eparo – Digital Service Design

Das Blog von eparo.de

1. Dezember, 2014

Der World Usability Day 2014 in Hamburg: Sitzordnung

World Usability Day 2014

Der World Usability Day 2014 am 13.11.2014

Service Design zwischen Nutzerfreundlichkeit und Weltverbesserung

1 – Alle Vorträge zum Download
2 – Der WUD 2014 in Hamburg: Zwei Rückblicke
3 – Revolte und Umsturz: Im Track 1 beginnt die Zukunft
4 – Track 2: Meinungen zu User Experience
5 – Der Einfluss der Sitzordnung auf die Workshopatmosphäre

Wie du sitzt, so arbeitest du – ein zufälliges Experiment bei den WUD-Workshops.

Form Follows Function – auch im Aufbau von Workshop-Settings!

Wer schon einmal Workshops moderiert hat, weiß, dass ein gut durchdachtes Setting die halbe Miete für das erfolgreiche Arbeiten mit Gruppen ist. Nur wenn der Raum und die Sitzanordnung das Workshop-Konzept optimal unterstützen, entsteht wie von Zauberhand eine magische Arbeitsatmosphäre.

Die verschiedenen Workshop-Formate des World Usability Days zeigen deutlich, wie treffend der räumliche Aufbau den inhaltlichen Zielen der Gruppenarbeit folgen kann. Von Diskussionsrunden über Sketching-Workshops bis in den Open Space und die freie Kontemplation konnten in sechs verschiedenen Workshops ganz unterschiedliche Settings und Arbeitsatmosphären aufgefangen werden.

Starre Sitzordnung im Workshop 1

Workshop 1: User Centered Content

Dr. Rolf Schulte Strathaus, eparo GmbH und Mirko Gründer, freier Journalist

Fest im Fußboden verschraubt werden die Tische des Workshop-Raumes in einer statischen U-Form festgehalten. Die klassische Konferenzsaal-Anordnung der Tische scheint die Teilnehmer des User Centered Content Workshops nicht nur zu einer intensiven Diskussion, sondern auch zur Einnahme einer förmlichen Sitzhaltung zu verführen. Das Ergebnis überzeugt als eine facettenreiche Debatte über User Centered Content Design.

Kreatives Arbeiten im Workshop 2

Workshop 2: Realtime Sketching von Personas

Bianca Alt und Susann Maßlau, Ergosign GmbH

Einzelne Tisch-Inseln separieren die Teilnehmer des Persona Sketching Workshops von Anbeginn in vier Einzelgruppen. Das gemeinsame Zeichnen und der enge Austausch mit den Nachbarn schafft an jeder Arbeitsstation fortan eigene Gruppendynamiken. Für einen Außenbetrachter kann die gesamträumliche Atmosphäre dadurch chaotisch wirken, aber gleichsam fruchtbar. Das Setting stellt zumindest die Workshop-Leiterinnen vor unerwartete moderative Herausforderungen…

Weder Stühle noch Tische

Workshop 3: Aufmerksam für das Gewöhnliche

Sven Klomp, Sven Klomp Szenographie

Es finden sich weder Tische noch Stühle oder räumliche Vorgaben im kontemplativen Workshop namens „Aufmerksamkeit für das Gewöhnliche“.

Die meditative und wortlose Bewegung durch den öffentlichen Alltagsraum der Stadt und die Verdichtung der gewonnenen Erlebnisse im Dunkelraum kitzeln die Sinne der Teilnehmer. Die Verarbeitung der lebensweltlichen Eindrücke verlangt keine intensive Verbalisierung. Die Teilnehmer führen vielmehr friedliche, innere Dialoge.

Konzentriertes Arbeiten am großen Tisch

Workshop 4: Storyboards für digitale Services

Melina Pink (Illustratorin) für eparo

Die große Tisch-Tafel sorgt für eine geordnete und konzentrierte Atmosphäre im Workshop-Raum von Melina Pink. Die Teilnehmer sitzen an einer großen Arbeitsfläche vereint und orientieren sich am Geschehen der Gesamtgruppe. Hier erklingt kein stimmliches Durcheinander.

Die Teilnehmer sprechen mit Rücksicht auf die Gruppe nur leise mit dem Nachbarn. Eine Wonne für die engagierte Moderatorin und eine sichtbar erholsame Workshop-Arbeit für jeden Teilnehmer.

Stuhlkreis für den offenen Austausch

Workshop 5: 100% Engagement

Alexander Schilling (raumfuer)

Ein großzügiger Stuhlkreis und viel Platz in der Mitte. Der Arbeitsraum ist offen und fördert einen gestenreichen, ungehemmten Austausch der Teilnehmer in Zweierpaaren. Das rege Treiben wirkt dennoch geometrisch sortiert und in keiner Weise chaotisch.

Selbst das Stimmgewirr erzeugt – von außen belauscht – den harmonischen Klang vieler Dialoge, die nicht in eine gegenseitige Konkurrenz treten, sondern einer achtsam interagierenden Gesamtgruppe entspringen.

Wohnungsbesichtigung im LivingPlace

Workshop 6: Living Place – Wenn die Wohnung intelligent ist

Prof. Kai von Luck (HAW Hamburg)

Hier ging es nicht um Sitzordnungen, sondern es wurde der LivingPlace besichtigt bzw. von Kai von Luck vorgestellt. Viel Technik verborgen in schickem Interieur mit viel Zeit für interessierte Fragen.

Redaktion: Beate Winter

 
1. Dezember, 2014

World Usability Day 2014 in Hamburg: Alle Vorträge zum Download

World Usability Day 2014

Service Design zwischen Nutzerfreundlichkeit und Weltverbesserung

Engagement – unter diesem Motto fand am 13.11.2014 der neunte World Usability Day in Hamburg statt. Rund 220 Gäste kamen. Wie schon seit 9 Jahren hat eparo den weltweiten Aktionstag für Benutzerfreundlichkeit ihn in Kooperation mit der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) organisiert.

1 – Alle Vorträge zum Download
2 – Der WUD 2014 in Hamburg: Zwei Rückblicke
3 – Revolte und Umsturz: Im Track 1 beginnt die Zukunft
4 – Track 2: Meinungen zu User Experience
5 – Der Einfluss der Sitzordnung auf die Workshopatmosphäre

 

1 – Alle Vorträge zum Download

Nachmittags gab es 12 Vorträge in 2 Tracks:

Track 1: Wie viel Kultur braucht Engagement?

Session 1: Was heißt eigentlich Engagement?

Matthias Müller-Prove (Interaktionsdesigner und Human Computer Interactivist)
All my engagements will construe to thee.
Laterale Betrachtungen zu Beziehungen zwischen Menschen, Initiativen und Brands.

Rainer Sax (freier User Experience Stratege und Service Designer)
[ãɡaʒ(ə)ˈmãː] Zu einem besseren Verständnis von Engagement.
„Wir UX Profis nehmen unsere Verantwortung nicht ernst. Uns fehlt es an Engagement. Das muss sich ändern!“

Manuela Bosch (Vanilla Way), Ilona Koglin (Whoopee Connections)
The Co-Creative Business Evolution
Eine Learning Journey für die kollektive Kreativität von Designern, Entwicklern, Kunden und Usern

Session 2: Unternehmen können keine guten Services bauen. Oder doch?

Timo Fritsche (XING AG)
Business Value & User Engagement – geht das?
Wie wir User Engagement wieder zurück auf die Roadmaps bekommen.

Daniel Neuberger (ThoughtWorks Deutschland)
Das „Biest“ Unternehmenskultur
Unternehmenskultur als entscheidender Erfolgsfaktor der digitalen Revolution

Dr. Rolf Schulte Strathaus (eparo GmbH)
Blumenkinder gegen Machiavellis: Kampf der Kulturen in größeren Unternehmen
Gibt es Hoffnung für die coolen Co-Creation und Design Thinking Ansätze in Konzernen?

 

Track 2: Zwischen Nutzerfokus und Weltverbesserung- über die Spielräume von UX

Session 1: User müssen gefragt werden. Oder nicht?

Ann-Catrin Wellhöfer / Dr. Andreas Sonnleitner (SinnerSchrader Deutschland GmbH)
In meinem Kopf macht es Sinn – wenn da nur nicht diese Nutzer wären…
„Ein speziell ausgebildeter User Experience-Consultant / -Designer / -Engineer allein macht noch keine guten Produkte!“

Lasse Lüders (Appmotion GmbH)
Das kannst Du schon so machen, aber dann ist es halt gewöhnlich.
Warum Dinge nicht immer nur funktionieren sollten.

Katharina Köth (Jung von Matt/next GmbH)
Die Schönheit liegt im Unterschied.
Ein Plädoyer für die selbstbewusste Konzeption digitaler Markenkommunikation.

Session 2: Welche Rolle spielt eigentlich der UX-Designer?

Tim Bosenick (GfK SE)
Über die Messung von User Experience.
Erfahrungen aus der Entwicklung und der internationalen Anwendung des „UX Score“.

Yeli Tong (XING AG)
While UX becomes hot, stay cool!
About the future role of UX.

Stephanie Weber, Aurelius Wendelken (Immonet GmbH)
Wie man mit offenen Daten die Welt verbessern kann.

Ein UX Designer, ein Entwickler und viele spannende open data Projekte – wie das zusammenpasst und warum es sich lohnt, sich zu
engagieren.

Redaktion: Beate Winter

 
11. November, 2014

Interview mit Rolf zum WUD 2014 in Hamburg

World Usability Day in Hamburg

Engagement:
Service-Design zwischen Nutzerfreundlichkeit und Weltverbesserung

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Am 13.11.2014 findet zum zehnten Mal der World Usability Day statt. Seit 9 Jahren ist eparo an der Organisation beteiligt. Beate hat Rolf im Vorfeld zum kommenden WUD in Hamburg interviewt:

Beate: Zum neunten Mal in Folge veranstaltet eparo den WUD. Was hat sich im Laufe der Jahre verändert?

Rolf: Zuerst einmal: Wir sind zwar seit neun Jahren dabei, allerdings erst seit 2010 quasi als Alleinveranstalter. In den ersten Jahren gab es ein relativ großes Organisationsteam, natürlich mit den üblichen Abstimmungsproblemen. Das ist nach und nach weggebröckelt. Seit vier Jahren organisieren wir den WUD jetzt direkt über eparo. So haben wir zwar mehr Arbeit, aber nicht mehr diese Abstimmungsmeetings im Projektteam. Das spart viel Zeit.
Was sich auch geändert hat, ist die „Location“. Anfangs waren wir immer in den alten Räumen der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) am Berliner Tor. Dort gab es zwei große Hörsäle mit jeweils 100 Plätzen. Seit drei Jahren sind wir an der Finkenau. Dort es ist schöner, aber räumlich etwas beengter. Inzwischen sind auch die Workshops am Vormittag zu einem unverzichtbaren Bestandteil des WUD geworden. Die sind eigentlich in jedem Jahr ausgebucht. Vermutlich, weil sie immer sehr praxisorientiert, nützlich und umsonst sind.
Insgesamt ist der WUD auch populärer geworden. Die Events überall in Deutschland sind im Laufe der letzten Jahre größer und professioneller geworden.

Beate: Und das Publikum? Sind es immer dieselben Leute aus der UX und IT-Szene? Oder wen erwartest du in diesem Jahr?

Rolf: Im Kern ist der WUD schon so eine Art Familientreffen der Hamburger UX-Szene. Allerdings immer ergänzt durch Studenten der HAW und Leute, die spontan dazu kommen. Wir haben im letzten Jahr wieder damit begonnen, ein festes Workshop- und Vortragsprogramm zu organisieren. Das macht es interessanter und planbarer. So ist es auch leichter, den Chef zu überzeugen, dass sich die Teilnahme lohnt:-)

Inzwischen kommen auch viele angestellte UXler. Digitale Services sind kein Agenturthema (mehr), sondern ganz klar Unternehmenssache. Agenturvertreter sind komischerweise sowieso dünn vertreten beim WUD. Das liegt entweder daran, dass wir sie nicht erreicht haben, oder dass kein Interesse besteht, oder keine Zeit da ist.

Beate: Also ist es noch kein „alter Hut“, wie man denken könnte?

Rolf: Nein, der einzige alte Hut beim WUD ist der Titel: Es geht eigentlich schon seit Jahren nicht mehr um Usability, sondern primär um das Nutzererlebnis, also die User Experience. An den Vortragseinreichungen kann man immer auch den Zeitgeist ablesen. Was treibt die Community um? Welche Themen stehen im Fokus?

Beate: Wie ist denn der sogenannte Zeitgeist der UX-Szene?

Wir bewegen uns von der Entdeckung der richtigen Arbeitsmethoden so langsam zum Kern des Problems vor. Wie passen denn neue Arbeitsmethoden wie Design Thinking, Agile und Co-Creation in die alten Strukturen? Was muss passieren, damit sie passen? Die „Szene“ hat es satt, dass trotz viel Engagement in den Projekten am Ende meist doch nur Sachen rauskommen, auf die man nicht stolz ist. Das soll sich ändern!

Beate: Das diesjährige Thema ist „Engagement“. Was bedeutet das für dich?

Rolf: Das Thema finde ich toll. Es öffnet den Raum jenseits des rein Fachlichen und verdeutlicht die Verantwortung, die jeder von uns hat. Egal, ob im Job oder privat. Es geht um Sinn und Bedeutung. Daher haben wir auch bei der Programmgestaltung Vorträge, die „Engagement“ in irgendeiner Form zum Thema gemacht haben, bevorzugt aufgenommen. Insgesamt gab es viel positives Feedback. Das Thema hat einen Nerv getroffen.

Beate: eparo hat ja Teilnehmende und Mitarbeiter versucht zu bewegen, engagierte Projekte vorzustellen. Nicht alle haben das Angebot angenommen. Woran lag das wohl?

Rolf: Das ist eigentlich wie immer. Ich vermute mal, dass es einigen schlicht durchgerutscht ist. So etwas passiert mir auch leider oft genug. Die wichtigen Dinge werden von den dringenden Sachen gefressen.

Beate: Gibt es da irgendwelche Zwickmühlen? Ich meine, wenn jemand eine Tauschbörse für Konsumgüter und Dienstleistungen vorstellt zum Beispiel, torpediert das ja alle marktwirtschaftlichen Interessen, die aber die meisten unserer Kunden verfolgen. Wie passt das alles zusammen?

Rolf: Ich mache mir da keine großen Gedanken drüber. Auch Konzerne mit klaren wirtschaftlichen Interessen engagieren sich ja sozial und nehmen ihre gesellschaftliche Verantwortung wahr. Ob das immer ernst gemeint ist, oder vielleicht auch teilweise marketing-getrieben, lasse ich mal offen. Ich persönlich fände es gut, wenn beim WUD auch Tauschbörsen vorgestellt werden. Auf die Diskussion mit unseren Kunden lasse ich es da gerne ankommen.

Beate: Was wünschst du dir denn für die Engagement-Projekte, die da vorgestellt werden?

Rolf: Ach, ich wär schon zufrieden, wenn die sozialen Projekte sichtbarer werden. Vielleicht findet sich auf dem Weg ja auch der ein oder andere Freiwillige, der Lust und Zeit hat, ein Projekt zu unterstützen.
Selbst wenn es nur einer ist, hätte sich die Aktion meiner Meinung nach schon gelohnt.

Beate: Wie positioniert sich denn eparo? Willst du auch „die Welt verbessern“? Oder zumindest das Biest Unternehmenskultur (wie Daniel Neuberger es in seinem Vortragstitel nennt) zähmen?

Rolf: Naja, ich möchte schon einiges verändern. Flache Hierarchien, Mitbestimmung, Transparenz – zugegeben, es sind große Ziele, die wir verfolgen. Ein Wochenende mit allen Mitarbeitern und ihren Familien im Mai war der Anfang. Jetzt arbeiten wir daran, dass wir unsere guten Vorsätze auch umsetzen. Die Entwicklung unserer Unternehmenskultur mit klaren Werten gehört dazu. Leider kommt das immer noch viel zu kurz im Arbeitsalltag. Was ich echt bedaure. Für den Job heißt es: Wenn wir es schaffen, digitale Services nutzbarer zu machen oder sogar erfreulich, dann würde mich das schon freuen. Mehr Zusammenarbeit und Kreativität und weniger Politik in den Projekten, das wäre schon etwas. Das sind auch die Beratungsprojekte, die ich am liebsten mache.

Beate: Welche Beratungsprojekte meinst du?

Rolf: Ich unterstütze Unternehmen und UX-Teams gerne dabei, die Organisation so aufzusetzen, dass wirklich tolle, innovative Services entstehen können. Das ist viel mehr als nur einen Prozess zu definieren. Es ist im Kern eine Änderung der Unternehmenskultur.

Beate: Auf welchen Vortrag und Workshop freust du dich am meisten?

Rolf: Ich wäre gerne bei der Session dabei, wo es um den Sinn von User-Tests geht. Da hätte ich eine sehr konträre Meinung zu den Vortragenden. Leider moderiere ich zum gleichen Zeitpunkt die andere Session. In Session 1 freue ich mich auf Daniel Neuberger und das Biest Unternehmenskultur. In der Session halte ich ja auch einen Vortrag. Mal sehen, vielleicht wird eine kleine, spontane Podiumsdiskussion daraus.

Beate: Worum geht es denn in deinem Vortrag?

Rolf: Ich will versuchen, etwas genauer zu zeigen, warum Projekte oft schiefgehen. Die Methoden und der Wille sind ja da. Im Unternehmen kommt dann aber irgendwann die Mauer zur Hierarchie und zum Macht- und Karrieredenken. Daran scheitern dann die ganzen ambitionierten Projekte.

Beate: Ich bin gespannt. Danke für das Gespräch, Rolf!

 
27. Mai, 2014

IA-Konferenz 2014: Mein persönlicher Rückblick

IA-Konferenz 2014 header

Auch in diesem Jahr waren wir wieder bei der IA-Konferenz in Berlin. Als Silber-Sponsor und außerdem mit zwei Vorträgen und einem Axure Workshop. Natürlich alle sauber durch den Call for Papers eingereicht und ausgewählt.

Viele Freunde getroffen, ein paar Inspirationen und die Erkenntnis, vieles schon ganz gut zu machen.

„Brand Experience“ als zentrales Thema

Notizen und Methodenkarten

In derletzten Woche war ich wie jedes Jahr auf der IA-Konferenz. IA steht für „Informationsarchitektur“. Zum Glück reden inzwischen alle von UX (= „User Experience“). Das mit dem „IA“ erinnert mich irgendwie immer an Esel.

Dieses Jahr stand die Konferenz unter dem Motto „Brand Experience“. Ein spannendes Thema, da es die aktuell etwas entfremdeten Lager Kunde=Brand und User=UX vielleicht wieder zusammenbringen kann. Man konnte schon an den Klamotten erkennen, dass dieses Jahr deutlich mehr „Werber“ bei der Konferenz waren.

Natürlich gab es auch wieder Methodenkarten – und zwar die Nummern 75-89. Keine Ahnung, wo die diese ganzen Methoden zusammensuchen. Die wurden jedenfalls wieder rege getauscht. Ich hab am Schluss geschwächelt und es fehlen mir zwei Karten (79 und 89: wer die über hat: bitte schicken).

Durchwachsene Vorträge

Natürlich war das Programm teilweise sehr markenlastig. Irgendwann am zweiten Tag konnte man dann das Word „Marke“ nicht mehr hören. Leider waren mir die meisten „Marken“-Vorträge zu allgemein und haben das Zusammenspiel von Marke, User Experience und Interaktion zu wenig beleuchtet.

Gut gefallen haben mir Amir Mirsahi mit „Customer Decision Journey“, Rupert Platz mit „Folgst du noch oder formst du schon?“

Sehr unterhaltsam war auch Oliver Gerstheimer mit seinem Appell an Ehre und Leidenschaft der Designer. War lustig, wie alle Zuhörer durch ihre Hände starrten.

Immer wieder schön sind auch die Eindrücke, die Sabine Stössel aus Afrika mitbringt. Der Kreditkartenleser für jedermann könnte die Probleme bei Mobile Payment lösen…

Aber es gab leider auch viele oberflächliche und uninspirierende Vorträge. Da bin ich dann lieber raus gegangen…

Iris und Markus zu „Marke in der Interaktion“

Iris Viebke und Markus WienenIris Viebke (inMind Experts) und Markus Wienen (eparo) haben in ihrem Vortrag unser neuestes Testformat vorgestellt. Zusammengefasst: Usability-Test machen, Mimik und Körperhaltung filmen, „Micro-Expressions“ analysieren und Emotionen zu Interaktionen zuordnen.

Damit lässt sich dann belegen, dass ein Formular Ekel auslöst.

Dem Ganzen liegt das Konzept der Basisemotionen von Paul Ekman (http://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Ekman) zugrunde. Diese Emotionen lassen sich nicht bewusst steuern. Wenn ich mich freue, dann sieht man das, zumindest für die ersten 40-100 Millisekunden. Dann kann das Bewusstsein eingreifen und wieder auf Pokergesicht umschalten.

Geschulte Beobachter können diese Basisemotionen lesen und klar benennen. Das haben Iris und Markus im Rahmen von Usability-Test gemacht und können jetzt Emotionen in der Interaktion nachweisbar dokumentieren.

Rolf zu „Gemeinsam sind wir stark“

Rolf beim VortragIch habe auch einen Vortrag gehalten. Ursprünglich wollte ich ein paar meiner Lieblings-Tools für Service Design Projekte vorstellen. Habe dann bei der Vorbereitung aber gemerkt, dass es viel wichtiger ist, erst mal klar zu machen, warum digitale Services nur im Team entstehen können. Und bei Team meine ich die Kombination aus Kunde/Auftraggeber und Dienstleister.

digital ist komplex kompromiss kunst.jpg„Digital ist komplex, Kompromiss und Kunst“ – das Chart kam wohl gut an. Es ging jedenfalls häufig in Tweets rum. Das war das Plädoyer für eine frühe und enge Zusammenarbeit, da man komplexe Kompromisse nicht mehr erklären kann und es für Kunst keine Akzeptanzkriterien gibt.

Der Vortrag liegt auf Slideshare

 

 

Bis denne…

eparo auf der IA-Konferenz 2014

Insgesamt ist die IA-Konferenz für mich immer eine Art Familientreffen. Ich sehe alte Bekannte wieder und lerne motivierte und qualifizierte Menschen kennen.

Ach ja, Sponsor sind wir eigentlich nur, damit wir beim Mittagessen einen garantierten Sitzplatz haben und unsere Taschen deponieren können.

Bis nächstes Jahr – und tausend Dank an die Organisatoren (Jan, Norbert, Piet, Stephen, Wolf)

 
11. März, 2013

UX-Roundtable bei eparo: Das Unterbewusstsein zum Verbündeten machen…

Unbewusste Wahrnehmung, Neuromarketing und das Implizite sind die Hebel, um wirklich erfolgreiche digitale Produkte zu entwickeln. Das wollten wir im Rahmen des UX Roundtables in Hamburg am 4. März vermitteln. Konkreter: Wie funktioniert menschliche Wahrnehmung und wie kann ich das bei der Konzeption und Gestaltung optimal berücksichtigen?

Neurodesign und Implicit UX stoßen auf reges Interesse.

Viele Zuhörer beim UX-Roundtable

Viele Zuhörer beim UX-Roundtable

Intuitive Bedienbarkeit ohne Nachdenken zu müssen: Die Messlatte für wirklich gute digitale Produkte und Services liegt inzwischen schon ziemlich hoch. Intuitives Handeln geht natürlich nur über das Unterbewusstsein. Begriffe wie Neuromarketing und Neurodesign rücken daher als Themen ins Visier von Produktmanagern und UX-Designern.

Das wurde auch bei den Anmeldungen zum UX-Roundtable schnell deutlich. Ursprünglich sind wir von 40 Teilnehmern ausgegangen. Dann mussten wir die Zahl aufgrund immer neuer Anfragen fast im Zwei-Stunden-Takt auf schließlich 100 Teilnehmer erhöhen und einen guten Schwung Stühle mieten. Mit den üblichen Absagen waren am Schluss über 80 Gäste bei uns im Büro. Die Weinprobe von copito, dem Weingroßhändler bei uns im Gebäude, hatte da nichts mit zu tun. Das stand nicht in der Einladung :-)

Wir haben uns jedenfalls sehr gefreut über den bisher größten UX-Roundtable. An dieser Stelle daher nochmals vielen Dank für dieses enorme Interesse!

Hier die Slides zum Vortrag auf slideshare.com
Mehr zum Thema Implicit-UX gibt’s regelmäßig auf 53nord.de
Und der von Matthias Müller-Prove (@mprove) mitgeschnittene Ton im UX-HH Roundtable-Archiv

Implicit UX macht das Unterbewusstsein zum Verbündeten.

Im Kern ging es in meinem Vortrag „Unbewusste Wahrnehmung – Der vergessene Supercomputer“ um die Rolle des Unterbewusstseins für gute digitale Produkte und Services. Das Credo: Wirklich erfolgreiches UX-Design muss die unbewusste Wahrnehmung und die Erkenntnisse aus Neuromarketing und Implicit UX berücksichtigen. Neben vielen Beispielen aus der Forschung standen praktische Tipps für Konzeption und Design im Zentrum des Vortrags. Nach dem Vortrag gab es dann Wein von unserem Büronachbarn copito (www.copito.de) und noch sehr spannende Gespräche. Das Fazit dabei: Das Wissen um die menschliche Wahrnehmung ist die Grundvoraussetzung, um wirklich gute User Experience zu schaffen.

Zum Schluss: Das machen wir jetzt öfter!
Unser Fazit: Wir freuen uns noch immer über das Interesse an unserem Thema und denken, dass so ein Abend eigentlich die perfekte Nutzungsweise für unseren großen Flur ist. Bald feiern wir den Relaunch unseres benachbarten Weinhändlers. Das ist dann wieder eine schöne Gelegenheit für ein paar nette Gespräche und Gedanken – nicht nur zu Neuromarketing und Implicit UX. Einladung folgt.

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Nutzer sind wie Elefanten: Unbeirrbar zielorientiert

 
14. November, 2012

Die Welt und ihr Usability Day

Vergangenen Donnerstag war ja wieder WUD-Time, und in bester Tradition fand auch der Hamburger World Usability Day 2012 wieder in den Räumen der HAW statt. Wie schon in den vergangenen Jahren, gab es auch dieses Mal wieder jede Menge Lobkärtchen für Vortragende und Organisatoren. Hier ein kurzer Rückblick auf die Veranstaltung und unsere, wie wir finden, sehr eigenständige WUD-Optik….

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Viel Programm: Workshops und Sessions

Wie schon in der Vergangenheit haben wir auch den diesjährigen WUD schon am Vormittag begonnen. Bereits ab 11:00 Uhr konnten die Besucher verschiedene Workshops belegen und in kleinen Runden zusammen mit den Vortragenden und anderen Teilnehmern an praktischen Beispielen arbeiten. Am Nachmittag fanden dann im  WUD-Camp in guter, alter Barcamp-Manier Sessions zu verschiedenen, spontan vorgeschlagenen Themen statt.

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Das Workshop-Angebot reichte dabei vom Einstieg in Usability-Testing-Basics (Sebastian Paul) und Live-Lab-Tests (Matthias Roloff, eparo) bis zu Workshops zu diversen UX-Kernthemen. So konnten die Teilnehmer eben beispielsweise dem Zusammenhang von Brand Experience und Interaction Design nachgehen (Markus Wienen, eparo), zu Vertrauen im Service-Design arbeiten (Didier Bertschinger/Ulrike Maischel, HID) oder vom richtigen Zeitpunkt für gutes UI Design erfahren (David Detzler, Ergosign). Am Ende standen Workshops zu Mobile Payment (Gunnar Hamm, Cellular) und Multiscreen-Design (Rolf Schulte Strathaus, eparo).

Echte Ergebnisse: Diskussionen und Insights

Diese Mischung aus festen Angeboten vormittags und offenen Runden am Nachmittag hat sich dabei wieder bewährt und bis zum Schluss überzeugt. Ein gutes Beispiel dafür war meiner Meinung nach beispielsweise die abschließende Diskussionsrunde zum Stichwort mobile first extrem spannend. So ziemlich jeder Besucher und Professional hatte sich dazu wohl bereits seine Gedanken gemacht und entsprechend hoch schlugen die Wellen in der Diskussion. Am Ende kam dabei nicht weniger heraus als die Einsicht, dass mobile first als Buzzword heute schon fast mehr schadet als nützt, wenn es, dogmatisch befolgt, den Blick für die wesentlichen konzeptionellen Fragen eher behindert als voranbringt.

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Aber nicht nur bei dieser letzten Session war beste Stimmung. Am Ende gab es viel Lob für alle Vortragenden. Bei den Kollegen von HID zum Beispiel konnten die Arbeitsergebnisse vom Vormittag vom Kreativworkshop am Vormittag bestaunt werden. Britta von Xing hat in ihrer Session das Thema Bildsprache behandelt. Markus hat mit seinen Teilnehmer Interaktionsprozesse zu Markenbotschaftern gemacht, und ich habe wieder über mein Lieblingsthema, die Konzeption für das Unterbewusstsein, referiert.

Gute Aussicht: Auf Wiedersehen in 2013

Für einigen Gesprächsstoff sorgte schließlich auch unsere individuelle 2012er WUD-Optik. Beim gemeinsamen Wein am Abend waren sich daher alle schnell einig: Die Welt braucht mehr dieser Tage – und 2013 machen wir daher einfach an genau dieser Stelle weiter…

 
5. November, 2012

eparo auf dem BCHH 2012

Schön war’s – für uns als Sponsor war das Barcamp Hamburg 2012 ein voller Erfolg: Mit zwei eigenen Sessions, tollem Feedback und vielen spannenden Themen im Raum „eparo“ war das diesjährige Barcamp aus unserer Sponsoren-Sicht eine vollauf gelungene Veranstaltung. Und klar: Das tolle Catering sowie das angenehme Umfeld in den Räumen von Otto haben das Ganze natürlich super eingerahmt. Nicht zuletzt daher ein großes Dankeschön an das Orga-Team!

eparo-Sponsoring BCHH12

Irrationale User und besseres Interaction Design: Unsere eparo–Sessions
eparo war mit zwei eigenen Session am Start: Zum einem haben wir an einem konkreten
Fallbeispiel dargestellt, wie irrational User teilweise agieren – und wie wenig das in klassischen User Experience Analysen oder Tests teilweise berücksichtigt wird. Wer hingegen einmal weiß, das der absolut überwiegende Teil unserer Wahrnehmung unterbewusst erfolgt, der wird ganz sicher auch diese impliziten Beweggründe seiner Nutzer kennenlernen wollen.

In unserer zweiten Session hat Markus gezeigt, dass nicht nur das Visual Design relevant ist für die Kommunikation und Darstellung einer Marke. Die zentrale Einsicht in aller Kürze: Auch das Interaction Design zahlt auf die Markenbildung ein. Bisher allerdings ist die klassische Aufteilung immer noch eher die, dass die Grafik die Marke kommuniziert und die Interaktionen vor allem gut funktionieren sollen. Aus Markensicht wird damit ein ganz wesentliches Potential zur Markenbildung vernachlässigt.

Die Folien zu beiden Session findet Ihr auf unserem neuen Blog www.53nord.de sowie auf www.slideshare.com.

Vielfalt jenseits von reinem Programmier-Know-How
Thematisch war das Programm wie immer bunt gemischt. Schon großartig, wie immer wieder spontan ein entsprechend vielschichtiges Programm zustande kommt. Unserer Wahrnehmung nach gab es allerdings dieses Mal deutlich weniger Sessions zu „harten“ Entwickler-Themen. Auf der anderen Seite haben sich zahlreiche Beiträge mit Fragen des Selbst- und Projektmanagements befasst. Wie bereits in den vergangenen Jahren hat schließlich auch das Thema Social Media viel Raum bekommen.

In diesem Sinn: Wir freuen uns definitiv auf das kommende 7. Hamburger Barcamp in 2013.

 
1. November, 2012

Speed-Dating: Eindrücke vom eco-Verband in Köln

Der eco-Verband hat eingeladen – und alle sind gekommen. Wir auch… Hier ein kurzer, persönlicher Bericht zum eco-Nachmittag zum Oberthema „Erfolgsfaktoren für eine moderne Webseite“.

Responsive Design, Emotional Design und Conversions-Raten

Eingeladen hatte die Kompetenzgruppe Online Marketing (ein lustiger Name, übrigens), um über die Themen „Responsive Design“, „Emotional Usability“ und „Conversionrate-Optimierung“ zu sprechen.

Dabei hat es der Moderator/Organisator der Veranstaltung, Torsten Schwarz, geschafft, 16 Referenten in etwas über 4 Stunden unterzubringen. So ziemlich alle, die im Bereich User Experience und Conversion Optimierung aktiv sind, haben Kurzvorträge gehalten. Das war gut, denn so habe ich einige alte Bekannte getroffen. Viel Zeit zum Reden blieb allerdings nicht, da es nur eine Pause gab.

Design für das Unterbewusstsein

Ich habe wieder über mein derzeitiges Lieblingsthema gesprochen: „Konzeption und Design für das Unterbewusstsein“. Anders als gemeinhin immer noch angenommen agieren Nutzer nämlich keinesfalls per se rational.

Vielmehr folgen User Entscheidungsmechanismen, die ihnen ihr Unterbewusstsein diktiert. Diese Prinzipien zu kennen und zu berücksichtigen hilft, um Interfaces so zu bauen, dass sie Nutzer von vorne herein auf den richtigen Weg bringen.

Der Vortrag ist auf Slideshare zu finden (Vortrag „User haben keinen freien Willen“).

… weitere Denkanstöße

Sabrina Duda von Emotional Usability hat einen guten Überblick über die Rolle der Emotionen beim Interface Design gegeben. „Emotional Design kann den User bei eventuellen Problemen versöhnlich stimmen.“ Das sollte wohl jeder bei Design und Wording bedenken.

Jens-Christian Jansen von Pixelpark hat über die Rolle des Prototyping gesprochen. Allerdings hat er dabei noch ziemlich stark zwischen Prototypen fürs Grobe (Wireframes mit Axure) und echten HTML/CSS-Prototypen für Interaktion und Design unterschieden. Das sehe ich natürlich anders, da man ja mit Axure ziemlich gut und ziemlich leicht High-Fidelity Prototypen bauen kann.

„Remote Usability Tests“ wurden von Thomas Weber von Uinspect vorgestellt. Das ist zwar unschlagbar günstig, aber ich hatte den Eindruck, dass man zu wenig Einfluss auf die Auswahl der Probanden nehmen kann. Und mir würde auch die ungefilterte, direkte Beobachtung der Probanden fehlen. Aber wer weiss, für das schnelle Aufspüren von größeren Usability-Problemen mag es taugen…
 – allerdings lassen sich diese Probleme auch durch Experten-Analysen von Schreibtisch aus identifizieren!

Einen sehr schönen Vortrag hat André Morys von der Web Arts AG gehalten. Auch er hat im Prinzip auf die Bedeutung von unbewusstem Verhalten der hingewiesen und Beispiele aus dem Buch von Dan Ariely „Predictably Irrational“ zitiert. Am besten fand ich seine Testergebnisse zu grünen Häkchen: „Grüne Häkchen scheinen zu funktionieren, auch wenn man nichtssagende Texte reinschreibt.“

Die Cases von Ronald Hartwig von UID zu Responsive Design waren auch nicht schlecht. Sie haben meine Überzeugung gestützt, dass Responsive Design mehr sein muss als nur die automatisierte Änderung der Anzeige von Inhalten. Es geht vielmehr darum, zu entscheiden, welche Inhalte und Funktionen ich für welches Device/Display anbieten kann bzw. anbieten sollte.

… und eine zentrale Einsicht

Und auch insgesamt hat das  Thema Responsive Design für viel Ernüchterung gesorgt, denn es hat die ungemein stark gestiegene Komplexität beim User Experience Design deutlich gemacht. Der Konzeptions- und Designaufwand steigt schnell um den Faktor 3-4, wenn man seine Hausaufgaben richtig machen will.

Alles in allem eine interessante Veranstaltung.

…nur ein Date hat sich beim Speed-Dating nicht ergeben :-)

 
8. Juni, 2009

IA Konferenz in Hamburg: Usability im Team

Wenn man viele IAs auf einen Schlag treffen will, muss man zur IA Konferenz. Dieses Jahr führte die Reise nach Hamburg. Wir waren natürlich auch da, mit zwei Vorträgen und als Sponsor. Das volle Programm.

Insgesamt war die Konferenz ganz nett. Am ersten Tag habe ich leider nur einen Vortrag gesehen, da mein eigener Vortrag noch nicht fertig war. Zum Glück konnte ich mit einigen Freunden und Kollegen reden und mir die Poster ansehen.

Am Sonntag konnte ich mir entspannt den Vortrag von Jutta Korn (Tribal DDB) anhören zur Rolle des Informationsarchitekten in Projekten.  Jutta hat hier die Bandbreite der verschiedenen Rollen und Tätigkeiten eines Informationsarchitekten dargestellt.

Etwas Ähnliches habe ich beim UX Roundtable in Hamburg im April auch präsentiert. Dabei ging es im wesentlichen darum, was ein UXD-Consultant alles tun kann in einem komplexen Projekt.

Ich denke, das werde ich bei Gelegenheit mal detailliert aufschreiben.

Im Anschluss habe ich dann unseren Ansatz zum Usability-Testing vorgestellt. Mit Quick Experience wollen wir schneller Ergebnisse aus den Tests gewinnen und vor allem das gesamte Projekt-Team in die Dokumentation und Auswertung einbeziehen. Ich bin inzwischen der Überzeugung, dass die gemeinsame Beobachtung und Auswertung von Tests sehr viel zur Team-Entwicklung beiträgt.

Das Team beobachtet die Tests, dokumentiert die auftretenden Probleme und diskutiert anschließend Ursachen und Lösungsansätze. Vor allem die Diskussion sorgt dafür, dass die altbekannten Glaubenskriege einfach nicht mehr stattfinden.

Die Präsentation ist mittlerweile auch bei Slideshare zu finden: http://bit.ly/jYsfx

Im Anschluss gab es noch eine ganze Reihe spannender Vorträge. Patrick und Inken haben über ihre Erfahrungen mit SCRUM und agiler Softwareentwicklung berichtet. Dazu gibt es aber auch noch einen eigenen Bericht.

Die neue Digitale hat gezeigt, wie man mit Microsoft Surface ganz neue Interface-Möglichkeiten bzw. -Herausforderungen erhält. Am Prototyp eines VW-Autokonfigurators wurde mal eben das Beratungsgespräch zwischen Autoverkäufer und Kunde revolutioniert. (Ganz groß in der Rolle des Autoverkäufers: Frank Reimann von Interone Worldwide).

Mir haben auch die IA-Methodenkarten gut gefallen. Das sind 12 Sammelkarten für IA-Methoden. Jeder Teilnehmer hat zu Beginn 12 gleiche Karten bekommen. Um einen vollständigen Satz an Methodenkarten zu erhalten, war dann fleißiges Tauschen angesagt. Ich wüsste zu gern, ob jemand es geschafft hat, sein Set komplett zu kriegen.

Alles in allem eine sehr gute Veranstaltung. Großes Lob und großes Dankeschön an die Organisatoren.

 
13. Mai, 2009

Online Marketing Forum in München am 7. Mai

Am letzten Donnerstag waren wir in München auf dem Online-Marketing-Forum. Neben der für mich nicht unwichtigen Tatsache, dass ich dort einen Vortrag zu Thema „Einfache Usability-Tests (auch zum Selbermachen)“ gehalten habe (Vortrag (PDF) herunterladen), habe ich ein paar wichtige Dinge gelernt:

  1. Der Fisch muss dem Wurm schmecken: Die Würmer sind in diesem Fall die Konferenzbesucher, die Geld dafür bezahlt haben, informative Vorträge zu hören. Die Fische, die teilweise nicht so lecker waren, sind natürlich die eigentlichen Vorträge. Klare Lektion war, wie so oft: Die Vorträge müssen den Zuhörern echten Mehrwert bringen. Es ist nicht wichtig, was der Vortragende erzählen möchte, sondern was die Zuhörer hören wollen.
  2. Ich kenne jetzt den Unterschied zwischen „White Hat“ und „Black Hat“ SEO. Die weissen Hüte sind die Guten (die waren natürlich auf der OMF) und die schwarzen Hüte sind die Bösen (über die wurde geredet).
  3. Ich habe gelernt, dass wir noch nicht genug zum Thema SEO machen…
  4. Richtig spannend fand ich die Fähigkeiten von Searchmetrics. Unglaublich, was die über die eigene Website (und die der Wettbewerber) herausfinden können. Nur so viel: Adwords sind nicht geheim;-)

Ich freue mich schon auf unser Heimspiel, das Online Marketing Forum am 4. Juni in Hamburg. Da sind wir wieder mit einem Vortrag vertreten.

Hier noch ein paar Bilder: