eparo – Digital Service Design

Das Blog von eparo.de

22. Mai, 2017

Therapeutisches Videospiel „Memore“ in der Produktreiferei

Wir waren selbst neugierig und haben Memore ausprobiert :-)

Wir waren selbst neugierig und haben Memore ausprobiert.

In der Produktreiferei testen wir innovative Startup-Produkte. Diesmal haben wir die therapeutische Videospielkonsole MemoreBox mit drei 70+ Probanden über drei Stunden getestet und spannende User Insights gesammelt!

Gaming mal anders!

Am 11. Mai haben wir die therapeutische Videospielkonsole MemoreBox getestet. Memore wird vom Social Startup RetroBrain entwickelt und wurde speziell für Senioren konzipiert. Über die gestenbasierte Steuerung mit einer Microsoft Kinect werden am TV mit verschiedenen Spielen Gleichgewichtssinn und Beweglichkeit trainiert – das mussten wir unbedingt testen! Also haben wir drei Nutzer im Alter von 70+ eingeladen, vor einen großen Fernseher gestellt und dann einfach mal geschaut, was passiert. Fazit: Unsere Probanden haben sich generell gut in den einzelnen Spielen zurechtgefunden. Bei der Navigation durch das Menü haperte es an einigen Stellen, aber der Spaßfaktor stimmte auf jeden Fall! Können wir auch so bestätigen. Wir waren selbst neugierig und haben Memore ausprobiert :-)

Testbeobachtung

Trotz des guten Wetters am Testtag kamen zahlreiche Produktreifer zur Testbeobachtung. Während wir den Probanden beim Spielen von Memore zuschauten, hielten wir die beobachteten Reaktionen und Probleme direkt auf Post-Its fest.

Nach jedem Test wurden die zahlreichen Notizen auf unserer über 20m² großen Whiteboardwand gesammelt. So füllte sich der Raum schnell mit vielen bunten Post-Ist. Testauswertung

Nach den Nutzertests haben wir die Post-Its gemeinsam sortiert und zu Clustern zusammengefasst. So zeigte sich schnell, an welchen Stellen es Nutzungsprobleme gab. Zusammen mit RetroBrain haben wir mögliche Optimierungsansätze für das Interface und die Gestensteuerung erarbeitet und diskutiert und den Abend dann gemütlich bei einem Bierchen ausklingen lassen. Unser Learning: Gesten, bei denen der Nutzer die Arme oder Beine heben muss, sind vollkommen neu und ungewohnt. In diesem Feld Interaktionen zu gestalten ist echt nicht so einfach. ;-)

PostIts

Was tun wir in der Produktreiferei?

Startup-Produkte aller Art werden in der Produktreiferei mit der Nutzerzielgruppe auf ihre User Experience und Usability getestet. Zu jedem Termin gibt es von uns ein kostenfreies Mini-UX-Testing für ein Startup. Über unser Meetup laden wir euch zum Mitmachen ein. Ihr könnt die Nutzertests gemeinsam mit uns beobachten, lernen, wie UX-Tests funktionieren und dabei helfen, die Produktideen zu verbessern. Genaueres könnt ihr hier nachlesen.

Du hast eine Produkt-Idee, die getestet werden soll? Schreib uns: https://www.eparo.de/produktreiferei

 
2. Juli, 2015

Workshop: Storyboards für Service Design und Product Discovery

Mit Bildern Ideen visualisieren und Produkte entwickeln

Am 7. Juli findet ein neuer Workshop bei eparo statt: Storyboards für Service Design und Product Discovery (bereits ausgebucht, neuer Workshop am 15. September). Illustratorin Melina Pink vermittelt den Teilnehmern, wie man mit einfachen Zeichnungen (Produkt-)Ideen auf den Punkt bringt. Diese Methode wird in der Animation, beim Film und in der Werbung seit Langem genutzt. Melina erzählt, warum sie auch für die Produktentwicklung so vielversprechend ist.

Was ist ein Storyboard?

Das Storyboard ist ein einfaches Werkzeug, um eine Idee oder ein Konzept zu visualisieren. Es ist eine lineare Erzählung, bei der die einzelnen Bilder eine Geschichte erzählen.

Warum alle zögern, obwohl es jeder kann!

Interessant ist: Jeder stolpert erst einmal über diverse Hemmschwellen. „Ich kann nicht zeichnen“ ist sicher die größte. Dabei werden überhaupt keine Erfahrungen vorausgesetzt. Es spielt keine Rolle, ob jemand zeichnen kann oder nicht! Ein weiterer Punkt ist, dass kaum jemand die einfachen Werkzeuge und Hilfsmittel sowie die Struktur eines Storyboards kennt. Viele haben Sorge, dass sie nicht und wissen, wo sie anfangen sollen. Der Workshop setzt genau bei diesen Hürden an. Und die verschwinden erfahrungsgemäß schnell.

Jeder hat Erfolgserlebnisse – und seinen eigenen Stil!

Bereits auf dem WUD 2014 habe ich für eparo einen Scribble-Workshop angeboten. Bei einer Übung wurde jeder Teilnehmer gebeten, ein einzelnes Comic-Bild zu einem bestimmten Gefühlsbegriff zu zeichnen. Ein kleiner Character sollte das jeweilige Gefühl bildlich darstellen. Dabei sollten die Teilnehmer alle zuvor gelernten Elemente (Gesichtsausdruck, Körpersprache, Sprachblasen, Dialog, Bewegungslinien, Icons, Symbole, Objekte etc.) anwenden.

Hier ist ein schönes Beispiel:

Beispiel eines Storyboards vom WUD 2014

Beispiel eines Storyboards vom WUD 2014

Melina: „Was interessant war: JEDER, egal wie gut er zeichnen konnte, hatte bereits seinen eigenen Stil, den man erkennen konnte! Das fand ich ehrlich gesagt total spannend.“

Warum Bilder alles erleichtern – und wir Kosten und Zeit sparen

Wir können Ideen und Visionen auf einfache Weise erklären und sie mit Anderen teilen. Storyboarding vereinfacht die Entwicklung einer Idee und spart Kosten. Konzepte und Ideen können schnell auf Papier skizziert werden, das spart eine Menge Zeit. Außerdem bringt es mehr Spaß, als ein langes Textdokument zu lesen. Die Leser verstehen schnell, worum es geht.

Wie ein Storyboard bei der Produktentwicklung hilft:

Beispiel Family-App

Ein Storyboard kann z.B. zeigen, wie ein Produkt funktioniert oder auch die Interaktion eines Nutzers mit dem Produkt verdeutlichen.

Frames / Rough Sketches stellen die Reihe der Erlebnisse dar, die ein User erfährt, bevor oder während er ein Produkt benutzt.

Hier ein kleines praktisches Beispiel: eine neue Family App.

Problem: Man weiß nicht, wo genau sich die Familien-Mitglieder aufhalten.

  1. Bild: Mann zeigt Frau eine neue App auf seinem Telefon
  2. Bild: Er erklärt, was die App kann
  3. Bild: Suchergebnisse werden angezeigt
Storyboard für die Familiy-App

Storyboard für die Familiy-App

Unser Fazit

Wir wundern uns, dass die Storyboards nicht längst zum Standardrepertoire gehören in der Produktentwicklung. Uns helfen sie in vielen Projekten, sparen Zeit und Geld und vereinfachen die Kommunikation.

Das wollen wir auch dem Rest der Welt ermöglichen.

 
1. Dezember, 2014

Der World Usability Day 2014 in Hamburg: Sitzordnung

World Usability Day 2014

Der World Usability Day 2014 am 13.11.2014

Service Design zwischen Nutzerfreundlichkeit und Weltverbesserung

1 – Alle Vorträge zum Download
2 – Der WUD 2014 in Hamburg: Zwei Rückblicke
3 – Revolte und Umsturz: Im Track 1 beginnt die Zukunft
4 – Track 2: Meinungen zu User Experience
5 – Der Einfluss der Sitzordnung auf die Workshopatmosphäre

Wie du sitzt, so arbeitest du – ein zufälliges Experiment bei den WUD-Workshops.

Form Follows Function – auch im Aufbau von Workshop-Settings!

Wer schon einmal Workshops moderiert hat, weiß, dass ein gut durchdachtes Setting die halbe Miete für das erfolgreiche Arbeiten mit Gruppen ist. Nur wenn der Raum und die Sitzanordnung das Workshop-Konzept optimal unterstützen, entsteht wie von Zauberhand eine magische Arbeitsatmosphäre.

Die verschiedenen Workshop-Formate des World Usability Days zeigen deutlich, wie treffend der räumliche Aufbau den inhaltlichen Zielen der Gruppenarbeit folgen kann. Von Diskussionsrunden über Sketching-Workshops bis in den Open Space und die freie Kontemplation konnten in sechs verschiedenen Workshops ganz unterschiedliche Settings und Arbeitsatmosphären aufgefangen werden.

Starre Sitzordnung im Workshop 1

Workshop 1: User Centered Content

Dr. Rolf Schulte Strathaus, eparo GmbH und Mirko Gründer, freier Journalist

Fest im Fußboden verschraubt werden die Tische des Workshop-Raumes in einer statischen U-Form festgehalten. Die klassische Konferenzsaal-Anordnung der Tische scheint die Teilnehmer des User Centered Content Workshops nicht nur zu einer intensiven Diskussion, sondern auch zur Einnahme einer förmlichen Sitzhaltung zu verführen. Das Ergebnis überzeugt als eine facettenreiche Debatte über User Centered Content Design.

Kreatives Arbeiten im Workshop 2

Workshop 2: Realtime Sketching von Personas

Bianca Alt und Susann Maßlau, Ergosign GmbH

Einzelne Tisch-Inseln separieren die Teilnehmer des Persona Sketching Workshops von Anbeginn in vier Einzelgruppen. Das gemeinsame Zeichnen und der enge Austausch mit den Nachbarn schafft an jeder Arbeitsstation fortan eigene Gruppendynamiken. Für einen Außenbetrachter kann die gesamträumliche Atmosphäre dadurch chaotisch wirken, aber gleichsam fruchtbar. Das Setting stellt zumindest die Workshop-Leiterinnen vor unerwartete moderative Herausforderungen…

Weder Stühle noch Tische

Workshop 3: Aufmerksam für das Gewöhnliche

Sven Klomp, Sven Klomp Szenographie

Es finden sich weder Tische noch Stühle oder räumliche Vorgaben im kontemplativen Workshop namens „Aufmerksamkeit für das Gewöhnliche“.

Die meditative und wortlose Bewegung durch den öffentlichen Alltagsraum der Stadt und die Verdichtung der gewonnenen Erlebnisse im Dunkelraum kitzeln die Sinne der Teilnehmer. Die Verarbeitung der lebensweltlichen Eindrücke verlangt keine intensive Verbalisierung. Die Teilnehmer führen vielmehr friedliche, innere Dialoge.

Konzentriertes Arbeiten am großen Tisch

Workshop 4: Storyboards für digitale Services

Melina Pink (Illustratorin) für eparo

Die große Tisch-Tafel sorgt für eine geordnete und konzentrierte Atmosphäre im Workshop-Raum von Melina Pink. Die Teilnehmer sitzen an einer großen Arbeitsfläche vereint und orientieren sich am Geschehen der Gesamtgruppe. Hier erklingt kein stimmliches Durcheinander.

Die Teilnehmer sprechen mit Rücksicht auf die Gruppe nur leise mit dem Nachbarn. Eine Wonne für die engagierte Moderatorin und eine sichtbar erholsame Workshop-Arbeit für jeden Teilnehmer.

Stuhlkreis für den offenen Austausch

Workshop 5: 100% Engagement

Alexander Schilling (raumfuer)

Ein großzügiger Stuhlkreis und viel Platz in der Mitte. Der Arbeitsraum ist offen und fördert einen gestenreichen, ungehemmten Austausch der Teilnehmer in Zweierpaaren. Das rege Treiben wirkt dennoch geometrisch sortiert und in keiner Weise chaotisch.

Selbst das Stimmgewirr erzeugt – von außen belauscht – den harmonischen Klang vieler Dialoge, die nicht in eine gegenseitige Konkurrenz treten, sondern einer achtsam interagierenden Gesamtgruppe entspringen.

Wohnungsbesichtigung im LivingPlace

Workshop 6: Living Place – Wenn die Wohnung intelligent ist

Prof. Kai von Luck (HAW Hamburg)

Hier ging es nicht um Sitzordnungen, sondern es wurde der LivingPlace besichtigt bzw. von Kai von Luck vorgestellt. Viel Technik verborgen in schickem Interieur mit viel Zeit für interessierte Fragen.

Redaktion: Beate Winter

 
1. Dezember, 2014

World Usability Day 2014: Track 2 – Meinungen zu User Experience

Service Design zwischen Nutzerfreundlichkeit und Weltverbesserung

Engagement – unter diesem Motto fand am 13.11.2014 der neunte World Usability Day in Hamburg statt. Rund 220 Gäste kamen. Wie schon seit 9 Jahren hat eparo den weltweiten Aktionstag für Benutzerfreundlichkeit ihn in Kooperation mit der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) organisiert.

1 – Alle Vorträge zum Download
2 – Der WUD 2014 in Hamburg: Zwei Rückblicke
3 – Revolte und Umsturz: Im Track 1 beginnt die Zukunft
4 – Track 2: Meinungen zu User Experience
5 – Der Einfluss der Sitzordnung auf die Workshopatmosphäre

Der Sinn von Nutzertests und die Rolle der UX-Designer.

In Track 2 ging es etwas weniger esoterisch zu. Allerdings vor allem bei den ersten drei Vorträgen auch durchaus kontrovers um die Frage „Wie gut oder schädlich sind User-Tests?“.

Session 1: User müssen gefragt werden. Oder nicht?

 

Ann-Catrin WellhöferAnn-Catrin Wellhöfer (SinnerSchrader)

In meinem Kopf macht es Sinn – wenn da nur nicht diese Nutzer wären:
Ein Plädoyer von Anne über die Einbindung von Nutzerbefragungen im Rahmen des Konzept- und Umsetzungsprozesses.
Da unser gesamter Konzept-Prozess nutzerzentriert ausgerichtet ist, ist das zwar für uns keine sonderliche Neuerung – aber es ist doch immer wieder schön, Mitstreiter auf der Mission „für den Nutzer, mit dem Nutzer“ zu gewinnen.

Lasse Lüders (Appmotion)

Das kann man schon so machen, aber dann ist es halt gewöhnlich:
Anhand seines Reiseberichts einer Wanderung durch Island hat Lasse für sich 10 Aspekte identifizieren können, die ähnlich zu komplexen Projekten verlaufen.
Zunächst einmal ein interessant gestalteter und kurzweilig vorgetragener Reisebericht, der Lust macht, Island einmal selbst zu bewandern. Den aus den Faktoren abgeleitete Schluss, dass „Usability Studien“ (wie Lasse sie nennt) die Innovation töten, empfinde ich als fragwürdig. Meine Meinung: Mit User-Tests habe ich man die unschätzbar wertvolle Möglichkeit, die kreativen Design-Hypothesen seines Projekt mit authentischen Nutzern zu prüfen, ohne dass schon viel Geld in die Umsetzung geflossen ist. Zeitgleich in der Selbstbeobachtung für mich interessant, dass ich mich am Begriff „Usability-Studien“ so störe – das werde ich in einem weiteren Blogbeitrag für mich mal weiter herausarbeiten müssen.

Katharina Köth (Jung von Matt/next GmbH)

Die Schönheit liegt im Unterschied:
Katharina vertritt in ihrem Vortrag die Meinung, dass Nutzertests das Markenerleben verderben.
Katharina berichtet aus ihren Erfahrungen mit Nutzertests und dass sie mittlerweile manchmal gerne auf die Validierung durch den Nutzer verzichten würde.
In der Diskussion arbeitet das Plenum heraus, dass Testvorgehen, Erwartung und Interpretation der Ergebnisse entscheidend sind für den Ausgang des Tests und die daraus abgeleiteten Erkenntnisse. User-Tests sind keine harten Umfragen mit statistisch maßgeblichen Ergebnissen, sondern Einblicke in die reale Erlebniswelt der User. Die kreativen Schlüsse daraus sind unsere Aufgabe.

 

Session 2: Welche Rolle spielt eigentlich der UX-Designer?

In der zweiten Session wurde es eher pragmatisch:

Tim BosenickTim Bosenick (GfK SE)

Über die Messung von User Experience:
Tim Bosenick stellt in seinem Vortrag den durch die GfK (ehemals SirValUse) erarbeiteten UX-Score vor. Der Score quantifiziert die User Experience auf den Dimensionen Erlernbarkeit / Bedienbarkeit, Identifikation / Inspiraton und Look & Feel.
Langfristig angelegte Entwicklung eines Bewertungsformats, der vor allem im GfK-Universum Sinn zu machen scheint, wenn es darum geht, den UX-Score großer Unternehmen zu vergleichen.

Yeli Tong

Yeli Tong (XING AG)

While UX becomes hot, stay cool!:
Als UX befinden wir uns in einer interessanten Grätsche zwischen Produktmarketing und Entwicklung. Es gibt Leute im UX-Bereich, die sich eher der einen oder der anderen Seite zugetan haben und dadurch jeweils ihre Erfolge erzielt haben. Die Frage ist jedoch, wo es in Zukunft hingehen kann. Besonders spannend im Kontext mit den Diskussionen in Track 1 zur Unternehmenskultur. Welche Rolle spielt dann der UX-ler?

Stephanie Weber & Aurelius Wendelken (Immonet GmbH)

Wie man mit offenen Daten die Welt verbessern kann:
Stephanie und Aurelius stellen verschiedene Open Data Programme und Projekte vor, die mit diesen Daten realisiert wurden.
Die beiden vertreten die interessante Perspektive, Open Data als eine Form von sozialem Engagement zu betrachten. Zeitgleich von ihnen der Appell, an mehr gemeinnützigen Veranstaltungen wie Hackathons teilzunehmen. Vor allem seitens der Vertreter aus der UX-Branche mangelt es leider teilweise an Beteiligung.
Ein sehr schöner Abschluss des Track 2 mit dem Appell an mehr Engagement.

Redaktion: Beate Winter

 
1. Dezember, 2014

World Usability Day 2014 in Hamburg: Track 1 – Aufruf zur Revolution

World Usability Day 2014

Service Design zwischen Nutzerfreundlichkeit und Weltverbesserung

Engagement – unter diesem Motto fand am 13.11.2014 der neunte World Usability Day in Hamburg statt. Rund 220 Gäste kamen. Wie schon seit 9 Jahren hat eparo den weltweiten Aktionstag für Benutzerfreundlichkeit ihn in Kooperation mit der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) organisiert.

1 – Alle Vorträge zum Download
2 – Der WUD 2014 in Hamburg: Zwei Rückblicke
3 – Revolte und Umsturz: Im Track 1 beginnt die Zukunft
4 – Track 2: Meinungen zu User Experience
5 – Der Einfluss der Sitzordnung auf die Workshopatmosphäre

Im Ditze Hörsaal werden Revolution und Generalstreik ausgerufen.

Am 13.11.2014 sind im Track 1 des World Usability Day in Hamburg denkwürdige Dinge geschehen:

  • Es wurde von Verantwortung geredet
  • Es wurde vom Imperativ Gutes zu tun geredet
  • Es wurde offen zum Streik aufgerufen
  • Es wurde empfohlen, zu kündigen, wenn das Arbeitsumfeld nicht stimmt.

Das habe ich in 9 Jahren WUD in Hamburg noch nie erlebt. Traditionell geht es immer um Fallstudien und Methoden, aber nicht um die offene Rebellion. Was ist passiert?

Ich habe natürlich etwas reisserisch angefangen. Es flogen keine Brandsätze und es wurden auch keine Barrikaden gebaut. Es wurden „nur“ 6 Vorträge gehalten, die an den Grundfesten der aktuellen Arbeitskultur für digitale Services gerüttelt haben.

Am besten erzähle ich mal chronologisch:

Die Vorbereitung

Den Stein ins Rollen gebracht hat das diesjährige Motto des WUD: „Engagement“. Im Call for Papers haben wir ausdrücklich um Vorschläge gebeten, die dem Thema Rechnung tragen. Mit 25 Einreichungen konnten wir aus dem Vollen schöpfen und für den Track 1 sechs Vorträge aussuchen, die thematisch eher auf höherer Flughöhe die Themen Verantwortung, Engagement und Kultur beleuchten wollten. Damit war dann schon klar, dass Track 1 nicht langweilig wird.

Session 1: Über die Verantwortung jedes Einzelnen

Matthias Müller-Prove als Hamlet.

1. Akt: Die Rolle des Einzelnen

Matthias Müller-Prove hat dann den Reigen eröffnet mit einer bühnenreifen Shakespeare Rezitation aus Hamlet. Ich hab nicht so wirklich alles verstanden.

Im Kern ging es aber um die Möglichkeiten jedes Einzelnen, sich zu engagieren.

Auf jeden Fall wurde am Schluss auch noch der Grund für das Shakespeare-Zitat aufgeklärt.

Benelli Knarre als Beispiel für gutes Design.

2. Akt: Aufruf zum Zusammenschluss

Rainer Sax konnte diesen Aufruf ans Engagement noch mal steigern. Gut gefallen hat mir sein eindringlicher Appell an die dritte Form von Engagement: „Tu Gutes“. „Schönes Design“ und „Geld verdienen“ reicht nicht. Sein Beispiel für schönes Design (ein Sturmgewehr in Wüsten-Camouflage) hat das sehr schön belegt.

Ilona und Manuela über das Träumen und Feiern in Projekten.

3. Akt: Vom Träumen und Feiern

Ilona Koglin und Manuela Bosch sind dann wieder etwas zurück gegangen auf die pragmatische Projektebene. Ihr Appell – zur Projektarbeit gehört auch das Träumen und das Feiern -, hat mir zu denken gegeben. Gut gefallen hat mir die Definition, dass Feiern auch Feedback und Kritik bedeutet. Mal sehen, wie wir das in den kommenden Projekten besser machen können…

 

Session 2: Unternehmenskultur als Hauptproblem

Jetzt wird es langsam gesellschaftskritisch. Es geht um die großen Baustellen auf dem Weg zu guten und innovativen digitalen Services.

Timo über KPIs

1. Akt: Wir mogeln uns mit KPIs durch

Timo Fritsche erzählt aus der täglichen Erfahrung mit den seltsamen Entscheidungen der Führungskräfte und deren Wunsch nach Kontrolle und Anerkennung. Grundsätzlich muss hier ein Kulturwandel her, was aber schwierig ist und lange dauert. Daher propagiert Timo seine Jiu Jitsu Taktik, um Projekte erfolgreich(er) umsetzen zu können: „Sprecht die Sprache der Manager. Redet von KPIs, wenn ihr Projekte begründet und Projektergebnisse vorstellt.“ (Anmerkung der Redaktion: KPI = Key Performance Indicator. )
Kurzfristig ist das sicher ein guter Weg, um den Arbeitsalltag erfolgreicher zu gestalten. Wirklich zufriedenstellend und langfristig erfolgversprechend erscheint es mir aber nicht.

Das Biest Unternehmenskultur

2. Akt: Weg mit den Hierarchien

Daniel Neuberger hat auch schon oft am eigenen Leib erfahren, wie destruktiv Unternehmenskultur sein kann. Seine gut hergeleitete Schlussfolgerung: Im Zeitalter der digitalen Disruption ist eine neuen, netzwerk-orientierte Unternehmenskultur ein massiver Wettbewerbsvorteil. Die alten, hierarchisch organisierten Unternehmen werden es schwer haben oder aussterben.
Ich glaube, Daniel hat total recht. Besonders wenn es um im Kern digitale Services geht. In der Diskussion wurde aber auch klar, dass es wohl noch etwas dauern wird, bis auch in Großunternehmen wie Volkswagen die Hierarchien verschwinden:-)

Im Kern geht es um Engagement

3. Akt: Aufruf zu Streik und Kündigung

Zu guter Letzt konnte ich auch noch meinen Senf dazu geben. Es ist ja im Kern sehr positiv, dass wir inzwischen von den Methoden her gut in der Lage sind, innovative digitale Services zu entwickeln. Wie auch schon Daniel, bin ich aber überzeugt davon, dass diese eher team-orientierten, co-kreativen Methoden keine Chance haben, wenn sie auf die traditionellen Entscheidungs- und Machtstrukturen stoßen. Die Lösung heisst ganz klar: Eine neue Unternehmenskultur.
Dieser Wandel entsteht vielleicht durch kleine Schritte, oder aber durch Druck. Mein Aufruf ist daher: Streikt, wenn ihr ein Projekt machen sollt, wo schon vorher klar ist, dass es an den Entscheidungsstrukturen scheitern wird. Ihr werdet ja schließlich für gute, professionelle Ergebnisse bezahlt. Wenn das nichts nutzt, sucht euch einen besseren Arbeitgeber. Gute UXler werden gerade überall gesucht…

Das Fazit

Ich war total begeistert von den Vorträgen und den Diskussionen. Wir kommen langsam beim Kern des Problems an: Unternehmenskultur und neue Formen der Arbeit.

Wir sind alle in der Verantwortung für unser eigenes Arbeitsumfeld und die Ergebnisse unserer Arbeit. Die Aufgaben sind so komplex geworden, dass wir sie nur noch im Team verstehen und lösen können. Das passt aber überhaupt nicht zu den klassischen Hierarchien. Es braucht neue Formen der Zusammenarbeit.

Lasst uns daran arbeiten!

Redaktion: Beate Winter

 
1. Dezember, 2014

World Usability Day 2014 in Hamburg: Zwei Rückblicke

World Usability Day 2014

Service Design zwischen Nutzerfreundlichkeit und Weltverbesserung

Engagement – unter diesem Motto fand am 13.11.2014 der neunte World Usability Day in Hamburg statt. Rund 220 Gäste kamen. Wie schon seit 9 Jahren hat eparo den weltweiten Aktionstag für Benutzerfreundlichkeit ihn in Kooperation mit der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) organisiert.

1 – Alle Vorträge zum Download
2 – Der WUD 2014 in Hamburg: Zwei Rückblicke
3 – Revolte und Umsturz: Im Track 1 beginnt die Zukunft
4 – Track 2: Meinungen zu User Experience
5 – Der Einfluss der Sitzordnung auf die Workshopatmosphäre
6 – Engagement Projekte des WUDs 2014

Der WUD 2014 in Hamburg war super! Der Meinung sind jedenfalls Andrea und Rolf. Die Begründungen sind sehr verschieden. Daher kommen hier beide zu Wort.

Die Orga hat bis ins Kleinste funktioniert.

Mein erster WUD

Andrea Westermann:
Hat die gesamte Organisation gemanagt.

November 2014 – ein Donnerstag und es ist World Usability Day. Mein erster WUD! Um 05:30 Uhr klingelt der Wecker. Schnell noch letzte Abstimmungen mit Rolf und den Workshop-Teilnehmern und -Leitern, den Rest Kleinigkeiten im Auto verstaut und dann geht’s auf zur HAW. Seit Monaten arbeiten wir im eparo Team und mit allen Beteiligten auf diesen Tag hin. Das Thema dieses Jahr – „Engagement“ – begeistert und das Programm hört sich vielversprechend an. Ich bin neugierig! Wird alles klappen? Selbst nach unzähligen Events, die ich schon organisiert habe, ist auch dieses wieder eine kleine Herausforderung mit überraschenden und spannenden Momenten.

Um 08:00 Uhr treffe ich mich mit Friederike Kerkmann von der HAW (ganz lieben Dank noch einmal für die super Unterstützung!). Kurz danach trudeln auch meine Kollegen ein und von da an geht es los. Alles muss ausgeladen und aufgebaut werden, die Workshopräume statten wir mit Material aus und bereiten uns auf die Ankunft der ersten Besucher vor. Im Empfangsbereich läuft die Sponsorenpräsentation und an 2 Stellwänden stellen wir die Engagementprojekte der Vortragenden vor und erwecken die Jobbörse mit den Stellenanzeigen unserer Sponsoren zum Leben.

Nach 6 Workshops, 12 Vorträgen, 16 Kästen Mineralwasser, 18 Flaschen Wein, 75 Muffins, 100 Laugenstangen, 300 belegten Brötchen, unzähligen Litern Kaffee und einer gefühlt unendlichen Strecke an Kilometern neigt sich der diesjährige World Usability Day gegen 22 Uhr dem Ende. Die letzten 3 Gäste, von insgesamt ca. 220, fassen tatkräftig mit an, um die letzten Spuren zu beseitigen.

Der WUD war auf jeden Fall ein Erlebnis und ein Erfolg. Ganz lieben Dank noch einmal an alle, die ihn mit so viel Leidenschaft unterstützt haben. Ich freue mich schon auf das nächste Mal.

Rolf im Workshop

Der beste WUD in Hamburg, ever

Rolf Schulte Strathaus
Hat das Programm zusammengestellt und noch dies und das drumherum gemacht.

Dieser WUD war für mich der bislang beste WUD in Hamburg.
Dafür gibt es vier Gründe:

  • ein Motto („Engagement“), das echte Bedeutung hat
  • ein Programm, das besser war als die meisten der großen Konferenzen
  • eine Vorbereitung, mit der ich dank meiner Kollegen nur ganz wenig zu tun hatte (siehe oben);
  • und einer Stimmung beim WUD selbst, die etwas von einem großen Familienfest mit Freunden hatte

Ich will diese vier Punkte noch etwas erläutern:

Engagement als Motto

Ein Begriff, der unterschiedliche Assoziationen hervorgerufen hat. Von der fachbezogenen Sicht („Wie involviere ich die Nutzer zur Teilnahme…?“ über die individuelle professionelle Rolle „Welche Verantwortung habe ich als UX-Designer?“ bis zur gesellschaftspolitischen und philosophischen Betrachtung („Wie verbinden sich Arbeit und Privatleben?“). Im Ergebnis gab es inhaltlich tiefe Vorträge und daneben auch noch diverse Initiativen für das eigene Engagement. Besonders toll fand ich die „Werbeblöcke“ der Vortragenden zu ihren persönlichen Lieblingsprojekten – von Freifunk über Cradle To Cradle bis zu Ärzte ohne Grenzen. Schön zu sehen auch auf der Projektsammlung im Foyer. Ein großes Kompliment an Beate, die sich so beharrlich für das Motto „Engagement“ eingesetzt hat.

Das Programm

Innerhalb von wenigen Tagen nach der Veröffentlichung des Call for Papers hatten wir 25 Einreichungen für die 12 Vortragsplätze im Programm. Die Auswahl war echt schwer. Im Ergebnis konnten Beate und ich einen kompletten Track eher philosophisch rund um das Thema „Engagement“ gestalten. Im zweiten Track ging es dann konkreter um User Experience und das durchaus kontrovers, da der Nutzen von UX-Tests in drei Vorträgen kritisch hinterfragt wurde. Da wäre ich gern dabei gewesen.

Die Vorbereitung

In den letzten Jahren waren wir immer zu spät dran und teilweise etwas chaotisch. Das lief in diesem Jahr deutlich besser. Großes Lob an Andrea für die Organisation und Beate, die alle ordentlich angetrieben hat und die PR gemacht hat. Ich fand es super, da ich mich um nichts kümmern musste und mich auf meinen Workshop, die Moderation des Track 1 und meinen Vortrag konzentrieren konnte.

Das Familientreffen mit Freunden

Der WUD hat sich in den letzten Jahren zum festen Event gemausert. Ich freue mich immer darauf, alte Bekannte zu treffen und zu plaudern. Auch die Gläser Wein nach dem letzten Vortrag gehören dazu. Ich hab das dieses Jahr nicht wirklich mitbekommen, da Beate runden Geburtstag hatte und ich direkt nach dem letzten Vortrag zum Bahnhof gehastet bin.

Alles in allem hat es mir Riesenspaß gemacht. Besonders die Diskussion in Track 1 zur Unternehmenskultur und der Rolle der UX-Designer für wirklich innovative digitale Services. Dazu schreibe ich auch noch konkreter was.

Die Unternehmenskultur ist letztendlich der Schlüssel. Da habe ich mir zusammen mit Beate fest vorgenommen, den Elan aus dem WUD aufzugreifen und die Diskussion fortzuführen.

Redaktion: Beate Winter

 
21. Juli, 2014

Rückblick: Erster „GovJam“ Hamburg – Wie Service Designer unsere Städte verbessern können

GovJam Sketch von Britta Ullrich

Trust – unter diesem Motto stand der erste GovJam in Hamburg Anfang Juni 2014. Die Aufgabe: In nur 48 Stunden sollten rund 20 Teilnehmer mit den Methoden des Design Thinking (DT) die öffentlichen Dienstleistungen der Großstadt Hamburg verbessern. eparo als Service Design Manufaktur durfte natürlich nicht fehlen. Gleich zwei Leute aus dem eparo-Team waren dabei. Unser Werkstudent Malte Lücken war begeistert und wollte unbedingt diesen Blogbeitrag schreiben. Malte erzählt, warum Hamburger einen flexiblen Reparatur-Service brauchen und wie Rentner Helmut mit seinem Repair-Mobil auf öffentlichen Plätzen zum Einsatz kommen könnte.

Global GovJam – offene Behördentüren für Service-Designer

Der GovJam Hamburg ist Teil eines weltweiten Projektes unter dem Namen Global GovJam.

Zusammen mit verschiedenen Städten erarbeiten die Teilnehmer eine neue Service-Idee, die von der Stadt weiterentwickelt werden kann. Daher steht das Gov in GovJam für Government. In diesem Jahr waren es 24 verschiedene Länder, die vom 03.06.14 – 05.06.14 gleichzeitig an Ideen zur Verbesserung des öffentlichen Raums arbeiteten.

Da wir das Projekt extrem spannend finden, nahmen Magi und ich am GovJam teil. In einer interdisziplinären Gruppe von rund 20 Teilnehmern versuchten wir die Probleme von Bürgern zu erkennen und lösende Serviceleistungen mit den Methoden des DT zu kreieren.

Ablauf eines GovJams

Illustrationen: Adrian Paulsen

Probleme der Stadt erkennen. Lösungen entwickeln

Dienstag: Abends trafen sich die Teilnehmer in den Räumlichkeiten der Xing AG, um gemeinsam Probleme des öffentlichen Raums zu finden und Teams zu bilden, die sich in den folgenden Tagen über mögliche Lösungskonzepte den Kopf zerbrechen würden. Wie kann man den Austausch von Wissen zwischen jungen und alten Menschen verbessern? Wie können wir die Entwicklung von Kreativität bei Schulkindern fördern? Meine Gruppe hatte die Aufgabe handwerkliche Arbeit wieder „sexy“ zu machen.

Mit Straßenumfragen Zielgruppen kennenlernen

Mittwoch: Morgens stand die Konkretisierung der Thematik auf dem Plan. Wir leiteten drei Fragen für eine  Benutzerbefragung unserer möglichen Zielgruppe ab und gingen dann für eine Stunde raus auf die Straße. „Was fällt Ihnen spontan zu dem Begriff Handwerk ein?“ oder „Haben Sie schon einmal selbst etwas repariert?“ – durch kurze offene Fragen versuchte meine Gruppe im Getümmel eines Radioballetts von 1000 Schülern aus 20 Hamburger Schulen (abendblatt.de/128715355) herauszufinden, ob handwerkliche Arbeit „sexy“ ist und wie die Hamburger mit Gegenständen umgehen, die kaputt gegangen sind.

Personas definieren: Der typische Hamburger hat keine Zeit – auch nicht für Reparaturen

Nach der Mittagspause analysierten wir unsere Umfragen. Schließlich hatten wir ein genaueres Bild unserer Zielgruppe, unsere so genannten Personas. Ergebnis: Hamburger würden durchaus selbst Geräte reparieren. Wenn die Bedingungen stimmen: Sie müssen wissen wie es geht, das richtige Equipment besitzen und am besten auch noch Zeit haben. Da dies selten vorkommt, werden gerade kleinere Geräte oft schnell weggeworfen. Besonders bei einer jüngeren Zielgruppe vom um die 20 Jahre kam noch der Punkt der Bequemlichkeit hinzu. „Bloß nicht zu weit weg gehen!“.

Die Idee: Der fahrende Handwerker Helmut und sein Repair-Mobil

Unter Berücksichtigung dieser Probleme folgte die Ideenfindung für einen möglichen Service. Nach mehreren Iterationen durch Diskussionen in unserer Gruppe und dem Feedback anderer Gruppenmitglieder war am Abend eine erste Idee greifbar. Zusätzlich zu den bekannten Repair Cafés (repaircafe.org/de/) überlegten wir uns einen mobilen Service. Unseren fahrenden Handwerker nannten wir Helmut, ein Rentner, der Spaß und das Know-how hat, mit anderen zusammen kaputte Geräte zu reparieren. Er fährt mit seinem Repair-Mobil zu verschiedenen belebten Punkten in der Stadt, um direkt vor Ort mit Anwohnern Geräte zu reparieren. Wem das immer noch zu weit weg ist, der kann ihn sogar zu einer Repair-Party bei sich zu Hause einladen. Einzige Voraussetzungen – es müssen mindestens 6 Leute mit kaputten Geräten kommen.

Der Prototyp aus Lego

Diese Idee wurde in den Morgenstunden des dritten Tages zu einem komprimierten Satz zusammengefasst.

Anschließend wurden Prototypen erstellt. Meine Gruppe entschied sich zum Testen einen Prototyp mit Lego zu bauen.

Mit diesem Prototyp erzählten wir mehreren Menschengruppen vor dem Gebäude der Kulturbehörde Hamburg von unserer Idee und herhielten viel positives Feedback.

Prototyp auf offener Straße testen

Fazit: Spaß trotz Zeitdruck

Am Nachmittag stellten alle Gruppen ihre Services vor und verließen den GovJam in der Hoffnung, dass die Ideen von der Stadt Hamburg gehört und umgesetzt werden.

Die drei Tage waren anstrengend, aber auch sehr inspirierend. Man konnte eine Menge neue Kontakte knüpfen und viele Methoden praktisch anwenden. Trotz des ständigen Zeitdrucks wurde viel gelacht und es hat insgesamt großen Spaß gemacht.

Aus diesem Grund wird eparo sicherlich auch das nächste Mal Hauptsponsor des GovJam Hamburg sein.

Wer mehr über den GovJam und die anderen Projekte erfahren möchte, findet unter folgender Adresse mehr Informationen: govjam.org.

 

 
20. Mai, 2014

Was User lesen wollen – User Centered Content Schulung für Online-Redakteure und Texter

Was müssen Redakteure und Texter wissen, um erfolgreiche Texte zu schreiben? Wie sieht Content aus, den User auch wirklich lesen? Klar ist: Gute Online-Texter brauchen heute mehr als nur eine „Gute Schreibe“. Sie müssen zusätzlich wissen, wie Online-User wirklich „ticken“, wie sie sich durch Webseiten bewegen und wie sie einenbestimmten Content finden. Und dazu natürlich auch noch optimiert für Google.
Genau das vermittelt unsere neue User Centered Content-Schulung.

User Centered Content - Anforderungen an Redakteure
User Experience, Journalismus & SEO: Die Schulung verbindet 3 Kerndisziplinen für guten Content

In der Schulung werden Erkenntnisse aus drei Disziplinen zusammengebracht, die sonst nur separat betrachtet werden: User Experience, Journalismus und Suchmaschinenoptimierung. Die Schulung ist konzipiert für zwei Tage und vermittelt Basis- und Expertenwissen. Die Schulungsleiter Rolf Schulte Strathaus (Geschäftsführer eparo GmbH) und Online-Journalist Mirko Gründer setzen neben der Vermittlung von Fachwissen vor allem auf praktische Beispiele und Anwendungs-Übungen. Das Besondere: Für jede Schulung werden in einem separaten User-Test Beispiele gewonnen, die exakt zum Arbeitsbereich der zu schulenden Redakteure passen.


Das Ergebnis der Schulung: Ein Geisteswandel in der Online Redaktion

In unserer letzten Schulung saßen Online-Redakteure einer großen Einzelhandelskette. Das Feedback nach der eintägigen Schulung war extrem positiv. „Ab morgen schreibe ich definitiv anders!“ war sich nicht nur ein Teilnehmer sicher. Ebenso wie die Kombination der Themen hat dabei auch das Zusammenspiel unserer Trainer überzeugt: Rolf Schulte Strathaus testet, konzipiert und optimiert seit über 15 Jahren nutzerzentrierte digitale Services. Mirko Gründer arbeitet als freier Journalist seit über acht Jahren an der Schnittstelle aus Text und Suchmaschinenoptimierung.
Die nächsten Schulungstermine sind bereits geplant…

Anfragen gerne an training@eparo.de

 
12. Mai, 2014

Beobachten – die Basis für nutzerzentriertes Service Design

Richtig beobachten – das ist eine der Kernkompetenzen des digitalen Service Design. Nur erfahrene Experten wissen, was sie in User-Tests be(ob)achten müssen und wie sie daraus nutzerfreundliche Konzepte entwickeln. Denn nur sie können erkennen, was nicht offensichtlich, aber oft wegweisend ist.

Geschult beobachten = Sehen, was beobachtens-wert ist

Geschult beobachten heißt sehen, was Beobachtens-Wert ist

Geschultes Beobachten: sehen, wissen, einordnen.

Beobachten ist keineswegs trivial. Und vor allem: Beobachten ist weit mehr als nur zusehen. Als Methode beruht Beobachten auf Erfahrung und Fachwissen. Geschultes Beobachten bedeutet daher zuallererst: Der Beobachter muss wissen, was überhaupt einer Beobachtung wert ist. Sehen kann man Vieles. Doch das zu erkennen, was wirklich weiterführt, ist eine Kompetenz.

Beobachtenswert ist nicht das Offensichtliche

Fast immer geht es dabei nicht um das, was offensichtlich ist, sondern um das Unerwartete, Indirekte und um das, was gerade nicht passiert. Wenn Nutzer in einem Test eine Bühne nicht beachten, einen aus Anbietersicht klaren Mehrwert nicht wahrnehmen oder einen Call to Action einfach ignorieren, dann sind genau das die Ansätze für eine nutzerzentrierte Gestaltung.

„Observation forces us to focus on the actions that we are trying to support through design, rather than the things (or services – MW) we will ultimately produce.“ (Jane Fulton Suri, Partner & Creative Director at IDEO)

Beobachtet wird die Nutzung – nicht der Nutzer

Beobachten ist eine Kernaufgabe nutzergetriebener Innovation, denn im Zentrum jeder Beobachtung stehen User. Oder besser: ihre Handlungen. Denn auf der Suche nach Design- oder Service-Innovationen zählen am Ende natürlich nicht die Eigenschaften der User (wie Alter, Einkommen etc.), sondern es zählt die Art und Weise, wie ein Nutzer mit einem Problem oder Service umgeht und interagiert. Beobachtet wird, was Nutzer tun und was sie nicht tun – und genau diese Nutzungsmuster leiten die Konzeption an.

Beobachten – die Grundzutat für digitale Innovation

Geschultes Beobachten liefert den zentralen Ansatz für eine ernsthaft nutzergetriebene Konzeption und Entwicklung digitaler Services. Zusammen mit Kreativität, Empathie, Erfahrung und handwerklichem Knowhow ist Beobachten eine Grundzutat für überzeugende digitale Innovationen.

 
4. April, 2014

Service Design Drinks Hamburg bei eparo: Interaktion macht Marke

Die Teilnehmer der Service Drinks zu Gast bei eparo

Am vergangenen Dienstag waren die Service Design Drinks zu Gast bei eparo. Alle zwei Monate treffen sich Service-Experten, UXler und alle Interessierten zu Vorträgen und  zum informellen Austausch. Dieses Mal haben wir die Räumlichkeiten gestellt. Rolf hat zudem referiert zum Thema „Interaktion macht Marke“ (Folien auf Slideshare folgen demnächst).

 

Interaktion macht Marke

Rolf bei seinem Vortrag zu Interaktion macht MarkeHinter dem Thema steht die Beobachtung, dass die Interaktionen mit den Services einer Marke die Markenwerte in der Regel höchstens als Zufallsprodukt widerspiegeln. Dabei sollten, aus unserer Sicht, alle Touchpoints des Services diese Werte repräsentieren, um eine konsistente Markenwahrnehmung zu gewährleisten. Hier liegt noch viel Potenzial brach.

Nach dem kurzen Input folgte eine Hands-on Session, bei der die Teilnehmer sich mittels der Methode des Design Studios sich Gedanken zur Umsetzung des Markenwertes fair für die EthikBank machten. Ziel war es die ersten Prozessschritte der Beantragung eines Privatkredits bei der EthikBank möglichst fair zu gestalten.

 

Design Studio für die "faire Bank" - Service Drinks - Interaktion macht Marke

Die Ideen reichten von der schlichten hundertprozentigen Transparenz der Konditionen, über Einsatz der Zinsen für humanitäre Projekte und vielseitig andere Ansätze. Der Abend ist dann bei der Diskussion der Ergebnisse und einem guten Wein ausgeklungen. Vielen Dank an alle Teilnehmer und die Organisatoren!

Update: Jetzt sind die Folien auf SlideShare zu finden.