eparo – Digital Service Design

Das Blog von eparo.de

25. November, 2016

Der World Usability Day durch die „Nutzerbrille“ eines Außenstehenden

Redaktion: Beate Winter

Vor einer Woche fand der World Usability Day (WUD) auch wieder in Hamburg statt. 400 Teilnehmer waren in diesem Jahr auf dem Campus der HAW Hamburg. Ein neuer Rekord. Diesjähriger Schwerpunkt: Sustainable (green) User Experience. Was ist denn eigentlich Sustainable oder Green UX? Diese Frage wurde immer wieder gestellt. Auch von Experten. Antworten erwarteten wir von der German UPA und haben Vertreter des Berufsverbandes eingeladen. Außerdem sollten natürlich Vorträge und Workshops, Diskussionen und Gespräche während der Konferenz zur Klärung beitragen. Erstmals haben wir auch einen Journalisten und Texter eingespannt. Bewusst haben wir jemanden ausgesucht, der nicht aus „der UX- Szene“ kommt. Eine Reportage von Torsten Sannwald über den Tag, der die Welt verbessern soll.

Neues für Nutzer

Das Forum der Ideen auf dem World Usability Day 2016 in Hamburg

WUD 2016 Hamburg, Julian Mengel

CO2 arme Websites? Stellen wir uns vor, das Internet sei ein Land. Dann wäre es in puncto Stromverbrauch das sechstgrößte Land der Erde. In seinem Vortrag (Vortragsfolien) rechnet der studierte Biologe Julian Mengel vor, dass durch lange Ladezeiten und riesige Bilddatenflut weltweit Millionen Tonnen an CO2 in die Atmosphäre geblasen werden. Die Lösung zur Minimierung kostet weder Geld noch Aufwand. Bei der Erstellung von Websites einfach Bilder komprimieren und auf das Performance Budget achten – bei mobiler Nutzung zum Beispiel eine Ladezeit von maximal drei Sekunden. Auf diese Weise konnte etwa bei einem großen deutschen Webservice die Ausstoßlast um zwei Drittel reduziert werden.

Ein erstes Aha-Erlebnis. Denn das leuchtet selbst dem ein, der sich unter Usability oder User Experience nur schemenhaft – unter Sustainable User Experience überhaupt und rein gar nichts vorstellen konnte. Denn meine Digital-Affinität beginnt bei Emails und hört bei Spiegel Online und car2go auch schon auf. Gleich bei der Einladung zum WUD wies ich ausdrücklich auf mangelnde Kenntnisse hin, jedoch wies man mich daraufhin genauso ausdrücklich darauf hin, dass dieser Umstand nicht schlimm – sondern es im Gegenteil ganz interessant sei, mal zu lesen, wie der WUD auf jemand wirke, dessen Kernkompetenz – um es vorsichtig auszudrücken – nicht gerade im Digital Business liegt.

 

Abgesehen von mir sind die restlichen der rund 400 Besucher aber schon alle mehr oder weniger vom Fach. Viele sind hier, die sich austauschen und inspirieren möchten, wie der Art Director, dessen Kollegen in der Agentur Jobs immer nur standardmäßig abarbeiten – es sei denn, es kommen veränderte Vorgaben vom Chef oder vom Kunden selbst. Eigeninitiative und Kreativität? – Fehlanzeige. Oder der Creative Director, der hier nach talentiertem Nachwuchs sucht. Oder die zwei Interaction Designerinnen, die mit spezifischen fachlichen Fragen kollegiale Unterstützung erhoffen. Oder der Manager aus dem Führungsteam eines schweizerischen Wasserversorgers, der hier bei der Entwicklung von Nachhaltigkeitsapplikationen wertvolle Impulse mitnehmen möchte.

WUD 2016 Hamburg, Christoph Buckler

Dass Sustainable (green) UX neben der technischen vor allem auch über eine gesellschaftliche Dimension verfügt, erörtert Christoph Buckler in seinem Vortrag „Designprinzipien für Green UX“ (Vortragsfolien). Darin geht er auf die besondere Verantwortung von Designern und Entwicklern ein. Er beschreibt Möglichkeiten zur Einflussnahme auf umfassendere Problemlösungen, die sich nicht nur auf die Optimierung der Performance beschränkt – sondern sich auf den gesamten Lebenszyklus bis hin zum Recycling eines Produktes erstreckt.

WUD 2016 Hamburg

In „Digitale Communities für ländliche Regionen“ (Vortragsfolien) wird’s amüsant. In Wort und Bild beschreibt Steffen Hess, Fachvorstand von German UPA, Stolpersteine, die zwischen Konzeption und nutzertauglicher Umsetzung einer digitalen Packstation liegen können. Das Projekt im Rahmen der »Digitalen Dörfer« vom Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE, zeigt, wie Mobilität und Logistik mit intelligenter Technologie verzahnt werden kann, sodass für Bevölkerung und Unternehmen ein Mehrwert entsteht.

 

In der Mittagspause plaudere ich am Stand von Ratio Drink, einem Kooperationspartner des WUD. Deren „Konferenzflasche“ ist eine weitere Interpretation zum Thema Usability. Das Produkt wird hauptsächlich von Gastronomie und Cateringfirmen bei Veranstaltungen eingesetzt. Es besteht aus einer Glasflasche, die der Besucher mit seinem Namen beschriftet und während der gesamten Veranstaltung behält und wiederverwenden kann. An einer Auffüllstation stehen Container mit Bio-Sirups in verschiedenen Geschmacksrichtungen bereit, die einfach mit Wasser angerührt werden. Und so wird mit diesem Konzept der Konsument – schwuppdiwupp – selbst zum Getränkeproduzenten.

(Fotos Lego Serious Play Workshop: © O. Lorenzen-Schmidt)

Tausende von Legosteinen warten am Nachmittag gespannt darauf, was aus ihnen wird. Eine möglichst lange, möglichst stabile und möglichst schöne Brücke; die Materialisierung eines persönlichen Wunsches; oder der Ausdruck dessen, was man selbst unter Sustainable UX versteht – so lauten die Aufgaben beim Lego Serious Play Workshop von Irene Schuler. Auf abstrakte Aufgaben hin werden alleine oder in der Gruppe Ideen erarbeitet, bei denen sich die Entwicklung der Lösung aus der Visualisierung ergibt – Kreativität aus dem Zusammenspiel von Kopf-Bewusstsein und Unterbewusstsein, dass seinen Ausdruck über die Hände findet. Am Tag eins nach der Wahl eines Präsidenten, der die Zukunft mit den Rezepten von gestern zu gestalten verspricht, ist das ein moderner Konzeptansatz mit ungleich mehr Potenzial.

Damit findet ein inspirierender Tag seinen leichten, erlebnisreichen und unterhaltsamen Ausklang. Fazit: als einer, der noch aus der guten alten Zeit der Print-Werbung kommt, in der es darum ging, meist Unnützes möglichst geländegängig an den Konsumenten zu bringen, habe ich beim WUD erfahren, dass User Experience oder Usability organischer Bestandteil einer erweiterten Form von Kommunikation ist. Einer Kommunikation, die dem Konsumenten natürlich auch etwas verkaufen will, ja – aber darüber hinaus den Anspruch hat, an einem positiven gesellschaftlichen Wandel mitzuarbeiten.

 
24. August, 2016

World Usability Day 2016 in Hamburg – Sustainable (Green) UX

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Der World Usability Day (WUD) 2016 findet am 10. November statt und wird wieder von eparo in Kooperation mit der HAW organisiert. Das diesjährige Schwerpunktthema Sustainable User Experience finden wir großartig, da es deutlich macht, dass unsere Arbeit auch ökologische und soziale Aspekte berücksichtigen muss: Wie können wir Usability so gestalten, dass weniger Energie und Rohstoffe verbraucht werden? Wie tragen wir dazu bei, dass durch User Experience im Kontext der Vernetzung nachhaltige Formen des Zusammenlebens entwickelt werden?

Diese und andere Fragen zur Nachhaltigkeit können auf dem WUD gemeinsam diskutiert werden. Da in vielen Unternehmen Nachhaltigkeit immer mehr in den Fokus rückt, erwarten wir auch viele Teilnehmer aus anderen Bereichen, wie z.B. aus der Informatik, dem Ingenieurwesen oder dem Produktmanagement. In Vorträgen und Workshops wollen wir gemeinsam erarbeiten, wie Produkte effektiv, effizient und wiederverwendbar entwickelt werden können und wie nachhaltige Prozesse der Produktentwicklung Ziele wie Recycling, Wiederverwendung und schrittweise Verbesserung berücksichtigen können.

Die Teilnahme am Hamburger World Usability Day ist übrigens kostenlos!

Alle Infos zum WUD in Hamburg gibt es auf der Website: wudhh.de
Folge dem WUD auf twitter: @wud_hh

 
17. November, 2015

Storyboards für digitale Services und Product Discovery Interview mit Illustratorin Melina Pink

Diesen Workshop mit Illustratorin Melina Pink bietet eparo bereits zum dritten Mal an. Damit ihr unsere Lieblingsillustratorin näher kennenlernt, stellen wir sie euch hier vor:

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Melina hat nach ihrem Fachabitur in Grafik und Gestaltung am Laguna College of Art & Design in Kalifornien einen B.F.A. in 2D Animation gemacht. Dort hat sie u.a. die Grundlagen des Storyboarding und Character Designs gelernt.

Nach dem Studium arbeitete sie als Storyboard-Zeichnerin für verschiedene Agenturen in L.A., bevor sie zurück nach Deutschland ging.
Hier hat sie nicht nur als Illustratorin, sondern auch beim Film und am Theater gearbeitet. Parallel machte sie ihren M.A. in Kultur + Management und arbeitete dann für einige Jahre auf dem internationalen Kunstmarkt.

Anfang 2013 hat sich Melina wieder selbstständig gemacht. Back to the roots sozusagen.

 
Beate: Was sind deine besonderen Eigenschaften?
Melina: Als Illustratorin versuche ich mich immer weiter zu entwickeln und dazu zu lernen. Was das Zeichnen angeht, ist das ein ständiger Prozess, der nie stillsteht. Ich versuche immer an meine Grenzen zu gehen und meine Komfortzone zu verlassen. Dabei interessiere ich mich besonders für Kontraste und die damit verbundenen Spannungsverhältnisse zwischen Altem und Neuem, Urban Art + klassischer Kunst, analoger + digitaler Kunst.
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Beate: Melina, warum bist du Illustratorin geworden?
Melina: Ich habe schon immer gezeichnet und kann mich nicht an einen Zeitpunkt erinnern, wo das nicht der Fall war. Die Illustration ist nicht etwas, wozu ich mich entschlossen habe, sondern sie ist Teil von mir. Mein Großvater hat bereits gezeichnet, vielleicht liegt es in den Genen.
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Beate: Welche Vorbilder hast Du?
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Beate: Du hast dich auf Scribbles, Storyboads und Character für Produkte spezialisiert. Was ist deine absolute Leidenschaft?
Melina: Ich liebe schwarz-weiß Strichzeichnungen sehr. Für mich steht dabei die bildliche Umsetzung einer Idee im Zentrum und wie ich eine Emotion, Botschaft oder Handlung am besten vermitteln kann.
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Beate: Du hast auch für einen beeindruckenden Ebola-Beitrag vom WDR gezeichnet. Was hat dich daran besonders gereizt?
Melina: Gereizt hat mich daran die gesellschaftliche Relevanz des Themas und der menschliche Aspekt. Ich bin kein Arzt und kann in dem Sinne nicht helfen, aber ich kann als Zeichnerin durch meine Bilder einen Beitrag leisten. Das Thema hat mich persönlich sehr bewegt, vor allem während des Zeichnens.
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Beate: An welchen Projekten arbeitest du in deiner Freizeit?
Melina: Ich arbeite immer an mehreren Projekten gleichzeitig. Zur Zeit experimentiere ich gerade mit 2D-animierten Erklärfilmen. Zudem zeichne ich täglich und schraube an meiner Webseite herum.
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Beate: Gibt es so etwas wie einen großen Traum für dich?
Melina: Ich möchte irgendwann meine eigene Grafische Novelle schreiben. Zudem würde ich sehr gerne im Bereich politische Satire/Cartoons arbeiten, um so die Machthaber etwas mit meinem Stift zu piksen. ;-)
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2. Juli, 2015

Workshop: Storyboards für Service Design und Product Discovery

Mit Bildern Ideen visualisieren und Produkte entwickeln

Am 7. Juli findet ein neuer Workshop bei eparo statt: Storyboards für Service Design und Product Discovery (bereits ausgebucht, neuer Workshop am 15. September). Illustratorin Melina Pink vermittelt den Teilnehmern, wie man mit einfachen Zeichnungen (Produkt-)Ideen auf den Punkt bringt. Diese Methode wird in der Animation, beim Film und in der Werbung seit Langem genutzt. Melina erzählt, warum sie auch für die Produktentwicklung so vielversprechend ist.

Was ist ein Storyboard?

Das Storyboard ist ein einfaches Werkzeug, um eine Idee oder ein Konzept zu visualisieren. Es ist eine lineare Erzählung, bei der die einzelnen Bilder eine Geschichte erzählen.

Warum alle zögern, obwohl es jeder kann!

Interessant ist: Jeder stolpert erst einmal über diverse Hemmschwellen. „Ich kann nicht zeichnen“ ist sicher die größte. Dabei werden überhaupt keine Erfahrungen vorausgesetzt. Es spielt keine Rolle, ob jemand zeichnen kann oder nicht! Ein weiterer Punkt ist, dass kaum jemand die einfachen Werkzeuge und Hilfsmittel sowie die Struktur eines Storyboards kennt. Viele haben Sorge, dass sie nicht und wissen, wo sie anfangen sollen. Der Workshop setzt genau bei diesen Hürden an. Und die verschwinden erfahrungsgemäß schnell.

Jeder hat Erfolgserlebnisse – und seinen eigenen Stil!

Bereits auf dem WUD 2014 habe ich für eparo einen Scribble-Workshop angeboten. Bei einer Übung wurde jeder Teilnehmer gebeten, ein einzelnes Comic-Bild zu einem bestimmten Gefühlsbegriff zu zeichnen. Ein kleiner Character sollte das jeweilige Gefühl bildlich darstellen. Dabei sollten die Teilnehmer alle zuvor gelernten Elemente (Gesichtsausdruck, Körpersprache, Sprachblasen, Dialog, Bewegungslinien, Icons, Symbole, Objekte etc.) anwenden.

Hier ist ein schönes Beispiel:

Beispiel eines Storyboards vom WUD 2014

Beispiel eines Storyboards vom WUD 2014

Melina: „Was interessant war: JEDER, egal wie gut er zeichnen konnte, hatte bereits seinen eigenen Stil, den man erkennen konnte! Das fand ich ehrlich gesagt total spannend.“

Warum Bilder alles erleichtern – und wir Kosten und Zeit sparen

Wir können Ideen und Visionen auf einfache Weise erklären und sie mit Anderen teilen. Storyboarding vereinfacht die Entwicklung einer Idee und spart Kosten. Konzepte und Ideen können schnell auf Papier skizziert werden, das spart eine Menge Zeit. Außerdem bringt es mehr Spaß, als ein langes Textdokument zu lesen. Die Leser verstehen schnell, worum es geht.

Wie ein Storyboard bei der Produktentwicklung hilft:

Beispiel Family-App

Ein Storyboard kann z.B. zeigen, wie ein Produkt funktioniert oder auch die Interaktion eines Nutzers mit dem Produkt verdeutlichen.

Frames / Rough Sketches stellen die Reihe der Erlebnisse dar, die ein User erfährt, bevor oder während er ein Produkt benutzt.

Hier ein kleines praktisches Beispiel: eine neue Family App.

Problem: Man weiß nicht, wo genau sich die Familien-Mitglieder aufhalten.

  1. Bild: Mann zeigt Frau eine neue App auf seinem Telefon
  2. Bild: Er erklärt, was die App kann
  3. Bild: Suchergebnisse werden angezeigt
Storyboard für die Familiy-App

Storyboard für die Familiy-App

Unser Fazit

Wir wundern uns, dass die Storyboards nicht längst zum Standardrepertoire gehören in der Produktentwicklung. Uns helfen sie in vielen Projekten, sparen Zeit und Geld und vereinfachen die Kommunikation.

Das wollen wir auch dem Rest der Welt ermöglichen.

 
21. Juli, 2014

Rückblick: Erster „GovJam“ Hamburg – Wie Service Designer unsere Städte verbessern können

GovJam Sketch von Britta Ullrich

Trust – unter diesem Motto stand der erste GovJam in Hamburg Anfang Juni 2014. Die Aufgabe: In nur 48 Stunden sollten rund 20 Teilnehmer mit den Methoden des Design Thinking (DT) die öffentlichen Dienstleistungen der Großstadt Hamburg verbessern. eparo als Service Design Manufaktur durfte natürlich nicht fehlen. Gleich zwei Leute aus dem eparo-Team waren dabei. Unser Werkstudent Malte Lücken war begeistert und wollte unbedingt diesen Blogbeitrag schreiben. Malte erzählt, warum Hamburger einen flexiblen Reparatur-Service brauchen und wie Rentner Helmut mit seinem Repair-Mobil auf öffentlichen Plätzen zum Einsatz kommen könnte.

Global GovJam – offene Behördentüren für Service-Designer

Der GovJam Hamburg ist Teil eines weltweiten Projektes unter dem Namen Global GovJam.

Zusammen mit verschiedenen Städten erarbeiten die Teilnehmer eine neue Service-Idee, die von der Stadt weiterentwickelt werden kann. Daher steht das Gov in GovJam für Government. In diesem Jahr waren es 24 verschiedene Länder, die vom 03.06.14 – 05.06.14 gleichzeitig an Ideen zur Verbesserung des öffentlichen Raums arbeiteten.

Da wir das Projekt extrem spannend finden, nahmen Magi und ich am GovJam teil. In einer interdisziplinären Gruppe von rund 20 Teilnehmern versuchten wir die Probleme von Bürgern zu erkennen und lösende Serviceleistungen mit den Methoden des DT zu kreieren.

Ablauf eines GovJams

Illustrationen: Adrian Paulsen

Probleme der Stadt erkennen. Lösungen entwickeln

Dienstag: Abends trafen sich die Teilnehmer in den Räumlichkeiten der Xing AG, um gemeinsam Probleme des öffentlichen Raums zu finden und Teams zu bilden, die sich in den folgenden Tagen über mögliche Lösungskonzepte den Kopf zerbrechen würden. Wie kann man den Austausch von Wissen zwischen jungen und alten Menschen verbessern? Wie können wir die Entwicklung von Kreativität bei Schulkindern fördern? Meine Gruppe hatte die Aufgabe handwerkliche Arbeit wieder „sexy“ zu machen.

Mit Straßenumfragen Zielgruppen kennenlernen

Mittwoch: Morgens stand die Konkretisierung der Thematik auf dem Plan. Wir leiteten drei Fragen für eine  Benutzerbefragung unserer möglichen Zielgruppe ab und gingen dann für eine Stunde raus auf die Straße. „Was fällt Ihnen spontan zu dem Begriff Handwerk ein?“ oder „Haben Sie schon einmal selbst etwas repariert?“ – durch kurze offene Fragen versuchte meine Gruppe im Getümmel eines Radioballetts von 1000 Schülern aus 20 Hamburger Schulen (abendblatt.de/128715355) herauszufinden, ob handwerkliche Arbeit „sexy“ ist und wie die Hamburger mit Gegenständen umgehen, die kaputt gegangen sind.

Personas definieren: Der typische Hamburger hat keine Zeit – auch nicht für Reparaturen

Nach der Mittagspause analysierten wir unsere Umfragen. Schließlich hatten wir ein genaueres Bild unserer Zielgruppe, unsere so genannten Personas. Ergebnis: Hamburger würden durchaus selbst Geräte reparieren. Wenn die Bedingungen stimmen: Sie müssen wissen wie es geht, das richtige Equipment besitzen und am besten auch noch Zeit haben. Da dies selten vorkommt, werden gerade kleinere Geräte oft schnell weggeworfen. Besonders bei einer jüngeren Zielgruppe vom um die 20 Jahre kam noch der Punkt der Bequemlichkeit hinzu. „Bloß nicht zu weit weg gehen!“.

Die Idee: Der fahrende Handwerker Helmut und sein Repair-Mobil

Unter Berücksichtigung dieser Probleme folgte die Ideenfindung für einen möglichen Service. Nach mehreren Iterationen durch Diskussionen in unserer Gruppe und dem Feedback anderer Gruppenmitglieder war am Abend eine erste Idee greifbar. Zusätzlich zu den bekannten Repair Cafés (repaircafe.org/de/) überlegten wir uns einen mobilen Service. Unseren fahrenden Handwerker nannten wir Helmut, ein Rentner, der Spaß und das Know-how hat, mit anderen zusammen kaputte Geräte zu reparieren. Er fährt mit seinem Repair-Mobil zu verschiedenen belebten Punkten in der Stadt, um direkt vor Ort mit Anwohnern Geräte zu reparieren. Wem das immer noch zu weit weg ist, der kann ihn sogar zu einer Repair-Party bei sich zu Hause einladen. Einzige Voraussetzungen – es müssen mindestens 6 Leute mit kaputten Geräten kommen.

Der Prototyp aus Lego

Diese Idee wurde in den Morgenstunden des dritten Tages zu einem komprimierten Satz zusammengefasst.

Anschließend wurden Prototypen erstellt. Meine Gruppe entschied sich zum Testen einen Prototyp mit Lego zu bauen.

Mit diesem Prototyp erzählten wir mehreren Menschengruppen vor dem Gebäude der Kulturbehörde Hamburg von unserer Idee und herhielten viel positives Feedback.

Prototyp auf offener Straße testen

Fazit: Spaß trotz Zeitdruck

Am Nachmittag stellten alle Gruppen ihre Services vor und verließen den GovJam in der Hoffnung, dass die Ideen von der Stadt Hamburg gehört und umgesetzt werden.

Die drei Tage waren anstrengend, aber auch sehr inspirierend. Man konnte eine Menge neue Kontakte knüpfen und viele Methoden praktisch anwenden. Trotz des ständigen Zeitdrucks wurde viel gelacht und es hat insgesamt großen Spaß gemacht.

Aus diesem Grund wird eparo sicherlich auch das nächste Mal Hauptsponsor des GovJam Hamburg sein.

Wer mehr über den GovJam und die anderen Projekte erfahren möchte, findet unter folgender Adresse mehr Informationen: govjam.org.

 

 
20. Mai, 2014

Was User lesen wollen – User Centered Content Schulung für Online-Redakteure und Texter

Was müssen Redakteure und Texter wissen, um erfolgreiche Texte zu schreiben? Wie sieht Content aus, den User auch wirklich lesen? Klar ist: Gute Online-Texter brauchen heute mehr als nur eine „Gute Schreibe“. Sie müssen zusätzlich wissen, wie Online-User wirklich „ticken“, wie sie sich durch Webseiten bewegen und wie sie einenbestimmten Content finden. Und dazu natürlich auch noch optimiert für Google.
Genau das vermittelt unsere neue User Centered Content-Schulung.

User Centered Content - Anforderungen an Redakteure
User Experience, Journalismus & SEO: Die Schulung verbindet 3 Kerndisziplinen für guten Content

In der Schulung werden Erkenntnisse aus drei Disziplinen zusammengebracht, die sonst nur separat betrachtet werden: User Experience, Journalismus und Suchmaschinenoptimierung. Die Schulung ist konzipiert für zwei Tage und vermittelt Basis- und Expertenwissen. Die Schulungsleiter Rolf Schulte Strathaus (Geschäftsführer eparo GmbH) und Online-Journalist Mirko Gründer setzen neben der Vermittlung von Fachwissen vor allem auf praktische Beispiele und Anwendungs-Übungen. Das Besondere: Für jede Schulung werden in einem separaten User-Test Beispiele gewonnen, die exakt zum Arbeitsbereich der zu schulenden Redakteure passen.


Das Ergebnis der Schulung: Ein Geisteswandel in der Online Redaktion

In unserer letzten Schulung saßen Online-Redakteure einer großen Einzelhandelskette. Das Feedback nach der eintägigen Schulung war extrem positiv. „Ab morgen schreibe ich definitiv anders!“ war sich nicht nur ein Teilnehmer sicher. Ebenso wie die Kombination der Themen hat dabei auch das Zusammenspiel unserer Trainer überzeugt: Rolf Schulte Strathaus testet, konzipiert und optimiert seit über 15 Jahren nutzerzentrierte digitale Services. Mirko Gründer arbeitet als freier Journalist seit über acht Jahren an der Schnittstelle aus Text und Suchmaschinenoptimierung.
Die nächsten Schulungstermine sind bereits geplant…

Anfragen gerne an training@eparo.de

 
4. April, 2014

Service Design Drinks Hamburg bei eparo: Interaktion macht Marke

Die Teilnehmer der Service Drinks zu Gast bei eparo

Am vergangenen Dienstag waren die Service Design Drinks zu Gast bei eparo. Alle zwei Monate treffen sich Service-Experten, UXler und alle Interessierten zu Vorträgen und  zum informellen Austausch. Dieses Mal haben wir die Räumlichkeiten gestellt. Rolf hat zudem referiert zum Thema „Interaktion macht Marke“ (Folien auf Slideshare folgen demnächst).

 

Interaktion macht Marke

Rolf bei seinem Vortrag zu Interaktion macht MarkeHinter dem Thema steht die Beobachtung, dass die Interaktionen mit den Services einer Marke die Markenwerte in der Regel höchstens als Zufallsprodukt widerspiegeln. Dabei sollten, aus unserer Sicht, alle Touchpoints des Services diese Werte repräsentieren, um eine konsistente Markenwahrnehmung zu gewährleisten. Hier liegt noch viel Potenzial brach.

Nach dem kurzen Input folgte eine Hands-on Session, bei der die Teilnehmer sich mittels der Methode des Design Studios sich Gedanken zur Umsetzung des Markenwertes fair für die EthikBank machten. Ziel war es die ersten Prozessschritte der Beantragung eines Privatkredits bei der EthikBank möglichst fair zu gestalten.

 

Design Studio für die "faire Bank" - Service Drinks - Interaktion macht Marke

Die Ideen reichten von der schlichten hundertprozentigen Transparenz der Konditionen, über Einsatz der Zinsen für humanitäre Projekte und vielseitig andere Ansätze. Der Abend ist dann bei der Diskussion der Ergebnisse und einem guten Wein ausgeklungen. Vielen Dank an alle Teilnehmer und die Organisatoren!

Update: Jetzt sind die Folien auf SlideShare zu finden.

 

 
25. Februar, 2014

Service Design und Team-Entwicklung per OpenSpace-Konferenz

Wie ein komplettes Portal-Team den Neuanfang plant.

Alle haben sich eingebracht und waren "OpenSpace Astronauten"

Wir brauchen neue Ideen für unser Portal, die Teams arbeiten nicht optimal zusammen. Wie können wir das verbessern?” Mit diesen Fragen begann einer der spannendsten Aufträge der letzten Monate.

Wir haben eine Open Space Konferenz organisiert, um das komplette Team von Anfang an zu integrieren. Moderiert von Alexander Schilling (raumfuer) arbeiteten 42 Teilnehmer an der Neuorientierung des Unternehmens.
Das Ziel: Interne Abläufe sollten verbessert und das Produkt zukunftsfähig ausgerichtet werden.

Extra angefertigt: Blöcke für das Notieren von Ideen

Im Team waren 36 Mitarbeiter des Unternehmens, zwei Service-Design Consultants von eparo und vier extra rekrutierte Endnutzer. Komplett selbstorganisiert wurden 26 Themen identifiziert und an den zwei Tagen intensiv diskutiert.
Als Ergebnis wurden acht konkrete Projekte definiert, die in den nächsten Wochen bearbeitet werden.

Was gefällt mir? Wo möchte ich mich einbringen?

„Open Space ist einfach genial, um das gesamte Team einzubinden und Energien freizusetzen. Echtes Commitment und Mut im Unternehmen sind allerdings Voraussetzung, denn das Ergebnis kann man nicht steuern“, sagt eparo-Geschäftsführer Rolf Schulte Strathaus.
Zukünftig werde eparo diese Methode verstärkt anbieten: „Es wäre auch großartig, um z.B. mit allen Beteiligten einen großen Website-Relaunch anzustoßen.“

 

 
26. November, 2013

It`s time to share – Open Space Stammtisch Hamburg bei eparo 4.11.2013

Open Space Stammtisch bei eparo am 4.11.2013

Open Space Stammtisch bei eparo am 4.11.2013

„It`s time to share“ – unter diesem Motto hatten wir am 4.11. 2013 zum ersten Mal den Open-Space-Stammtisch bei eparo zu Gast. Organisator Alexander Schilling von raumfuer hatte wieder einmal zum eigenverantwortlichen und selbstorganisierenden Netzwerken eingeladen. 25 Teilnehmer*innen entwickelten eigene Ideen, tauschten sich in Workshops und abschließend in der großen Runde aus. Wie können wir das Teilen von Alltagsgegenständen organisieren? Wie lässt sich die Idee des change management in Unternehmen umsetzen? Diese und weitere Fragen wurden diskutiert. Open Space trägt auch den Beinamen „Kaffeepausenkonferenz“: „In dieser entspannten Atmosphäre tauschen sich die Leute – unabsichtlich – besonders angeregt aus und vernetzen sich.“ sagt Alexander.

Der Open-Space-Stammtisch findet weltweit an jedem 1. Montag der ungeraden Monate statt. Das nächste Mal am 6.Januar 2014 – wieder bei eparo.

Ich finde Open Space für unsere Projekte super spannend, um gerade zu Beginn eines Projekts wirklich alle Beteiligten einzubinden und deren Ideen ganz früh einfließen zu lassen. Open Space Methoden können uns daher sehr helfen, diese frühen „Alle sind dabei“ Workshops erfolgreich durchzuführen“.

 
11. März, 2013

UX-Roundtable bei eparo: Das Unterbewusstsein zum Verbündeten machen…

Unbewusste Wahrnehmung, Neuromarketing und das Implizite sind die Hebel, um wirklich erfolgreiche digitale Produkte zu entwickeln. Das wollten wir im Rahmen des UX Roundtables in Hamburg am 4. März vermitteln. Konkreter: Wie funktioniert menschliche Wahrnehmung und wie kann ich das bei der Konzeption und Gestaltung optimal berücksichtigen?

Neurodesign und Implicit UX stoßen auf reges Interesse.

Viele Zuhörer beim UX-Roundtable

Viele Zuhörer beim UX-Roundtable

Intuitive Bedienbarkeit ohne Nachdenken zu müssen: Die Messlatte für wirklich gute digitale Produkte und Services liegt inzwischen schon ziemlich hoch. Intuitives Handeln geht natürlich nur über das Unterbewusstsein. Begriffe wie Neuromarketing und Neurodesign rücken daher als Themen ins Visier von Produktmanagern und UX-Designern.

Das wurde auch bei den Anmeldungen zum UX-Roundtable schnell deutlich. Ursprünglich sind wir von 40 Teilnehmern ausgegangen. Dann mussten wir die Zahl aufgrund immer neuer Anfragen fast im Zwei-Stunden-Takt auf schließlich 100 Teilnehmer erhöhen und einen guten Schwung Stühle mieten. Mit den üblichen Absagen waren am Schluss über 80 Gäste bei uns im Büro. Die Weinprobe von copito, dem Weingroßhändler bei uns im Gebäude, hatte da nichts mit zu tun. Das stand nicht in der Einladung :-)

Wir haben uns jedenfalls sehr gefreut über den bisher größten UX-Roundtable. An dieser Stelle daher nochmals vielen Dank für dieses enorme Interesse!

Hier die Slides zum Vortrag auf slideshare.com
Mehr zum Thema Implicit-UX gibt’s regelmäßig auf 53nord.de
Und der von Matthias Müller-Prove (@mprove) mitgeschnittene Ton im UX-HH Roundtable-Archiv

Implicit UX macht das Unterbewusstsein zum Verbündeten.

Im Kern ging es in meinem Vortrag „Unbewusste Wahrnehmung – Der vergessene Supercomputer“ um die Rolle des Unterbewusstseins für gute digitale Produkte und Services. Das Credo: Wirklich erfolgreiches UX-Design muss die unbewusste Wahrnehmung und die Erkenntnisse aus Neuromarketing und Implicit UX berücksichtigen. Neben vielen Beispielen aus der Forschung standen praktische Tipps für Konzeption und Design im Zentrum des Vortrags. Nach dem Vortrag gab es dann Wein von unserem Büronachbarn copito (www.copito.de) und noch sehr spannende Gespräche. Das Fazit dabei: Das Wissen um die menschliche Wahrnehmung ist die Grundvoraussetzung, um wirklich gute User Experience zu schaffen.

Zum Schluss: Das machen wir jetzt öfter!
Unser Fazit: Wir freuen uns noch immer über das Interesse an unserem Thema und denken, dass so ein Abend eigentlich die perfekte Nutzungsweise für unseren großen Flur ist. Bald feiern wir den Relaunch unseres benachbarten Weinhändlers. Das ist dann wieder eine schöne Gelegenheit für ein paar nette Gespräche und Gedanken – nicht nur zu Neuromarketing und Implicit UX. Einladung folgt.

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Nutzer sind wie Elefanten: Unbeirrbar zielorientiert