eparo – Digital Service Design

Das Blog von eparo.de

30. Januar, 2017

Neues vom Rekrutierungsgott

Wer bei eparo vorbeikommt, läuft auf dem Weg zum Büro an einer unscheinbaren Tür vorbei. „Hier kein Test“ steht darauf, weil sich immer wieder Probanden verlaufen. Dahinter verbirgt sich unser Feldbereich.

Wer User Experience Tests macht, benötigt dafür Testpersonen. Das ist nicht trivial – ganz normale Menschen müssen sich außerhalb ihrer Arbeitszeit zum Labor bewegen, um dort unbekannte Szenarien und bunte Prototypen über sich ergehen zu lassen. Die beste Fragestellung scheitert, wenn sie an die falsche Person gestellt wird. Da die meisten Projekte unter Zeitdruck stehen, kann ein schlechter oder fehlender Proband den ganzen Test gefährden. Das zu verhindern liegt bei uns in der Verantwortung der vier Mitarbeiter des Feldbereichs, geleitet von dem liebevoll „Rekrutierungsgott“ genannten Lars Wiese. Sein Motto lautet „Wenn es lebt, können wir es rekrutieren“.

unser Rekrutierungsgott Lars

Lars‘ Motto lautet „Wenn es lebt, können wir es rekrutieren“.

Dem Anspruch wird er gerecht. Einfache Fälle zu finden, wie „Menschen, die eine Waschmaschine brauchen“, entlockt ihm nur noch ein müdes Lächeln. In seinen seit 20 Jahren gepflegten Ordnern – er arbeitet streng auf Papier – finden sich die Ergebnisse des geduldigen Suchens, Filterns und Sortierens von Menschen aller Lebenswege. Spannender findet er die herausfordernden Aufträge, bei denen Experten gefunden werden müssen. Rheumatologen in Bielefeld über 40? Geschäftsführer mittelständischer Unternehmen, die einen Bürohund haben? MDAX CEO in Frankfurt? Alles kein Problem für den Direktor Feld.

Sein Geheimnis ist vielleicht, dass er es liebt, sich mit Menschen auszutauschen. Er hat aber auch den Sportsgeist eines guten Anglers. Er nutzt alle Kanäle, recherchiert gründlich und sucht und erarbeitet ständig neu. Am Ende ist er manchmal selbst fasziniert, genau den Menschen vor sich stehen zu haben, den sein Kunde sucht.

Dabei ist seine Auswahl streng: Nicht nur muss die Person den geforderten Kriterien entsprechen, zusätzlich braucht es „Testerqualitäten“. Eloquenz und Interesse sind für die Gesprächsqualität wichtig, aber ein Proband muss auch einverstanden sein, dass Aufzeichnungen gemacht werden. Selbst Dinge wie deutliche Aussprache bezieht Lars in seine Auswahl mit ein. Dafür sprechen die Mitarbeiter des Feldbereichs telefonisch mit jedem einzelnen Probanden, oft mehrfach. Der Eine oder Andere ist mit Lars danach sogar auf sozialen Netzwerken befreundet.

Seine „Anglerqualitäten“ zeigen sich aber vor allem beim Screening, dem in Fragebogenform übersetzten Kriterienkatalog der Probandenrekrutierung. Er weiß genau, was er fragen muss, um herauszufinden, ob der Proband sich eignet. Dazu reduziert er die Fragestellung des Kunden auf das für die Probandenrekrutierung Wesentliche und verengt oder verbreitert dabei eigenständig die Suchkriterien. Gerade wenn als Basis Personas vorliegen, ist das eine eigene Übersetzungsleistung. Screener sind eine eigene Wissenschaft. Es reicht nicht, den Menschen zu fragen, was man wissen möchte. Stattdessen findet Lars Fragen, die ihn indirekt zur Antwort führen. Wie beim Fischernetz darf der Filter weder zu eng noch zu grob sein, sonst sind die Ergebnisse nutzlos. Ein bisschen Menschenkenntnis ist allerdings auch dabei – Lars kann sich immer auf sein Bauchgefühl verlassen.

In den Interviews ernten Moderatoren und Kunden dann die Früchte seiner Arbeit. Da es in Deutschland keine Ausbildung zum „Rekrutierungsgott“ gibt, hat Lars beschlossen, sein Wissen in einem eigenen Workshop weiterzugeben.

Weitere Infos zum Workshop und die Anmeldung gibt es hier.

 
20. September, 2016

eparo goes Holacracy: Teil 4 – Der Kick-off

eparo goes Holacracy
Teil 1 – So fängt es an
Teil 2 – Die Suche nach dem Holacracy Coach
Teil 3 – Rollenfindung
Teil 4 – Der Kick-off

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Vorbereitung

Während ich die Rollen vorbereitet habe, haben Chris und Andrea den Holacracy-Kick-off vorbereitet. Zum Start müssen ja die Rahmenbedingungen alle stehen, damit wir auch arbeiten können.

Holacracy Constitution

holacracy-kick-off-constitutionIn Holacracy sind ja in der „Constitution“ alle Entscheidungsprozesse und Abläufe bis ins Kleinste geregelt. Von der Wahl des Secretary bis zum Einladen von Gästen in ein Tactical Meeting. Um also mit Holacracy arbeiten zu können, muss jeder Mitspieler die Regeln kennen. Wie beim Fußball.
Wir haben daher die Constitution für jeden Kollegen einmal ausgedruckt und als Buch binden lassen.

Meeting Cards

holacracy-kick-off-tactical-meetingEin Herzstück von Holacracy sind die Governance und Tactical Meetings. Auch hierfür gibt es (kaum verwunderlich) ganz strikte Regeln, die man kennen muss, damit die Meetings funktionieren.
Es gibt hier sehr praktische Meeting Cards, wo die wichtigsten Regeln auf einer DIN A5 Pappkarte gut verständlich zusammengefasst sind.
Diese Meeting Cards haben wir auch gedruckt.

Rollen zum Anfassen

rollenkartenWir pflegen ja alle Rollen in Asana, indem wir Rollen als Tasks abbilden. Das funktioniert ganz gut, aber der gute Gesamtüberblick über Rollen und Kreise geht dabei verloren. Das kann Glasfrog (das „offizielle“ Holacracy-Tool von HolacracyOne) besser.
Da wir unsere Holacracy-Struktur möglichst anfassbar und haptisch darstellen wollen, haben wir uns überlegt, alle Rollen auf kleine Magnetkarten zu drucken und die auf ein großes, rollbares Whiteboard zu packen.
Also haben Andrea und Chris für alle Rollen die Magnetkarten vorbereitet. Sieht richtig gut aus. Die Namen der Rollen sind gedruckt, die Rolleninhaber schreiben wir mit Whiteboard-Markern auf die Karten. Dann kann man den Rolleninhaber leichter ändern. Holacracy lebt ja von der konstanten Änderung…

Kick-off Workshop

Zum Kick-off haben wir wieder Bernd als Coach und Moderator eingeladen. Das war auch ganz wichtig, da die Unsicherheiten bezüglich der Holacracy-Regeln schon noch recht groß ist.
Bernd hat daher erst mal eine kleine Holacracy-Wiederholung gemacht.

Vorstellung der Rollen

Am Whiteboard haben wir dann alle Rollen vorgestellt und die initiale Zuordnung erklärt. Hier gab es etwas Verwirrung, weil einige Kollegen dachten, dass sie sich ihre Rollen selber aussuchen können. Aber da sieht Holacracy eben vor, dass die erste Rollendefinition und die Festlegung der initialen Kreise vom Lead Link des Anchor Circle gemacht wird.
Erst nach dem Kick-off greifen dann die Holacracy-Regeln für die Governance der Strukturen und Rollen.
Faktisch war mit der Vorstellung der Rollen und Kreise Holacracy eingeführt.
Ab jetzt kann ich nur noch im Rahmen meiner Rollen Entscheidungen treffen. Sehr merkwürdiges Gefühl.

Das erste Governance-Meeting

Wir sind dann direkt ins kalte Wasser gesprungen – mit Bernd als Rettungsschwimmer – und haben unser erstes Governance-Meeting abgehalten.
Hierfür waren die Meeting-Karten sehr praktisch. Angefangen haben wir mit der Wahl von Facilitator und Secretary, streng nach Holacracy-Regeln.
Dann ging es gleich mit dem Sammeln von Tensions weiter. Hier wurde schnell klar, wie wichtig die klare Unterscheidung von operativen Tensions (die gehören nämlich ins Tactical-Meeting) und strukturellen Tensions ist.
Nächstes Learning: Ein guter Facilitator ist wichtig. Und zwar als Abbrecher von Diskussionen :-)
Gerade beim Governance-Meeting sind die Regeln für das Abarbeiten von Tensions ja super strikt. Damit hatten wir alle ziemliche Probleme:

  • Tensions sammeln: Was ist eigentlich eine Tension? Die Frage musste Bernd als Erstes klären. Ganz wichtig dabei: Tensions sind nichts Negatives. Im Gegenteil, eine Tension ist im Prinzip nur der Anlass für eine Verbesserung. Nach dieser Einleitung kamen auch gleich reihenweise Tensions auf die Liste. Nur als Stichpunkte für die Agenda. Hier musste Bernd dann auch gleich wieder eingreifen, wenn ein Tension-Geber anfing, seine Tension im Detail zu beschreiben. „Nur ein Stichwort, damit du gleich noch weisst, was deine Tension ist.“
    Hier muss der Secretary auf Asana Klavier spielen, da jede Tension direkt als Task dokumentiert wird.
  • Tensions der Reihe nach abarbeiten: Jetzt ging es der Reihe nach durch jede Tension. Der Secretary hat ja alle Tensions in Asana aufgenommen und kann sie jetzt einzeln „aufrufen“.
    Der Tension-Geber stellt seine Tension vor und idealerweise auch seinen Lösungsvorschlag. Hier kam dann wieder sofort unsere Unwissenheit zum Vorschein. Eigentlich waren alle Tensions eher operativ und hätten daher nicht ins Governance-Meeting gehört, sondern ins Tactical-Meeting. Gleich was gelernt :-)
  • Klärungsrunde: Nach der Vorstellung der Tension konnte jetzt jeder noch klärende Fragen stellen. Klingt einfach, aber man rutscht sehr schnell von reiner Klärung in Kritik oder Verbesserungsvorschläge. Hier musste Bernd dauernd eingreifen. Ganz wichtig, sonst ist man sofort wieder in der üblichen Diskussionsrunde und wird nie fertig.
  • Anmerkungsrunde: Jetzt darf jeder seine Meinung zur Tension und dem Lösungsvorschlag sagen. Alle haben hier den Tension-Geber direkt angesprochen und wollten – na was wohl – diskutieren. Wieder war Bernd gefragt. Diesmal mit „Der Tension-Geber antwortet nicht. Am besten adressiert ihr ihn auch garnicht, sondern sagt einfach nur, was euch zu dem Proposal einfällt.“
  • Antwort des Tension-Gebers: Das war der einfachste Teil. Der Tension-Geber kann noch mal etwas klarstellen oder einfach bei seinem Vorschlag bleiben.
  • Einwandrunde: Vermutlich kann es hier auch noch mal hakelig werden. Bei uns ging es ziemlich glatt, d.h. ohne Einwände, durch. Lag vielleicht daran, dass alle ihre Rollen noch nicht so gut kannten, oder daran, dass die Themen noch eher einfach waren. Aber wer weiss, könnte sein, dass es einfach bleibt. Jede Entscheidung in Holacracy ist ja nur ein Testballon. Was nicht funktioniert, kann ja genauso einfach wieder geändert werden. Da muss man ja nicht mehr überall dagegen sein…

Insgesamt lief unser erstes Governance-Meeting schon unglaublich glatt ab und ging ziemlich schnell. Na gut, wir haben auch noch fünf Tensions erst mal aufgehört und gemeinsam Mittag gegessen.

Bring your own Lunch

holacracy bring you own lunchDas gehört zwar nicht wirklich in einen Blog-Beitrag über Holacracy, aber what the hell:-)
Statt einfach Lunch-Catering zu bestellen, hat Beate zu „bring your own lunch“ eingeladen. Jeder hat was mitgebracht und dann wurde in der Küche kurz Salat geschnippelt und Mozzarella mit Tomaten vorbereitet. Mit Grüßen von Magis Mutter kamen noch Berge an türkischen Spinat-Schafskäse-Dingern (Keine Ahnung, wie die auf türkisch heissen…) auf den Tisch und als Gegenpol ein riesiger Nudelsalat mit Wurst von Lars. Lecker war’s.
Vermutlich wird das jetzt endlich zur Office-Tradition. Wir haben das gemeinsame Mittagessen ja bei Valsplat erlebt und wollten es da schon unbedingt bei uns einführen.

Das erste Tactical-Meeting

holacracy-kick-off-tactical-meeting-agendaNach dem Mittagessen dann das erste Tactical-Meeting. Bernd musste improvisieren, da er nicht gedacht hat, dass wir dazu überhaupt kommen.
Eigentlich mussten wir alle improvisieren, da wir ja noch nicht alle Projekte aufgesetzt haben und auch die Rollen ja noch ziemlich unbekannt sind. Im Wesentlichen haben wir also wieder das „Tensions-abarbeiten“ geübt:

  • Tensions sammeln: Das mit den Tensions hatten wir ja schon geübt. Hier wurde es jetzt schon richtig produktiv und ging ans Eingemachte. Wir hatten ganz schnell 15 oder mehr Tensions auf der Agenda. Einige eher banal, aber auch die große Abrechnung mit unserem CRM-Tool:-)
    Andrea als gewählte Secretary musste die Tensions dann alle wieder blitzschnell als Tasks in Asana sammeln.
  • Tension vorstellen: Der Tension-Geber erklärt seine Tension und erklärt, warum er die Tension hier vorstellt. Will er nur eine Information weitergeben? Braucht er eine Entscheidung? Muss jemand etwas tun? Sollte ein Projekt gestartet werden?
    Hier ist es jetzt wichtig, möglichst klar die Rolle anzusprechen, die von der Tension betroffen ist.
  • Über die Tension entscheiden: Jetzt können die betroffenen Rolleninhaber Stellung nehmen. Entweder mit einer einfachen Task „Ok, ich mache xyz.“, die dann auch gleich von Andrea als Task in Asana für den jeweiligen Rolleninhaber dokumentiert wird. Oder der Rolleninhaber legt bei größeren Themen ein Projekt an. Das war die Lösung für das CRM-Tool-Thema.
  • Tension auflösen: Der Facilitator fragt nun den Tension-Geber, ob mit den Lösungsvorschlägen die Tension weg ist. Wenn ja, wird die Tension in Asana auf „Completed“ gesetzt und es geht gleich zur nächsten Tension.
    Es sollte in jedem Fall etwas vereinbart werden, was dabei hilft, die Tension aufzulösen. Das hat bei unserem ersten Tactical auch super funktioniert.
    Insgesamt sind wir ganz schnell durch die 15 Tensions durchgekommen und alle hatten das Gefühl, dass wir in allen Fällen das Thema konstruktiv weitergebracht haben.

Der Tag danach

Es ist noch nicht so richtig durchgedrungen, aber wir haben mit dem Kick-off mal eben die alte Führungsstruktur abgeschafft.
Das wird bei vielen Kleinigkeiten deutlich. Ich werde immer noch automatisch angesprochen, dass ich irgendwas entscheiden soll. Aber ich kann jetzt ganz oft sagen „Ist nicht meine Rolle. Frag xyz. Ist ihre Rolle. Sie entscheidet das.“. Sehr cool. Natürlich fallen jetzt auch sofort alle Sachen auf, die in den Rollen noch nicht beschrieben sind. Zum Beispiel ist nicht klar, wer entscheidet, ob wir neue, hübsche Kaffeebecher fürs Team kaufen wollen. Für Büromaterial, Computer und Usability-Lab-Technik ist es geregelt. Für hübschen Schnickschnack nicht :-)
Das kommt gleich auf die Liste für’s nächste Governance-Meeting.
Ich merke für mich, dass ich ab jetzt nicht mehr einfach entscheiden darf, sondern immer erst überlegen muss, ob ich überhaupt eine Rolle habe, in der ich die Entscheidung treffen darf.
Sehr spannend. Fortsetzung folgt…

 
5. Dezember, 2015

World Usability Day 2015 in Hamburg: Ein Rückblick

 

Zuerst möchten wir der German UPA und der UXPA zum 10 . World Usability Day (WUD) gratulieren! Danke, dass ihr diesen Tag ins Leben gerufen habt. Es gehört viel Enthusiasmus dazu, die vielen Veranstalter zu vernetzen und Tausende Teilnehmer zu begeistern.

Teilnehmerrekord in Hamburg – Vortragende und Besucher aus ganz Deutschland

Zuhörer im Ditze Hörsaaleparo konzipiert und organisiert den WUD in HH seit 2007. Die Teilnehmerzahlen steigen jährlich. Innovation – das Motto des diesjährigen WUD hat den Rekord gebrochen. Rund 320 Teilnehmer besuchten 18 Vorträge und sieben Workshops. Die Hörsäle und Seminarräume der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW), unserem Kooperationspartner, waren bis auf die letzten Plätze belegt. Während der WUD HH anfangs eher ein „Familientreffen“ der Hamburger UX-Szene war, reisten viele Teilnehmer und Vortragende in diesem Jahr aus ganz Deutschland an. Teilweise als Kleingruppen aus Unternehmen oder Universitäten. Das Publikum wird von Jahr zu Jahr bunter.

Vielen Dank an die Sponsoren des WUD

Wir danken natürlich auch unseren Sponsoren (Books on Demand, Ergosign, Eventim, Human Interface Design, immonet). Sie haben dafür gesorgt, dass der WUD in Hamburg für die Teilnehmer kostenlos ist und alle Teilnehmer gut mit Essen und Getränken versorgt waren. Ihr seid hoffentlich im nächsten Jahr wieder mit dabei…

Innovation – in welchem (Arbeits-)Klima entsteht sie? Woran scheitert sie?

Innovation war das diesjährige Schwerpunktthema. Kein Wunder, denn Innovation beschäftigt uns alle. Transparenz der Finanzen und Gehälter, gemeinsame Werte, keine Chef-Positionen, Selbstorganisation – New Work ist komplex und nichts, was man von heute auf morgen umsetzen oder anordnen kann. Und es gibt kein übertragbares Muster. Agile selbstverantwortliche Teams sind Bedingung für gelungene Produkte und Projekte. Alles hängt hier zusammen.

Schwere Wahl – zu viele gute „Bewerbungen“!

Auf unseren Aufruf, Vorträge einzureichen, folgten gleich 30 sehr gute Vorschläge! Die Entscheidung fiel schwer. Deshalb haben wir alle, die sich regelmäßig bei eparo zur Arbeitsfrische treffen gebeten, sich einzumischen. Wir haben stundenlang diskutiert. Schließlich wurden drei statt zwei Tracks angelegt. Und 18 statt der geplanten 12 Vorträge ins Programm genommen.

Wissenschaft trifft Wirtschaft

knete-im-hid-workshopNeu war in diesem Jahr, dass sich die Hochschulen verstärkt angesprochen fühlten. Lehrende und auch Studenten verschiedener Hochschulen wurden für das Vortragsprogramm ausgewählt und haben auch Workshops gestaltet. Auch über den WUD hinaus möchten wir die Zusammenarbeit mit Studierenden der HAW fortführen. Wir geben gern Einblicke in unsere Arbeit. Und sind natürlich neugierig, was Studenten umtreibt.

Und die Workshops am Vormittag wurden sehr gelobt. Die Bandbreite war riesig: Von gelebter Kreativität bis zum intelligentem Wohnen.

Werbung für den WUD

aufmerksam-fu%cc%88r-das-gewo%cc%88hnlicheWir danken Matthias Müller-Prove, der auf seiner Website , über UXHH und über Twitter wie jedes Jahr rechtzeitig viel Werbung für den WUD gemacht hat und den coolen Raumplan der HAW veröffentlicht hat☺

Ach ja, Matthias hat auch zusammen mit Sven Klomp vormittags den wohl ungewöhnlichsten Workshop gemacht: „Aufmerksam für das Gewöhnliche“. Da bin ich das nächste Mal dabei.

 

 

Alles zum Nachlesen auf der WUD-Hamburg Website

twitterwallDas gesamte Programm und alle Vorträge zum Download findet ihr hier: wudhh.de

Außerdem wurde dieses Jahr sehr viel getwittert. Unter dem Hashtag #wudhh könnt ihr das natürlich alles nachlesen. Während der Veranstaltung konnte man es live auf der Hashtag-Wall verfolgen.

 

 

Um den WUD herum: Die Welt verbessern – Haltung zeigen

Soziale Projekte unterstützen

Wir sind froh, dass wir seit Kurzem einen neuen Caterer im Boot haben: Die Produktionsschule Altona. Jugendliche, die Schule bisher nicht zum besten Freund hatten, machen hier andere (Lern)-erfahrungen. Mit Erfolg. Sehr coole Organisation mit sehr engagierten Menschen!

Übrigens: Die Produktionsschule Altona sucht dringend neue Räumlichkeiten im Raum Hamburg-Altona. Es müssten allerdings 1000 bis 1.200 Quadratmeter sein zu einem sehr erschwinglichen Preis.

Übrigens: Während der gesamten Veranstaltung gab es Getränke und Snacks. Mittags belegte Brötchen und Gemüse. Abends haben wir zu einem Get-together eingeladen. 19 Kisten Viva con Aqua, 3 Kisten Bier, 6 Pakete Kaffee, 320 halbe vegetarisch belegte Brötchen und Schwarzbrot. 3 Platten Gemüsesticks, 100 Muffins und 140 Laugenstangen. Alles war bis auf die letzte Möhre verputzt. Auch das war ein Rekord in diesem Jahr ☺

Spendensammlung für Flüchtlingsprojekte

spenden-fu%cc%88r-gefloheneDie Welt verbessern, nicht nur digital. Ein weiteres Herzensanliegen. Wir haben uns deshalb entschieden, auf dem WUD für Geflohene zu sammeln und diese Aktion auch in Zukunft weiter zu führen. Auch da fiel die Entscheidung sehr schwer. Die vielen anderen engagierten Einrichtungen und Organisationen hätten diese Unterstützung auch verdient!
Seawatch: Das 1. Privatschiff zur Flüchtlings-Ersthilfe im Mittelmeer in Deutschland. Seit Juni 2015 leistete die „Sea-Watch“ Flüchtlingsbooten vor der Küste Libyens Ersthilfe und führte Rettungsmaßnahmen im Rahmen ihrer Möglichkeiten durch, zudem forderte und forcierte sie die Rettung durch die zuständigen Institutionen. 2000 Vertriebene wurden bis Oktober 2015 gerettet!
MORE THAN SHELTERS: Vielleicht habt ihr sie schon gesehen, die weißen iglu-ähnlichen Zelte am Hauptbahnhof? Das sind DOMOS von MORE THAN SHELTERS (MTS). Bis Ende des Jahres sollen erste winterfeste DOMOS fertiggestellt sein. Wir würden gern helfen, diese Unterkünfte zu finanzieren.
Am Ende konnten wir 400 Euro auf die Spendenkonten verteilen. Wir wünschen Seawatch und MORE THAN SHELTERS viel Glück und Erfolg bei den aktuellen Einsätzen!

Last but not least – hinter den Kulissen

Kooperation mit der HAW

Natürlich hat auch unser „ewiger“ Kooperationspartner, die Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) dazu beigetragen. Nicht nur durch das Raumsponsoring von Anfang an. Auch Friederike Kerkmann trägt seit 2014 maßgeblich dazu bei, dass die Kooperation perfekt gelingt. Außerdem hat sich die Promotionsstudentin dafür eingesetzt, dass Lehrkräfte und Studierende sich aktiver am Programm des WUD beteiligen. Friederike, wir danken dir!

Organisation

andrea-und-chrisJede Veranstaltung steht und fällt mit der Organisation. Wir danken unserer WUD-Eventmanagerin Andrea Westermann dafür, dass wieder einmal alles perfekt geklappt hat und sie immer den Überblick behält:

„Die Herausforderung steigt von Jahr zu Jahr. Über den Tag verteilt haben uns 4 studentische Hilfskräfte und natürlich ganz extrem Friederike Kerkmann von der HAW unterstützt. Neu und sehr hilfreich war unsere kleine Sackkarre. Hat echt den Rücken geschont. Die Zusammenarbeit mir der HAW lief wieder super. Dieses Jahr waren wir schon ein eingespieltes Team und viele Abläufe waren selbstverständlich. Daher mein Fazit: Never change a running system ☺“(Andrea Westermann)

Ohne Technik hätte der WUD nicht stattfinden können. Wir danken unserem Kollegen Christian Reichel, der irgendwie in drei Räumen gleichzeitig dafür gesorgt hat, dass es überall Bild, Ton und zufriedene Gesichter gab.

Lessons learned

Wir haben auch einiges Feedback eingesammelt, das wir für die Planung im kommenden Jahr berücksichtigen werden. Es wird mehr Pausen zwischen den Vorträgen geben für Gespräche und den Austausch untereinander. Vermutlich werden wir auch schon vormittags Vorträge mit ins Programm nehmen.

Wie das genau aussieht, lassen wir euch rechtzeitig wissen. Bis dahin sagen wir erst einmal Tschüss.

 
17. November, 2015

Storyboards für digitale Services und Product Discovery Interview mit Illustratorin Melina Pink

Diesen Workshop mit Illustratorin Melina Pink bietet eparo bereits zum dritten Mal an. Damit ihr unsere Lieblingsillustratorin näher kennenlernt, stellen wir sie euch hier vor:

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Melina hat nach ihrem Fachabitur in Grafik und Gestaltung am Laguna College of Art & Design in Kalifornien einen B.F.A. in 2D Animation gemacht. Dort hat sie u.a. die Grundlagen des Storyboarding und Character Designs gelernt.

Nach dem Studium arbeitete sie als Storyboard-Zeichnerin für verschiedene Agenturen in L.A., bevor sie zurück nach Deutschland ging.
Hier hat sie nicht nur als Illustratorin, sondern auch beim Film und am Theater gearbeitet. Parallel machte sie ihren M.A. in Kultur + Management und arbeitete dann für einige Jahre auf dem internationalen Kunstmarkt.

Anfang 2013 hat sich Melina wieder selbstständig gemacht. Back to the roots sozusagen.

 
Beate: Was sind deine besonderen Eigenschaften?
Melina: Als Illustratorin versuche ich mich immer weiter zu entwickeln und dazu zu lernen. Was das Zeichnen angeht, ist das ein ständiger Prozess, der nie stillsteht. Ich versuche immer an meine Grenzen zu gehen und meine Komfortzone zu verlassen. Dabei interessiere ich mich besonders für Kontraste und die damit verbundenen Spannungsverhältnisse zwischen Altem und Neuem, Urban Art + klassischer Kunst, analoger + digitaler Kunst.
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Beate: Melina, warum bist du Illustratorin geworden?
Melina: Ich habe schon immer gezeichnet und kann mich nicht an einen Zeitpunkt erinnern, wo das nicht der Fall war. Die Illustration ist nicht etwas, wozu ich mich entschlossen habe, sondern sie ist Teil von mir. Mein Großvater hat bereits gezeichnet, vielleicht liegt es in den Genen.
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Beate: Welche Vorbilder hast Du?
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Beate: Du hast dich auf Scribbles, Storyboads und Character für Produkte spezialisiert. Was ist deine absolute Leidenschaft?
Melina: Ich liebe schwarz-weiß Strichzeichnungen sehr. Für mich steht dabei die bildliche Umsetzung einer Idee im Zentrum und wie ich eine Emotion, Botschaft oder Handlung am besten vermitteln kann.
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Beate: Du hast auch für einen beeindruckenden Ebola-Beitrag vom WDR gezeichnet. Was hat dich daran besonders gereizt?
Melina: Gereizt hat mich daran die gesellschaftliche Relevanz des Themas und der menschliche Aspekt. Ich bin kein Arzt und kann in dem Sinne nicht helfen, aber ich kann als Zeichnerin durch meine Bilder einen Beitrag leisten. Das Thema hat mich persönlich sehr bewegt, vor allem während des Zeichnens.
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Beate: An welchen Projekten arbeitest du in deiner Freizeit?
Melina: Ich arbeite immer an mehreren Projekten gleichzeitig. Zur Zeit experimentiere ich gerade mit 2D-animierten Erklärfilmen. Zudem zeichne ich täglich und schraube an meiner Webseite herum.
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Beate: Gibt es so etwas wie einen großen Traum für dich?
Melina: Ich möchte irgendwann meine eigene Grafische Novelle schreiben. Zudem würde ich sehr gerne im Bereich politische Satire/Cartoons arbeiten, um so die Machthaber etwas mit meinem Stift zu piksen. ;-)
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18. April, 2015

AxShare als App – Erste Eindrücke aus dem Beta-Test

AxShare als App

Seit gestern gibt es von Axure eine App für AxShare. Wir hatten die App im Beta-Test.

Was kann die AxShare-App?

  • Über die App kann man schnell und komfortabel den zu testenden Axure Prototypen öffnen. Das lästige Eingeben der AxShare-URL entfällt.
  • Prototypen können lokal auf dem Device gespeichert werden.
  • Die lokal abgespeicherten Prototypen sind auch offline auf dem Gerät verfügbar und sorgen dafür, dass die Performance des Prototypen auf dem Gerät nicht aufgrund einer langsamen Internetverbindung leidet.
  • Die Statusleiste des Smartphones kann ausgeblendet werden.
  • Die App ist für iOS und Android verfügbar.

Gute Nachrichten für das mobile Prototyping mit Axure

Irgendwie war das Testen von App-Prototypen auf Smartphones und Tablets bislang nicht sonderlich komfortabel. Besonders für iOS-Devices ging das meist über remote in AxShare generierte Prototypen. Das war bei größeren Prototypen langsam und nicht sehr performant. Besonders bei User-Tests hat das bei den Probanden immer einen negativen Eindruck der zu testenden App ausgelöst. Die Probanden waren schnell genervt und haben weniger Sachen ausprobiert.

Ach ja, das Finden des richtigen Prototypen über die kryptische AxShare-ID hat auch genervt. Oft haben wir uns in der Vergangenheit uns die AxShare-ID diktiert, um den Prototypen auf dem Smartphone oder Tablet zu öffnen.

Über die lokal in der AxShare-App gespeicherten Axure-Prototypen wird das jetzt deutlich besser. Die Prototypen stehen sauber aufgelistet in der App. Die lokal gespeicherten Daten verkürzen die Ladezeiten der Prototypen und machen eine Internetverbindung überflüssig.

Zusätzlich kann die Statusleiste vom Smartphone ausgeblendet werden, was sicherlich bei einigen Prototypen wichtig ist, aber aus guten Gründen von Apple nicht empfohlen wird (Apple Developer Guidelines).

Unser Fazit

AxShare TesteinladungWäre schön gewesen, wenn die App einen Monat eher fertig geworden wäre. Dann hätten wir die letzten 6 App-Projekte, die wir mit Axure entwickelt haben, schon damit testen können.

Noch ist die App in der Entwicklung. Wir sind dennoch schon jetzt begeistert, denn die App sorgt für störungsfreiere UX-Tests und besseres Nutzer-Feedbacks.

Sobald wir mehr wissen, werden wir wieder berichten.

 
3. April, 2015

eparo Unternehmenskulturlabor

Unsere Veranstaltungsreihe zum Thema New Work

Auftakt: Filmabend mit AugenhoeheFilm www.augenhoehe-film.de und anschließendem Open Space

AUGENHÖHEFilm war der Auftakt zum eparo-Unternehmenskulturlabor im März. Das gelungene non-profit Filmprojekt portraitiert sechs Firmen, die Potentialentfaltung, Selbstverantwortung und Partizipation groß schreiben – und damit sehr erfolgreich sind. Wir haben den Film gezeigt und im anschließenden Open Space (mit Alexander Schilling von raumfuer als Moderator) mit den 70 Gästen diskutiert. Und Silke Luinstra vom Augenhöhe-Team hat ein Spontaninterview gegeben.

Wie funktioniert die Transformation der Arbeitswelt?

Das Unternehmenskulturlabor ist eine Veranstaltungsreihe bei eparo. Hier dreht sich alles um New Work. Digitale Revolution, Selbstorganisation, Mitarbeiterbeteiligung und Transparenz – das sind nur einige Themen, über die wir sprechen möchten.

Wie wollen wir miteinander arbeiten? Wie geht das mit dem „Kontrolle abgeben“ und „Verantwortung übernehmen“? Und wie überzeugen wir Kunden von der Bedeutung von New Work für gute Produkte und User Experience, wenn dort noch in klassischen hierarchischen Strukturen gearbeitet wird?

Großes gesellschaftliches Interesse am Thema New Work

Das Thema „fliegt“. Deutschlandweit schießen Kongresse und Barcamps aus dem Boden. Als hätte jemand ein Ventil geöffnet. Haben alle drauf gewartet, dass sich endlich was bewegt? Ist die Zeit einfach reif? Das eparo-Event war jedenfalls nach zwei Tagen komplett ausgebucht. Die Warteliste wurde immer länger. Am Veranstaltungstag gab es innerhalb von einigen Stunden 20 Absagen. Die Grippewelle hat zugeschlagen. Als es um 18.20 Uhr losging, saßen dann trotzdem 70 Menschen im frisch eingerichteten Workshopraum.

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70 Gäste beim AugenhöheFilm

Wie Begeisterung auf Augenhöhe ansteckt

Bevor es mit dem Film losging, habe ich noch ein spontanes Interview mit Silke Luinstra vom Augenhöhe-Team geführt. Ich hatte Silke auf der Bahnfahrt nach München getroffen. Auf dem Weg zum Kongress „Das demokratische Unternehmen“

Was sie mir im Interview erzählt hat und auch eine gute Zusammenfassung des Abends gibt es im Blog von Alexander Schilling. Über den hashtag #ukulab wurde auch einiges getwittert.

Silke hat mich mit ihrer Begeisterung richtig angesteckt und mich gleich mit all jenen vernetzt, die für dieses Thema brennen. Mittlerweile wurde ein neuer Film produziert: AUGENHÖHEwege. Die Premiere ist am 4. März im Museum der Arbeit. Karten gibt es bei Organeo Ende März/Anfang April 2016 zeigen auch wir ihn dann auch bei eparo. Den genauen Termin kündigen wir natürlich rechtzeitig an. 

Eine Initialzündung – und ihre Folgen

Augenhöhe war eine Initialzündung für mich. Der Wunsch, anders arbeiten zu wollen, nimmt immer mehr Form an. Inzwischen sind mir auf Kongressen und Barcamps unglaublich viele wunderbare engagierte Menschen begegnet, die an die digitale Transformation und New Work glauben und ihr Wissen professionell vermitteln. Wir haben dem Thema Unternehmenskultur deshalb auch beim diesjährigen World Usability Day (WUD) wieder Raum gegeben. So haben auch Winald Kasch von Organeo und Ilja Preuss von it-agile Vorträge gehalten.

Aus dem ukulab hat sich auch unsere „Arbeitsfrische“ entwickelt: Einmal im Monat laden wir zum gemeinsamen Arbeiten bei eparo ein. Sieben Mal bis jetzt. Für das kommende Jahr planen wir weitere Veranstaltungen im Unternehmenskulturlabor. Einige interessante Gäste haben schon zugesagt. Lasst euch überraschen.

New Work @eparoUX

Intern arbeiten wir seit 2014 an neuen Arbeitsformen. Der Start war ein gemeinsames Wochenende auf dem Land. Seitdem entwickeln wir unsere Werte, diskutieren über Transparenz und Entscheidungsstrukturen. Aber wir denken auch über neue Unternehmensformen nach, die Freelancer mehr einbinden, KollegInnen beteiligen – und unsere Schultern entlasten. Ein Prozess, der natürlich komplex ist und deshalb auf keinen Fall einfach! Aber wir bleiben trotzdem dabei. Wir werden euch auf dem Laufenden halten.

 
11. März, 2015

Kongress Raum Schiff Erde RSE15 im Nochtspeicher HH

Realität ignorieren ?! – 2030 ist virtuell!

RSE15 Panorama

Rückblick von Malte Lücken und Christian Reichel

Der Raum Schiff Erde Kongress RSE15 ist ein eintägiger Kongress mit knapp 100 Teilnehmern und damit (zumindest begrifflich) so etwas, wie eine vierteilige Trilogie an einem Tag. Daher ist das diesjährige Motto „Don’t Panic“ als Hommage an Douglas Adams und „The Hitchhikers Guide to the Galaxy“ mehr als passend. Eparo ist wie immer Sponsor. Malte und Christian waren dabei.

Keine Panik!

Auch wenn wir uns in 15 Jahren fast ausschließlich in einer virtuellen Welt bewegen, wenn Drogen auf USB-Sticks speicherbar sind und wir vielleicht nicht einmal mehr merken, wann wir mit Computern interagieren – es gibt keinen Grund zur Beunruhigung.

Die Einzigen, die kurzzeitige Panikattacken hatten, waren die Vortragenden, die es mit einem Beamer-Kabel mit Wackelkontakt zu tun bekamen.

Große Rolle für digitale Services

Unser Fazit nach sieben Stunden: digitale Services werden in Zukunft eine noch stärkere Rolle spielen, als sie es heute bereits tun. Sollte sich Moore’s Law bewahrheiten, dann werden wir in 15 Jahren 1000 Mal bessere Computer und Displays haben – so Prof. Dr. Frank Steinicke, Professor an der Universität Hamburg. Zu den Folien.

“Realität” ignorieren. Neue Ideen in Prototypen umsetzen.

Außerhalb der immersiven, virtuellen Welten ist und bleibt die direkte Interaktion mit digitalen Services ebenso wichtig. Da es allerdings Vielen schwer fällt, neue Interaktionsmöglichkeiten zu entwickeln, nannte Prof. Stefan Wölwer drei Methoden, den Gedankenblocker namens „Realität“ zu ignorieren: Design Fiction, Speculative Design und Wirklichkeitsschaffung durch Interaktion. Zu den Folien.

Alle drei Methoden haben allerdings eines gemeinsam: sie erschaffen Prototypen, die getestet werden und der Visualisierung eigener Idee dienen können.

Natürlich war das nicht alles, was auf dem RSE15 lief. Einige interessante Gedankengänge und Inspirationen haben wir mitgenommen. Die Band Lunartree bildete mit leicht melancholischer, ruhiger, akustischer Musik den krönenden Abschluss.

 
11. Februar, 2015

Service Design Drinks HH: Frank Mohren erzählt über Service-Exzellenz

Logo Service Design HamburgAm 10. Februar waren wir Gastgeber der ersten Service Design Drinks in 2015.

Insgesamt haben 30 Teilnehmer den Weg in die Stahltwiete gefunden. Und das, obwohl wir den Wein (von unseren Nachbarn, dem Weingroßhändler www.copito.de) und die Laugenstangen als Abendessen überhaupt nicht angekündigt hatten.

Das Thema diesmal „Exzellenter Service als Wettbewerbsvorteil“. Frank Mohren hat aus dem Nähkästchen seiner Erfahrung als Interim Manager mit der Serviceverbesserung bei der Telekom und der Deutschen Bahn geplaudert.

Vortrag Frank Mohren

Mein persönliches Fazit aus Franks Vortrag:

Guter Service ist ein massiver Wettbewerbsvorteil. Leider ist der Weg dorthin lang und anstrengend und kann nur klappen, wenn das Management voll dahinter steht. Ach ja, die Unternehmenskultur muss sich auch ändern…

Hier sind ein paar von Franks Erfahrungen:

 „Wer in einem großen Unternehmen die Qualität des Kundenservice verbessern will, braucht einen langen Atem und wird sich viele Beulen holen. Aber es zahlt sich am Ende aus.“

Diese Aussage hat mich überhaupt nicht gewundert. Eher eigentlich die Überzeugung von Frank, dass man auch in Unternehmen wie der Telekom oder der Deutschen Bahn überhaupt den Service verbessern kann.

„Eine exzellente Service-Kultur lässt sich nur erfolgreich etablieren, wenn man entweder selber in der Hierarchie oben steht oder die klare Unterstützung durch die Geschäftsführung oder den Vorstand hat.“

Frank Mohren fängt anOhne echtes Überzeugung und Unterstützung durch das obere Management ist eine solche Veränderung der „Geisteshaltung“ nicht in den unteren Hierarchieebenen durchzusetzen. Würde ich genau so unterschreiben. Das gilt übrigens genauso für die Einführung von agilen Methoden oder einer kundenfokussierten Entwicklung digitaler Produkte und Services.

„Das Geheimnis für guten Service heisst Leidenschaft und Engagement.“

Franks Überzeugung: Es kommt auf jeden Mitarbeiter an. Nur mit eigenmotivierter Handlungsbereitschaft und Liebe zum Job entsteht wirklich guter Service. Dazu braucht es Engagement und Leidenschaft. Die kann man mit viel Engagement aufbauen und man muss auf jeden Fall bei Einstellungsgesprächen darauf massiv achten.

„Bei Startups ist immer sehr viel Engagement und Leidenschaft. Aber oft nur für das Produkt und nicht den Service drumherum.“

Noch eine kluger Rat von Frank in Richtung Startups: Passt auf, dass ihr euch nicht nur auf euer Produkt konzentriert. Der Service rund um die Bits und Bytes spielt für eure Kunden oft die viel entscheidendere Rolle.

 „Man muss Dinge einfach ausprobieren, auch wenn mal selbst nicht daran glaubt.“

Auch bei der Weiterentwicklung von Service-Ideen zählt nur das Ausprobieren. Bloß nicht lange diskutieren, wo meist ja die Hierarchie entscheidet, sondern lieber schnell als Experiment ausprobieren. So ist die Deutsche Bahn zu Ausgabe von Wartenummern in den Kundenzentren gekommen. Sehr schöne Geschichte.

Ich könnte noch mehr Punkte aufführen, aber das sprengt den Rahmen. Ich werde mal versuchen, ein Interview mit Frank zu führen und noch mehr von seinem Wissen zu profitieren.

Das Formblatt für den praktischen TeilNach Franks Vortrag gab es dann natürlich wieder eine praktische Methodenübung. Diesmal ging es darum, die Zufriedenheit beim Taxifahren in Kleingruppen zu diskutieren und dann für die kritischste Komponente Lösungsansätze zu skizzieren.

Das Formblatt im PraxistestHierzu gab es eine extra vorbereitetes Arbeitsblatt, was aber im Ergebnis noch nicht optimal funktioniert hat. Aber die Lösungsansätze waren interessant: Von der Frühstücksbestellung beim Fahrer über den „ethischen Uber-Clone“ bis zur Direktübermittlung des Fahrtziels an das Navi des Fahrers war alles dabei.

Insgesamt wieder ein schöner und für mich lehrreicher Abend. Ich freue mich, beim Organisationsteam dabei zu sein und freue mich auf die nächsten Service Design Drinks.

 

 
18. Dezember, 2014

Komponentenbasierte Frontend-Entwicklung

Lego-Bausteine
Konzepter und Benutzer von Axure Libraries wissen: man muss das Rad nicht neu erfinden. Darum gibt es gut-durchdachte UI Pattern Libraries. Aber wie sieht das Ganze in der Entwicklung aus? Wie kann man einzelne Bausteine für die Frontend-Entwicklung erstellen, ohne gleich eine Bibliothek aus Codeschnipseln bauen zu müssen? Ich habe beim vergangenen UX Roundtable im Dezember, 2014 eine mögliche Lösung vorgestellt: Precompiling.

Wenn wir ehrlich sind, dann erfinden wir das Rad bei Webseiten mit jedem Projekt nicht neu, sondern greifen gerne auf altbewährte Oberflächen-Elemente zurück. Das ist auch die Idee von UI Pattern und Axure Libraries. Diese bestehen aus bereits gestalteten oder durchdachten Elementen, die für das jeweilige Projekt nur noch eingefügt und angepasst werden.

Das Problem: starre technische Strukturen und Blockaden

Doch in der Umsetzung sieht das Ganze wieder ein wenig anders aus: die starren Syntax-Strukturen von den Sprachen HTML und CSS lassen keine Aufteilung in Komponenten zu. Das Problem dabei ist, dass für jedes neue Projekt viel aus bestehenden Projekten kopiert oder für das derzeitige Projekt neu geschrieben werden muss. Aber noch viel größer ist der Kommunikationslücke zwischen Konzeptern und Entwicklern: durch die unterschiedliche Struktur ist ebenfalls das Mindset des Projektes unterschiedlich. Das bedeutet, dass im Zweifel mühselige Übersetzungen von der Konzeption zur Entwicklung – meist in Form einer Spezifikation – nötig sind.

Das Problem sind dabei nicht die Entwickler, sondern die Umgebung, in der sie arbeiten: sie müssen ihr Denken an die vorhandene Programmiersprache anpassen – so wie Fließbandarbeiter ihren Arbeitstakt an die Maschine anpassen müssen. Die Lösung ist also, die Programmiersprache zu ändern, um diese Blockade aufzubrechen. Was daraus resultiert, sind Dateien, die mehrere Tausend bis Hunderttausend Zeilen an Code beinhalten. Natürlich bekommen Entwickler durch so viele Zeilen Code auch noch andere Probleme – wie beispielsweise die Übersichtlichkeit vom Code und damit auch die benötigte Zeit für eine Änderung.

Precompiler

Die Lösung: Precompiling

Die Lösung heißt Precompiling und ermöglicht das Benutzen anderer Programmiersprachen oder -syntaxen. So kann beispielsweise die Syntax von CSS so erweitert werden, sodass es möglich ist, die ursprüngliche CSS-Datei in viele kleine Komponenten zu unterteilen. Und das gleiche kann mit HTML auch gemacht werden.

Durch Precompiling werden die einzelnen Komponenten dann wieder in das jeweilige Format zusammen gesetzt, das der Browser für die Darstellung der Webseite benötigt.

Tools

Die Sprachen und Tools

Wir haben also nun die Technik, die starre Strukturen von HTML und CSS aufbrechen kann. Was wir nun benötigen, sind die jeweiligen Spracherweiterungen und der Precompiler selbst.

Für CSS gibt es sowohl die Sprache SASS als auch LESS, die sich nach einigen Jahren Weiterentwicklung bei den Entwicklern etabliert haben. Vor allen für SASS existieren bereits viele andere Bibliotheken, die jeder Entwickler zu schätzen wissen wird.

Die Sprachen SASS und LESS sind sehr mächtig und bieten viele Vorteile. So können Mix ins und Funktionen geschrieben werden, die den Code automatisch erweitern. Wieder eine Zeitersparnis also. Außerdem ermöglichen es beide Sprachen, Variablen für Farben, Schriftgröße usw. festzusetzen. So können Änderungen im Contextual Design über das gesamte Design hinweg schnell und effizient eingepflegt werden. Eine Farbänderung von Blau zu Violett kann so innerhalb weniger Sekunden erfolgen.

Für selbstständige Entwickler ist das besonders praktisch: sie müssen nur noch kleine Anpassungen bei einem neuen Webseiten-Projekt vornehmen, um die Webseite komplett neu zu gestalten.

Für HTML sieht die Welt deutlich anders aus. Es gibt bisher ein mir bekanntes Konzept, welches die Aufteilung von HTML-Dateien in Komponenten erlaubt und anwendbar macht. Dieses Konzept wurde in den so genannten Hammer Tags (http://hammerformac.com/docs/tags) in der zugehörigen Hammer Mac App http://hammerformac.com) umgesetzt.

Idee
Mit Hammer haben wir auch gleichzeitig eine App, die das Precompiling von unseren HTML-Komponenten erlaubt. Eine weitere App für den Mac ist CodeKit oder Koala. Alle drei Apps sind vom Prinzip her ziemlich ähnlich: man zieht den Projektordner in die jeweilige App rein und die App erledigt den Rest – vom Erkennen der zu kompilierenden Dateien bis hin zur Prekompilierung selbst. Die komponentenweise Aufteilung von HTML und CSS erlaubt allerdings bis heute nur Hammer mit den Hammer Tags (der Precompiler ist mittlerweile aber Open Source und könnte in Zukunft auch in anderen Apps benutzt werden: https://github.com/riothq/hammer-gem).

Struktur

Die Struktur

Wie strukturiert man aber nun die einzelnen Komponenten? Klar ist, dass diese Komponenten durchaus zusammen gesteckt werden können. So können eine Navigationsleiste und ein Logo gemeinsam den Kopfbereich einer Webseite bilden. Auf der anderen Seite beinhaltet die Navigationsleiste jeweils die einzelnen Navigationselemente. Fakt ist, dass diese Elemente durch ihre Komposition eine gewisse Hierarchie darstellen. Ein Fußbereich einer Webseite besteht aus mehreren kleineren Unterteilungen, die wiederum aus vielen kleineren Unterteilungen bestehen.

Brad Frost hat 2013 bei der Konferenz „Beyond Tellerrand“ in Düsseldorf eine Struktur vorgestellt, die sich auf den atomaren Aufbau von Organismen orientiert. Die Idee ist, dass größere Strukturen (wie Organismen) kleinere Strukturen (wie Moleküle) beinhalten können. Das „Atomic Design“ ist meiner Meinung nach eine sehr gute Grundlage, denn nicht anders strukturieren wir unsere Axure Libraries, die wir für Kunden bauen. Für die Entwicklung müssen wir diese Struktur allerdings noch etwas kleinteiliger strukturieren, damit wir die Wiederverwendbarkeit der einzelnen Elemente und Codezeilen gewährleisten können. Daher fangen wir mit dem ersten Element der Kette an: dem Proton.

Protonen

Die aus dem altgriechischen übersetzte „Ersten“ Teilchen unserer Struktur sind dafür zuständig, sämtliche notwendigen Bestandteile unseres Projektes – wie die SASS-eigenen Mix ins oder Funktionen – zu deklarieren. Hier steckt sozusagen alles drin, was bei nahezu jedem Element und Projekt benutzt werden kann und sollte. Somit sind hier auch die Variablen zu finden, die durch wenige Änderungen die gesamte Seite neu gestalten könnten.

Atomkern

Der Atomkern beinhaltet die Kernelemente, die ebenfalls in jedem Projekt zu finden sind, also grundsätzliche Gestaltungen von Tabellen, Typografien, Buttons und Formularfeldern. Es ist sozusagen eine Ansammlung vieler kleiner Gestaltungsmuster von User Interface Elementen. Wer hier sorgfältig Best Practices auswählt, braucht sich um solche Gestaltungsmuster keine Gedanken mehr zu machen, sondern kopiert diese nur noch von Projekt zu Projekt.

Atom

Die erste projektbezogene Strukturebene ist das Atom. Hier werden sämtliche Elemente aus dem Atomkern nochmals angepasst und auch neue, spezifischere kleine Elemente (meistens definiert durch CSS-Klassen) gestaltet.

Moleküle

Die Moleküle sind die ersten kleinen Kompositionen, speziell zum vorliegenden Projekt. So kann ein grundsätzliches Navigationselement oder eine Kombination aus einem Formularfeld und Button hier gestaltet werden.

Organismen

Organismen sind ganze Teilbereiche einer Seite, wie beispielsweise der Kopf- oder Fußbereich.

Templates

Die Organismen werden am Ende bei der nächstgrößeren Struktur – den Templates – in der richtigen Reihenfolge eingebunden

Pages

Für spezifische Seiten kann nun in der letzten Strukturebene die Gestaltung angepasst werden. So kann die Hauptseite anders als der Blog aussehen, ohne dabei die grundsätzliche Gestaltung einzelner Elemente allzu sehr zu verfälschen.

Diese gesamte Struktur mündet letztendlich in eine Dummy-SASS oder Dummy-LESS Datei, wodurch eine einzige CSS-Datei entsteht.

Mit dieser Struktur haben wir also eine hierarchische Abbildung einzelner Elemente. Durch die zusätzlichen zwei Strukturebenen Protonen und Atomkern haben wir außerdem bereits zwei Strukturebenen für eine eigene Bibliothek. Diese beiden Ebenen können in jedem Projekt genutzt werden.

Einige Elemente aus den weiteren Strukturen Atom und Moleküle können ebenfalls genutzt werden, allerdings ist die Gestaltung hier immer auf das jeweilige Projekt bezogen.

Fazit

Durch das Precompiling der Erweiterungssprachen wie SASS und Hammer Tags können Frontend-Entwickler eine sehr ähnliche Struktur von Bausteinen aufbauen, wie sie Prototypen-Entwickler mit Axure Libraries oder wie Konzepter mit UI Pattern Libraries aufbauen und nutzen. Missverständnisse können so verringert und verhindert werden, weil jeder im Team von der gleichen Sache spricht. Aber vor allem für die Entwickler bietet Precompiling einen entscheidenden Mehrwert: Änderungen können viel schneller durchgeführt werden, da die Aufteilung in Komponenten einen deutlich besseren Überblick verschafft.

 
1. Dezember, 2014

World Usability Day 2014 in Hamburg: Zwei Rückblicke

World Usability Day 2014

Service Design zwischen Nutzerfreundlichkeit und Weltverbesserung

Engagement – unter diesem Motto fand am 13.11.2014 der neunte World Usability Day in Hamburg statt. Rund 220 Gäste kamen. Wie schon seit 9 Jahren hat eparo den weltweiten Aktionstag für Benutzerfreundlichkeit ihn in Kooperation mit der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) organisiert.

1 – Alle Vorträge zum Download
2 – Der WUD 2014 in Hamburg: Zwei Rückblicke
3 – Revolte und Umsturz: Im Track 1 beginnt die Zukunft
4 – Track 2: Meinungen zu User Experience
5 – Der Einfluss der Sitzordnung auf die Workshopatmosphäre
6 – Engagement Projekte des WUDs 2014

Der WUD 2014 in Hamburg war super! Der Meinung sind jedenfalls Andrea und Rolf. Die Begründungen sind sehr verschieden. Daher kommen hier beide zu Wort.

Die Orga hat bis ins Kleinste funktioniert.

Mein erster WUD

Andrea Westermann:
Hat die gesamte Organisation gemanagt.

November 2014 – ein Donnerstag und es ist World Usability Day. Mein erster WUD! Um 05:30 Uhr klingelt der Wecker. Schnell noch letzte Abstimmungen mit Rolf und den Workshop-Teilnehmern und -Leitern, den Rest Kleinigkeiten im Auto verstaut und dann geht’s auf zur HAW. Seit Monaten arbeiten wir im eparo Team und mit allen Beteiligten auf diesen Tag hin. Das Thema dieses Jahr – „Engagement“ – begeistert und das Programm hört sich vielversprechend an. Ich bin neugierig! Wird alles klappen? Selbst nach unzähligen Events, die ich schon organisiert habe, ist auch dieses wieder eine kleine Herausforderung mit überraschenden und spannenden Momenten.

Um 08:00 Uhr treffe ich mich mit Friederike Kerkmann von der HAW (ganz lieben Dank noch einmal für die super Unterstützung!). Kurz danach trudeln auch meine Kollegen ein und von da an geht es los. Alles muss ausgeladen und aufgebaut werden, die Workshopräume statten wir mit Material aus und bereiten uns auf die Ankunft der ersten Besucher vor. Im Empfangsbereich läuft die Sponsorenpräsentation und an 2 Stellwänden stellen wir die Engagementprojekte der Vortragenden vor und erwecken die Jobbörse mit den Stellenanzeigen unserer Sponsoren zum Leben.

Nach 6 Workshops, 12 Vorträgen, 16 Kästen Mineralwasser, 18 Flaschen Wein, 75 Muffins, 100 Laugenstangen, 300 belegten Brötchen, unzähligen Litern Kaffee und einer gefühlt unendlichen Strecke an Kilometern neigt sich der diesjährige World Usability Day gegen 22 Uhr dem Ende. Die letzten 3 Gäste, von insgesamt ca. 220, fassen tatkräftig mit an, um die letzten Spuren zu beseitigen.

Der WUD war auf jeden Fall ein Erlebnis und ein Erfolg. Ganz lieben Dank noch einmal an alle, die ihn mit so viel Leidenschaft unterstützt haben. Ich freue mich schon auf das nächste Mal.

Rolf im Workshop

Der beste WUD in Hamburg, ever

Rolf Schulte Strathaus
Hat das Programm zusammengestellt und noch dies und das drumherum gemacht.

Dieser WUD war für mich der bislang beste WUD in Hamburg.
Dafür gibt es vier Gründe:

  • ein Motto („Engagement“), das echte Bedeutung hat
  • ein Programm, das besser war als die meisten der großen Konferenzen
  • eine Vorbereitung, mit der ich dank meiner Kollegen nur ganz wenig zu tun hatte (siehe oben);
  • und einer Stimmung beim WUD selbst, die etwas von einem großen Familienfest mit Freunden hatte

Ich will diese vier Punkte noch etwas erläutern:

Engagement als Motto

Ein Begriff, der unterschiedliche Assoziationen hervorgerufen hat. Von der fachbezogenen Sicht („Wie involviere ich die Nutzer zur Teilnahme…?“ über die individuelle professionelle Rolle „Welche Verantwortung habe ich als UX-Designer?“ bis zur gesellschaftspolitischen und philosophischen Betrachtung („Wie verbinden sich Arbeit und Privatleben?“). Im Ergebnis gab es inhaltlich tiefe Vorträge und daneben auch noch diverse Initiativen für das eigene Engagement. Besonders toll fand ich die „Werbeblöcke“ der Vortragenden zu ihren persönlichen Lieblingsprojekten – von Freifunk über Cradle To Cradle bis zu Ärzte ohne Grenzen. Schön zu sehen auch auf der Projektsammlung im Foyer. Ein großes Kompliment an Beate, die sich so beharrlich für das Motto „Engagement“ eingesetzt hat.

Das Programm

Innerhalb von wenigen Tagen nach der Veröffentlichung des Call for Papers hatten wir 25 Einreichungen für die 12 Vortragsplätze im Programm. Die Auswahl war echt schwer. Im Ergebnis konnten Beate und ich einen kompletten Track eher philosophisch rund um das Thema „Engagement“ gestalten. Im zweiten Track ging es dann konkreter um User Experience und das durchaus kontrovers, da der Nutzen von UX-Tests in drei Vorträgen kritisch hinterfragt wurde. Da wäre ich gern dabei gewesen.

Die Vorbereitung

In den letzten Jahren waren wir immer zu spät dran und teilweise etwas chaotisch. Das lief in diesem Jahr deutlich besser. Großes Lob an Andrea für die Organisation und Beate, die alle ordentlich angetrieben hat und die PR gemacht hat. Ich fand es super, da ich mich um nichts kümmern musste und mich auf meinen Workshop, die Moderation des Track 1 und meinen Vortrag konzentrieren konnte.

Das Familientreffen mit Freunden

Der WUD hat sich in den letzten Jahren zum festen Event gemausert. Ich freue mich immer darauf, alte Bekannte zu treffen und zu plaudern. Auch die Gläser Wein nach dem letzten Vortrag gehören dazu. Ich hab das dieses Jahr nicht wirklich mitbekommen, da Beate runden Geburtstag hatte und ich direkt nach dem letzten Vortrag zum Bahnhof gehastet bin.

Alles in allem hat es mir Riesenspaß gemacht. Besonders die Diskussion in Track 1 zur Unternehmenskultur und der Rolle der UX-Designer für wirklich innovative digitale Services. Dazu schreibe ich auch noch konkreter was.

Die Unternehmenskultur ist letztendlich der Schlüssel. Da habe ich mir zusammen mit Beate fest vorgenommen, den Elan aus dem WUD aufzugreifen und die Diskussion fortzuführen.

Redaktion: Beate Winter