ein Produkt funktioniert oder auch die Interaktion eines Nutzers mit dem Produkt verdeutlichen.

Frames / Rough Sketches stellen die Reihe der Erlebnisse dar, die ein User erfährt, bevor oder während er ein Produkt benutzt.

Hier ein kleines praktisches Beispiel: eine neue Family App.

Problem: Man weiß nicht, wo genau sich die Familien-Mitglieder aufhalten.

  1. Bild: Mann zeigt Frau eine neue App auf seinem Telefon
  2. Bild: Er erklärt, was die App kann
  3. Bild: Suchergebnisse werden angezeigt
Storyboard für die Familiy-App

Storyboard für die Familiy-App

Unser Fazit

Wir wundern uns, dass die Storyboards nicht längst zum Standardrepertoire gehören in der Produktentwicklung. Uns helfen sie in vielen Projekten, sparen Zeit und Geld und vereinfachen die Kommunikation.

Das wollen wir auch dem Rest der Welt ermöglichen.

 
3. April, 2015

eparo Unternehmenskulturlabor

Unsere Veranstaltungsreihe zum Thema New Work

Auftakt: Filmabend mit AugenhoeheFilm www.augenhoehe-film.de und anschließendem Open Space

AUGENHÖHEFilm war der Auftakt zum eparo-Unternehmenskulturlabor im März. Das gelungene non-profit Filmprojekt portraitiert sechs Firmen, die Potentialentfaltung, Selbstverantwortung und Partizipation groß schreiben – und damit sehr erfolgreich sind. Wir haben den Film gezeigt und im anschließenden Open Space (mit Alexander Schilling von raumfuer als Moderator) mit den 70 Gästen diskutiert. Und Silke Luinstra vom Augenhöhe-Team hat ein Spontaninterview gegeben.

Wie funktioniert die Transformation der Arbeitswelt?

Das Unternehmenskulturlabor ist eine Veranstaltungsreihe bei eparo. Hier dreht sich alles um New Work. Digitale Revolution, Selbstorganisation, Mitarbeiterbeteiligung und Transparenz – das sind nur einige Themen, über die wir sprechen möchten.

Wie wollen wir miteinander arbeiten? Wie geht das mit dem „Kontrolle abgeben“ und „Verantwortung übernehmen“? Und wie überzeugen wir Kunden von der Bedeutung von New Work für gute Produkte und User Experience, wenn dort noch in klassischen hierarchischen Strukturen gearbeitet wird?

Großes gesellschaftliches Interesse am Thema New Work

Das Thema „fliegt“. Deutschlandweit schießen Kongresse und Barcamps aus dem Boden. Als hätte jemand ein Ventil geöffnet. Haben alle drauf gewartet, dass sich endlich was bewegt? Ist die Zeit einfach reif? Das eparo-Event war jedenfalls nach zwei Tagen komplett ausgebucht. Die Warteliste wurde immer länger. Am Veranstaltungstag gab es innerhalb von einigen Stunden 20 Absagen. Die Grippewelle hat zugeschlagen. Als es um 18.20 Uhr losging, saßen dann trotzdem 70 Menschen im frisch eingerichteten Workshopraum.

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70 Gäste beim AugenhöheFilm

Wie Begeisterung auf Augenhöhe ansteckt

Bevor es mit dem Film losging, habe ich noch ein spontanes Interview mit Silke Luinstra vom Augenhöhe-Team geführt. Ich hatte Silke auf der Bahnfahrt nach München getroffen. Auf dem Weg zum Kongress „Das demokratische Unternehmen“

Was sie mir im Interview erzählt hat und auch eine gute Zusammenfassung des Abends gibt es im Blog von Alexander Schilling. Über den hashtag #ukulab wurde auch einiges getwittert.

Silke hat mich mit ihrer Begeisterung richtig angesteckt und mich gleich mit all jenen vernetzt, die für dieses Thema brennen. Mittlerweile wurde ein neuer Film produziert: AUGENHÖHEwege. Die Premiere ist am 4. März im Museum der Arbeit. Karten gibt es bei Organeo Ende März/Anfang April 2016 zeigen auch wir ihn dann auch bei eparo. Den genauen Termin kündigen wir natürlich rechtzeitig an. 

Eine Initialzündung – und ihre Folgen

Augenhöhe war eine Initialzündung für mich. Der Wunsch, anders arbeiten zu wollen, nimmt immer mehr Form an. Inzwischen sind mir auf Kongressen und Barcamps unglaublich viele wunderbare engagierte Menschen begegnet, die an die digitale Transformation und New Work glauben und ihr Wissen professionell vermitteln. Wir haben dem Thema Unternehmenskultur deshalb auch beim diesjährigen World Usability Day (WUD) wieder Raum gegeben. So haben auch Winald Kasch von Organeo und Ilja Preuss von it-agile Vorträge gehalten.

Aus dem ukulab hat sich auch unsere „Arbeitsfrische“ entwickelt: Einmal im Monat laden wir zum gemeinsamen Arbeiten bei eparo ein. Sieben Mal bis jetzt. Für das kommende Jahr planen wir weitere Veranstaltungen im Unternehmenskulturlabor. Einige interessante Gäste haben schon zugesagt. Lasst euch überraschen.

New Work @eparoUX

Intern arbeiten wir seit 2014 an neuen Arbeitsformen. Der Start war ein gemeinsames Wochenende auf dem Land. Seitdem entwickeln wir unsere Werte, diskutieren über Transparenz und Entscheidungsstrukturen. Aber wir denken auch über neue Unternehmensformen nach, die Freelancer mehr einbinden, KollegInnen beteiligen – und unsere Schultern entlasten. Ein Prozess, der natürlich komplex ist und deshalb auf keinen Fall einfach! Aber wir bleiben trotzdem dabei. Wir werden euch auf dem Laufenden halten.

 
2. März, 2015

Good-Bye SIE: Warum wir dich duzen…

Bei eparo wird geduzt

Die meisten haben sich längst daran gewöhnt. Den anderen möchten wir es ans Herz legen: Das DU. Wir finden, wer zusammen arbeitet, der kann sich auch duzen. Das Reden auf Augenhöhe macht vieles einfacher und schafft die persönliche Atmosphäre, die uns immer wichtiger wird. Wem das zu distanzlos ist, der möge es bitte einfach sagen. Wir respektieren es und werden uns sofort darauf einstellen! Allerdings bleiben wir bei allgemeinen Texten – wie unserem Blog oder auch im Newsletter – beim DU.

 
11. November, 2014

Interview mit Rolf zum WUD 2014 in Hamburg

World Usability Day in Hamburg

Engagement:
Service-Design zwischen Nutzerfreundlichkeit und Weltverbesserung

rolf

Am 13.11.2014 findet zum zehnten Mal der World Usability Day statt. Seit 9 Jahren ist eparo an der Organisation beteiligt. Beate hat Rolf im Vorfeld zum kommenden WUD in Hamburg interviewt:

Beate: Zum neunten Mal in Folge veranstaltet eparo den WUD. Was hat sich im Laufe der Jahre verändert?

Rolf: Zuerst einmal: Wir sind zwar seit neun Jahren dabei, allerdings erst seit 2010 quasi als Alleinveranstalter. In den ersten Jahren gab es ein relativ großes Organisationsteam, natürlich mit den üblichen Abstimmungsproblemen. Das ist nach und nach weggebröckelt. Seit vier Jahren organisieren wir den WUD jetzt direkt über eparo. So haben wir zwar mehr Arbeit, aber nicht mehr diese Abstimmungsmeetings im Projektteam. Das spart viel Zeit.
Was sich auch geändert hat, ist die „Location“. Anfangs waren wir immer in den alten Räumen der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) am Berliner Tor. Dort gab es zwei große Hörsäle mit jeweils 100 Plätzen. Seit drei Jahren sind wir an der Finkenau. Dort es ist schöner, aber räumlich etwas beengter. Inzwischen sind auch die Workshops am Vormittag zu einem unverzichtbaren Bestandteil des WUD geworden. Die sind eigentlich in jedem Jahr ausgebucht. Vermutlich, weil sie immer sehr praxisorientiert, nützlich und umsonst sind.
Insgesamt ist der WUD auch populärer geworden. Die Events überall in Deutschland sind im Laufe der letzten Jahre größer und professioneller geworden.

Beate: Und das Publikum? Sind es immer dieselben Leute aus der UX und IT-Szene? Oder wen erwartest du in diesem Jahr?

Rolf: Im Kern ist der WUD schon so eine Art Familientreffen der Hamburger UX-Szene. Allerdings immer ergänzt durch Studenten der HAW und Leute, die spontan dazu kommen. Wir haben im letzten Jahr wieder damit begonnen, ein festes Workshop- und Vortragsprogramm zu organisieren. Das macht es interessanter und planbarer. So ist es auch leichter, den Chef zu überzeugen, dass sich die Teilnahme lohnt:-)

Inzwischen kommen auch viele angestellte UXler. Digitale Services sind kein Agenturthema (mehr), sondern ganz klar Unternehmenssache. Agenturvertreter sind komischerweise sowieso dünn vertreten beim WUD. Das liegt entweder daran, dass wir sie nicht erreicht haben, oder dass kein Interesse besteht, oder keine Zeit da ist.

Beate: Also ist es noch kein „alter Hut“, wie man denken könnte?

Rolf: Nein, der einzige alte Hut beim WUD ist der Titel: Es geht eigentlich schon seit Jahren nicht mehr um Usability, sondern primär um das Nutzererlebnis, also die User Experience. An den Vortragseinreichungen kann man immer auch den Zeitgeist ablesen. Was treibt die Community um? Welche Themen stehen im Fokus?

Beate: Wie ist denn der sogenannte Zeitgeist der UX-Szene?

Wir bewegen uns von der Entdeckung der richtigen Arbeitsmethoden so langsam zum Kern des Problems vor. Wie passen denn neue Arbeitsmethoden wie Design Thinking, Agile und Co-Creation in die alten Strukturen? Was muss passieren, damit sie passen? Die „Szene“ hat es satt, dass trotz viel Engagement in den Projekten am Ende meist doch nur Sachen rauskommen, auf die man nicht stolz ist. Das soll sich ändern!

Beate: Das diesjährige Thema ist „Engagement“. Was bedeutet das für dich?

Rolf: Das Thema finde ich toll. Es öffnet den Raum jenseits des rein Fachlichen und verdeutlicht die Verantwortung, die jeder von uns hat. Egal, ob im Job oder privat. Es geht um Sinn und Bedeutung. Daher haben wir auch bei der Programmgestaltung Vorträge, die „Engagement“ in irgendeiner Form zum Thema gemacht haben, bevorzugt aufgenommen. Insgesamt gab es viel positives Feedback. Das Thema hat einen Nerv getroffen.

Beate: eparo hat ja Teilnehmende und Mitarbeiter versucht zu bewegen, engagierte Projekte vorzustellen. Nicht alle haben das Angebot angenommen. Woran lag das wohl?

Rolf: Das ist eigentlich wie immer. Ich vermute mal, dass es einigen schlicht durchgerutscht ist. So etwas passiert mir auch leider oft genug. Die wichtigen Dinge werden von den dringenden Sachen gefressen.

Beate: Gibt es da irgendwelche Zwickmühlen? Ich meine, wenn jemand eine Tauschbörse für Konsumgüter und Dienstleistungen vorstellt zum Beispiel, torpediert das ja alle marktwirtschaftlichen Interessen, die aber die meisten unserer Kunden verfolgen. Wie passt das alles zusammen?

Rolf: Ich mache mir da keine großen Gedanken drüber. Auch Konzerne mit klaren wirtschaftlichen Interessen engagieren sich ja sozial und nehmen ihre gesellschaftliche Verantwortung wahr. Ob das immer ernst gemeint ist, oder vielleicht auch teilweise marketing-getrieben, lasse ich mal offen. Ich persönlich fände es gut, wenn beim WUD auch Tauschbörsen vorgestellt werden. Auf die Diskussion mit unseren Kunden lasse ich es da gerne ankommen.

Beate: Was wünschst du dir denn für die Engagement-Projekte, die da vorgestellt werden?

Rolf: Ach, ich wär schon zufrieden, wenn die sozialen Projekte sichtbarer werden. Vielleicht findet sich auf dem Weg ja auch der ein oder andere Freiwillige, der Lust und Zeit hat, ein Projekt zu unterstützen.
Selbst wenn es nur einer ist, hätte sich die Aktion meiner Meinung nach schon gelohnt.

Beate: Wie positioniert sich denn eparo? Willst du auch „die Welt verbessern“? Oder zumindest das Biest Unternehmenskultur (wie Daniel Neuberger es in seinem Vortragstitel nennt) zähmen?

Rolf: Naja, ich möchte schon einiges verändern. Flache Hierarchien, Mitbestimmung, Transparenz – zugegeben, es sind große Ziele, die wir verfolgen. Ein Wochenende mit allen Mitarbeitern und ihren Familien im Mai war der Anfang. Jetzt arbeiten wir daran, dass wir unsere guten Vorsätze auch umsetzen. Die Entwicklung unserer Unternehmenskultur mit klaren Werten gehört dazu. Leider kommt das immer noch viel zu kurz im Arbeitsalltag. Was ich echt bedaure. Für den Job heißt es: Wenn wir es schaffen, digitale Services nutzbarer zu machen oder sogar erfreulich, dann würde mich das schon freuen. Mehr Zusammenarbeit und Kreativität und weniger Politik in den Projekten, das wäre schon etwas. Das sind auch die Beratungsprojekte, die ich am liebsten mache.

Beate: Welche Beratungsprojekte meinst du?

Rolf: Ich unterstütze Unternehmen und UX-Teams gerne dabei, die Organisation so aufzusetzen, dass wirklich tolle, innovative Services entstehen können. Das ist viel mehr als nur einen Prozess zu definieren. Es ist im Kern eine Änderung der Unternehmenskultur.

Beate: Auf welchen Vortrag und Workshop freust du dich am meisten?

Rolf: Ich wäre gerne bei der Session dabei, wo es um den Sinn von User-Tests geht. Da hätte ich eine sehr konträre Meinung zu den Vortragenden. Leider moderiere ich zum gleichen Zeitpunkt die andere Session. In Session 1 freue ich mich auf Daniel Neuberger und das Biest Unternehmenskultur. In der Session halte ich ja auch einen Vortrag. Mal sehen, vielleicht wird eine kleine, spontane Podiumsdiskussion daraus.

Beate: Worum geht es denn in deinem Vortrag?

Rolf: Ich will versuchen, etwas genauer zu zeigen, warum Projekte oft schiefgehen. Die Methoden und der Wille sind ja da. Im Unternehmen kommt dann aber irgendwann die Mauer zur Hierarchie und zum Macht- und Karrieredenken. Daran scheitern dann die ganzen ambitionierten Projekte.

Beate: Ich bin gespannt. Danke für das Gespräch, Rolf!

 
16. Oktober, 2014

„Richtig testen, ohne sich an Fake-Probanden zu vergiften“

Im Interview: Lars Wiese, seit Ende 2013 Direktor Feld bei eparo.
Der Marktforschungsexperte berichtet, wie er passgenaue „echte“ Probanden findet und Fehlrekrutierungen ausschließt.

Interview und Redaktion: Beate Winter

Micropersonas

Beate: Was sind denn eigentlich Fake-Probanden?

Lars: Fake-Probanden sind Personen, die sich mit falschen Berufen und falschen Angaben in Projekte reinschmuggeln wollen. Sie behaupten zum Beispiel, dass sie Nutzer eines bestimmen Produktes seien, kennen dieses tatsächlich aber nicht oder nutzen es nicht wirklich. Wenn du mit solchen falschen Probanden testest, sind die Ergebnisse natürlich völlig unbrauchbar.

Beate: Ist es dir schon passiert, dass du mitten im Test oder einer Studie feststellen musstest, einen „Fake-Probanden“ vor dir sitzen zu haben?

Lars: Klar, in meiner Zeit als Marktforscher kam das ständig vor. Ich erinnere mich an eine Autostudie, in der ich mit einem Probanden in einem Porsche saß. Es ging um eine neue Innenraumgestaltung. Der Proband sollte das Fahrzeug, das er auch angeblich selber besitzt, starten. Leider suchte er das Zündschloss rechts und sah mich fragend an. Wie er denn starten solle ohne Zündschloss? Ich ließ ihn dann vom Sicherheitsdienst nach draußen begleiten. Ich gab ihm aber noch den Hinweis, dass bei Porsche das Zündschloss schon immer links saß, und er das ja eigentlich wissen muss als Besitzer einen solchen Fahrzeuges. Ein anderes Mal hatte sich eine Frau als Schwangere ausgegeben, um an einer Gesprächsgruppe über Babynahrung teilzunehmen. Am Buffet rutschte ihr dann leider das dicke Kissen aus dem Pulli und der Bauch war wieder flach. Einer ist mal mit Perücke und Sonnenbrille verkleidet zwei Mal zu selben Studie erschienen. Da gibt es unzählige Geschichten.

Beate: Ist es denn nicht üblich, vorher genau nachzufragen, ob die Probanden echt sind?

Lars: Ich behaupte: Nein. Diesen Aufwand betreibt keiner unserer Wettbewerber. Sie setzen auf Masse und schnelle Rekrutierung der Projekte, leider häufig zu Lasten der Qualität. Bei eparo arbeiten ausschließlich Markt- und Sozialforscher mit langer Berufserfahrung in der Realisierung von Feldprojekten. Und die schauen sich Probanden sehr genau an.

Beate: Wie sorgst du dafür, dass bei deinen Rekrutierungen nur echte Probanden dabei sind?

Lars: Das geht schon los bei der Pflege unseres Probanden-Panels. In unsere Datenbank nehmen wir nur diejenigen auf, die sich qualifiziert haben und deren Identität wir überprüft haben. Wir haben verschiedene Sicherungen in die Rekrutierung und Datenbankaufnahmen eingebaut. Das ganze ist mehrstufig und agil. Double check, Prüfung von Alter, Adresse, Telefonnummer etc. ist selbstverständlich. So schließen wir Mehrfachanmeldungen aus. Es gibt echte Studienprofis, die versuchen, sich mit möglichst vielen unterschiedlichen Profilen bei den verschiedenen Felddienstleistern anzumelden.

Bei der eigentlichen Rekrutierung wird es dann erst richtig anspruchsvoll. Jetzt müssen wir ja noch dafür sorgen, dass uns die möglichen Probanden keine Märchen erzählen, um in die Studie reinzukommen.

Beate: Was meinst du mit „Märchen erzählen“?

Lars: Bei einer Rekrutierung geht es ja neben den harten demografischen Daten auch um die Lebenssituation und die Erfahrungen. Wo kauft jemand ein? Welche elektronischen Geräte nutzt er? Was für ein Auto fährt er? Wenn der Proband ahnt, was er sagen muss, um in die Studie zu kommen, dann erzählt er dir genau das, was du hören willst.

Beate: Und wie vermeidet ihr das?

Lars: Du brauchst erst einmal ein genaues Anforderungsprofil. Was macht die Zielgruppe aus? Wie unterscheidet sie sich? Daraus wird ein Rekrutierungsprofil exakt abgebildet. Wir stellen immer offene Fragen! Echte Probanden antworten wahrheitsgemäß. Die Antworten werden gezielt hinterfragt. Wichtig hierbei: Fragen stellen, die nur ein echter Nutzer kennen kann. Bei Zweifeln und Unstimmigkeiten der Angaben des Probanden rufen wir beispielsweise in der Firma an und lassen uns Position und Aufgabengebiet der Person bestätigen.

Es gibt außerdem eine 6 monatige Studiensperre, um Dauergäste in Projekten/Studien zu vermeiden.

Beate : Gibt es „Pappenheimer“, die immer wieder versuchen, sich rein zu schummeln?

Lars: Der bislang hartnäckigste Kandidat hat es 15 mal versucht, immer mit einer anderen Identität. Leider erfolglos :-)

Beate: Aber es kann ja doch passieren, dass es jemand schafft und im Interview sitzt, obwohl er überhaupt nicht passt. Wie gehst du damit um?

Lars: Wichtig ist, dass man es möglich früh merkt. Dazu fragen wir zu Beginn des Interviews noch einmal die Fakten ab. Bei den eparo-Tests und Interviews sitzen ja immer auch die Kunden im Beobachtungsraum und verfolgen genau, was der Proband sagt. Da fällt es sofort auf, wenn jemand nicht passt. Es macht überhaupt keinen Sinn, mit einem Fake-Probanden das Interview weiter zu führen, weil die Ergebnisse schlicht falsch sind. Also am besten direkt abbrechen. Damit man dann nicht eine Stunde lang rumsitzt, haben wir immer einen Ersatzkandidaten rekrutiert, der dann einspringen kann. Den brauchen wir ja auch, falls mal ein Proband nicht erscheint.

Beate: Wie oft kommen die Ersatzkandidaten zum Einsatz?

Lars: Eher selten. In der Regel passen die Probanden ja gut. Und auch die regulären Probanden erscheinen fast zu 100%. Wir rufen die ja immer am Tag vor der Studie noch mal an, um sicher zu stellen, dass sie den Termin nicht vergessen haben.

Beate: Da steckt insgesamt viel Arbeit drin.

Lars: Stimmt. Hinter den Kulissen muss ziemlich viel passieren, damit die perfekten fünf Probanden pünktlich zu einem Interview erscheinen.
Übrigens haben wir bis jetzt hauptsächlich über die eher einfachen Konsumentenstudien gesprochen.
Richtig spannend wird es ja erst, wenn wir die Nadel im Heuhaufen suchen müssen. So was wie „Sammler von Kuckucks-Uhren“ oder „Festangestellte Controller, die sich nach einem neuen Job umsehen“.
Aber das ist was fürs nächste Interview.

Beate: Vielen Dank.